Wir fliegen offen – der Logenplatz am Himmel

Am Sonntag drauf (12. September 2021) war die Slingsby schon wieder in der Luft, diesmal habe ich meine Enkelin Emi zum fliegen mit Martin eingeladen. Es hat Ihr super gut gefallen – über den steilen Windenstart hat sie sich gewundert. Ich hab‘ ihr dann das mit dem Leistungsgewicht erklärt. Die Winde hat 240PS und muß bei der Slingsby das Schleppseil und das Flugzeug mit Insassen beschleunigen – ca. 480kg. Das ergibt 2kg/PS. So ein Leistungsgewicht ermöglicht eine krasse Beschleunigung, da können die meisten Autofahrer nur davon träumen. Nur nebenbei: weil die 240PS auch zu viel Kraft sein können, haben wir verschieden schwache Sollbruchstellen im Seil: Die Sollbruchstelle muß reißen, bevor die Kupplung aus dem Rumpf rausgerissen wird.

Emi erzählt: „Es war ein sehr schönes Erlebnis und die Atmosphäre unter den Leuten am Start war herrlich. Mir wurde vieles erklärt und ich habe einige neue Sachen gelernt. Ich durfte gleich 5-mal in die Luft gehen. 3-mal Seilwindenstart und 2-mal habe ich kostenloses Gesichtslifting beim Flugzeugschleppstart bekommen.“


Zusätzlich war unser Baby III in der Luft. Max und Jonas waren diesen Sommer beim BWLV-Jugendlager auf dem Berneck und durften eine offene Ka8 fliegen – und haben dabei Blut geleckt. Jetzt wollten sie unser SCS-Baby fliegen. Hier unser Dank an den BWLV für die Jugendveranstaltung! Franz hat sie eingewiesen – und schön sind sie beide geflogen. Wenn Piloten nur moderne Flugzeuge gewohnt sind, landen sie mit Oldtimern oft zu kurz – die Gleitzahl des Baby’s ist mit 17 weniger als die Hälfte der gleitzahl des Discus. Wenn man mit dem Baby ohne Thermik zur Halle landen will fliegt man nur ein Rechteck – keine Vollkreise. Weil’s sonst nicht bis zur Halle reicht! Die Jungs waren aber gut eingewiesen und sind auf den Punkt gelandet. Und das ohne Radbremse. Bravo!

Mit den Bildern könnt Ihr die Ähnlichkeit von Baby und Slingsby studieren. In England sagen sie zur Slingsby deshalb auch double Grunau. Unser Baby III Bj. 1955 entspricht von der Konstruktion dem Baby II von 1932. Der Hersteller der Slingsby hatte vor dem Krieg Babys in Lizenz gebaut und hat die Konstruktion auf Doppelsitzer vergrößert. Der erste Prototyp Slingsby T21P flog 1944, die erste T21A 1947 (Quelle englisches Wikipedia).

Text und Bilder: Emi, Jonas, Max, woki


Hier könnt Ihr gut die Eleganz der herrlichen Maschine bewundern.
Man muß dafür natürlich ein geschultes Auge haben.

Flugbetrieb beim SCS mit einer Brise FMH

Martin brauchte Starts mit unserer Slingsby. Zusätzlich hat Walter zum FMH-Fliegen aufgerufen. Beim SCS-Startbetrieb waren wir Oldtimerflieger (Slingsby und SHK) gut aufgehoben. FMH ist das Fliegende Museum Hahnweide.

Fluglehrerin Conny berichtet von der SCS-Schulung: Wir haben zur Zeit eine zahlenmäßig gut bestückte Gruppe Flugschüler. Viele davon haben dieses Jahr angefangen, zum Glück gibt es auch ein paar „Erfahrene“, die den neueren schon was beibringen können. Jetzt wurde die Zeit reif, dass Christian und Görkem ihren ersten Alleinflug machen durften. Christian am Samstag, Görkem am Sonntag.

Am Abend hatten wir den Flugplatz für uns – so lange hat Conny für den ersten Alleinflug von Görkem gewartet. Görkem ist fehlerfrei gestartet und gelandet. Vom Windenfahrer gab’s Lob für’s richtige Vorhalten. Für uns sah alles sehr gut aus – aber Görkem hat seinen Puls gespürt! Er war aufgeregt beim Flug – alles andere wäre auch komisch. Während den drei Alleinflügen hatten Sebi und Max einen schönen Dornenstrauß mit Brennnesseln gepflückt und Conny durfte den rituell erforderlichen Strauß mit Handschuh an den Freiflieger überreichen! Bei Christian war es der erste Alleinflug im SCS – er war aber zuvor schon auf dem Klippeneck alleine geflogen – deshalb gab’s für ihn kein Ritual mehr.

Den abendlichen Heimflug durfte ich bei Sebi im Duo machen – schauen, geniesen, wunderbar!

Nach dem Aufräumen kam der zweite Teil des Erstflug-Rituals für Görkem zur Steigerung der Empfindlichkeit des Gesäßes. Für die nicht Eingeweihten: Ein sensibler Po ist wichtig für das Erspüren der Thermik – ein tragendes Element des Segelflugs. Fluglehrerin und Schüler waren sehr zufrieden und wir alle gratulieren herzlich!

Text: Conny, woki
Bilder: Peter F. Selinger, woki

Startstellen Nürtingen – SCS – ACS
Hahnweide Info, Slingsby landet zur Halle



Zum Konzert nach Serres la Batie


Fliegen ist wetterabhängig, besonders für Sichtflieger und noch mehr für Segelflieger. Also: es geht viel – aber nicht an jedem Tag. Konzerttermine sind fix. Beides zu verquicken ergibt herrliche Ausflüge.
Der erste Plan war: Franz und Thomas fliegen mit unserem Mose zum Konzert nach Serres la Batie – so wie schon 2 mal zuvor. Einmal Franz und Georg mit Segelflugzeugen und das zweite mal Franz und Thomas mit dem Mose – alles in 2021 und schon niedergeschrieben auf dieser homepage.
Das Wetter für den 3ten Ausflug ist so gut, dass Franz mit seinem Ventus fliegen will. Den freien Platz im Mose kriege ich. Subbr Sach!
Thomas erstellt über die komfortable Software SkyDemon zwei Pläne: direkt Friedrichshafen – Mollis – Furkapass – Matterhorn – Aosta – Serres und alternativ Hotzenwald – Jura – Chambery – Grenoble – Serres. Die Gafor Vorhersage ist für das Wallis DOD – wir beschließen es zu probieren. Hinter Arbon werden wir ganz schnell einig, dass dieser Weg für heute und uns nicht gut ist. Dann habe ich Bauklötze gestaunt. Thomas konnte mit dem Züricher Lotsen den Flugweg ganz einfach ändern – über Blumberg zum Jura! Ohne die zugehörigen Zeitangaben – nur die Wegpunkte waren nötig. Der Jura war dann schön zu fliegen. Wir waren nicht alleine – auf der ganzen Strecke waren Gleitschirmflieger in der Luft – und das in jeder Höhe von weit unter Hangkante bis zu 200m über den Gräten. Der Jura ist gespickt mit Lufträumen – ich durfte steuern und Thomas hat auf die Lufträume aufgepasst. Die Kontrollerinnen und Kontroller waren sehr freundlich zu uns und nach 4,5h sind wir in Serres gelandet. Thomas ist dort praktisch zu Hause und findet Leute, die kleine Hebeisen ausleihen – siehe Foto. Unser Problem war: der Boden ist in Serres so hart, dass wir unsere Erdanker nicht versenken konnten. Das Programm: Zimmer beziehen, im Pool abkühlen, vespern, auf Franz warten.
1825 LT schwebt er ein. Wir im Mose hatten 60 Liter verbraucht. Franz hatte an der Chartreuse den Motor gebraucht ist inklusive Start auf 16min Motorlaufzeit – etwa 6 Liter – gekommen! Sein Flug war deutlich schwieriger als bei seinem ersten Konzertflug und geniest unseren höchsten Respekt.


Der erste kulturelle Höhepunkt war das Menü im „Cabanon“ von Lison:

Salade de quinoa, gingembre, tofu fuméverrine de betterave relevée à l’ail et piment doux et petits légumes de Maïa et Jeff (La Bâtie 05) et en dessert Génoise chocolat coco

Couscous Salat mit Rote-Bete-Meerrettich-Creme. Das Dessert war ein Schokoladenkuchen, garniert mit rode Dreibla (roten Träuble oder auch Johannisbeeren). Zum Essen gab’s karibische Musik:

Entre mento et calypso, NautiFli est une escapade dans la musique de la Jamaïque et des îles Trinidad et Tobago des années 40′ et 50′. C’est une musique de fête sur laquelle les paysans venaient jouer et danser à la fin de la journée pour oublier un instant la dureté de leur condition de vie. NautiFli redonne vie à ces musiques populaires et dansantes avec énergie et respect !

Alles sehr gemütlich – und im Freien. Der vorsorgliche Tipp von Thomas – im Freien wird’s in der Nacht kalt – also warme Jacke mitnehmen. Die schönsten Darbietungen war die beiden Lieder, die Lison mit der Band gesungen hat.

Geschlafen haben wir im Mehrbettzimmer, was infolge vereinzelt auftretender Atemgeräusche Ohrstöpsel erfordert hätte. Die Ausrüstung kann immer noch mal verbessert werden!

Frühstück gibt’s im überdachten Freisitz der Gemeinschaftsküche. Man muß nur das Essen mitbringen – die Gerätschaften sind vorrätig. Mit uns essen ein paar der Flieger und so können wir kurzweilig plauschen. Außer übers Fliegen haben wir über die Band qualifiziert gefachsimpelt. Spontan holt einer seine Gitarre und spielt uns zum Frühstück auf.

Thomas Reuß – Ihr findet ihn hier: https://www.youtube.com/watch?v=gGhFNJIvMiM

Er fliegt die einzige LS5, die WB-Kennung ist A3.

So – genug der Entspannung – Flugzeug abledern – und Start zum tanken nach Gap. Ab da wird’s speziell. Gap hat eine kaputte Tankanlage. Also nach St. Crépin – aber die Tankanzeige ist mit wenig Sprit wenig zuverlässig – also lieber nach Sisteron. Dort angekommen gibt sich die Flugplatz-Verwaltung spröde. Nur weil wir als „emergency“ gelten können wir nach der – unproblematischen – Freigabe durch den Vorstand des Aero-Clubs 25 Liter Avgas kriegen. Lieber wäre ihnen gewesen, wenn wir nach St. Auban geflogen wären. Unser Plan ging ja aber eher in die andere Richtung. So sind wir mit guter Reserve nach St. Crépin geflogen und wurden freudig von Michelle und Helene empfangen. Dort gab’s dann so viel Sprit, wie wir wollten. Fred – der meistens das Briefing macht – erzählt, dass sie vor 3 Tagen frisch aufgefüllt hatten.

Inzwischen war Franz auch in der Luft und hat uns überholt. Wir haben am Prachaval Höhe gemacht und sind die Route Briancon, Lac du Mont Cenis, Gran Paradiso, Aosta geflogen. Vom Segelflug alles bestens bekannt – nur diesmal tiefer. Das Matterhorn hat sich versteckt – die Basis der zerfledderten Wolken war 3800m, wir sind in 3800m östlich über der Gornergrat 3135m geflogen. Immer gut begleitet von FIS. Und wir wurden rechtzeitig auf das Ende der Funkverbindung hingewiesen, so dass wir uns immer seriös abmelden konnten – z.B. querab Aletschgletscher Verabschiedung von FIS Genf. Es geht weiter zum Furkapass, dann Flugplatz Mollis und am Säntis vorbei schon direkt nach Arbon. Wir sind noch schön hoch – und FIS Zürich lässt uns einfach über Friedrichshafen drüber fliegen. Er begleitet uns bis Mengen. Um 1600 LT sind wir wieder auf der Hahnweide. Glücklich und leicht erschöpft. Thomas hat immer wieder mit Franz konferiert – Funk, Telefon und Flightradar24. So wussten wir um fünf, dass er schon am Schluchsee ist. Seine Landung war kurz nach sechs – und er hat den Motor nur beim Start gebraucht! Franz sagt aber auch: Ohne das Ziel zurück zur HW wäre er nicht zum Matterhorn geflogen. Wieder mal ein meisterhafter Flug!

Mit dem Mose auf dem Stuttgarter Blatt rumgondeln ist schön, aber in 3 – 4h ist man auf Juist oder Serres oder St. Crépin oder Venedig oder an der Ostsee. Es braucht nur die Idee – und dann Geduld, bis das Wetter und die persönlichen Termine passen. Mit dem Segelflugzeug ist es aber schon viele Ecken anspruchsvoller.

Und hier die Flüge von Franz:

Hinflug https://www.weglide.org/flight/98269

Rückflug https://www.weglide.org/flight/98271

Text und Fotos: woki

Wasserfarben – die Farben der Gewässer im Alpenvorland

Jochen’s Plan für unseren Ausflug mit dem Mose war: zum Essen nach Vilshofen, dann am Gebirg‘ entlang wieder nach Westen. Ich war sofort einverstanden. In Vilshofen auf der Terrasse sitzen, bewirtet werden und nebenher den Flugzeugen zuschauen – das gefällt uns. Das schönste Flugzeug war diesmal – außer unserem Mose – eine Aeronca Chief 11 AC, Baujahr 1947 mit 65 PS in herrlichem Zustand. Sie ist ohne Motorhauben mit leise tuckerndem Motor an uns vorbei gerollt.

Von Vilshofen aus ging’s zuerst nach Süden bis zum Alpenrand – dann kommen die herrlichen Seen: Chiemsee, Schliersee, Tegernsee, Walchensee, Staffelsee, Forggensee. Und dazwischen kommen Inn, Lech und Isar. An Wasserfarben gibt’s von trübem braun und gelb über grün bis zu türkis. Und wenn der See spiegelt, wird’s ein strahlendes Weiß! Weiß gibt’s auch, wenn in den Bach Hindernisse eingebaut werden. Sie dienen zur Sauerstoffanreicherung. Wir konnten es sehen in der Vils. Blau gibt’s auf unserer Route nicht, dafür müssen wir ans Meer fliegen. Kommt – – Geduld.

An der Tankstelle in Kempten sind wir in einen Stau geraten. Aber außer Mogas tanken konnten wir noch Eiskaffee und Bienenstich mit echter Sahnen genießen und waren rechtzeitig zurück auf der Hahnweide: am Mittwoch gehört ab 1800LT der Platz den Modellfliegern.

Und für die Profis haben wir drei Flugplatzrätsel eingestreut!

Text: woki Fotos: Jochen, woki

Sunrise Fliegen

Am Sonntag den 27.06 haben wir uns morgens früh um 04.15 zum Sunrise Fliegen auf der Hahnweide getroffen. Die Flugzeuge hatten wir am Vortag schon aufgebaut stehen gelassen, um am besagten Morgen etwas Zeit zu sparen. Wir haben also unsere beiden Doppelsitzer und unseren Discus an den Start geschoben, gecheckt, Fallschirme und Batterien eingebaut und unseren Start aufgebaut.  Das alles war mit den vom morgendlichen Tau nassen Flugzeugen und im Halbdunkel eine kleine Herausforderung.

Trotz allem hatten wir dann kurz vor 05:00 Uhr unseren Start und unsere Flugzeuge soweit stehen, und konnten unseren ersten Start um 04.55 rausschicken, fast eine halbe Stunde vor dem offiziellen Sunrise.

Und das war wirklich ein tolles Erlebnis, für das sich das frühe Aufstehen und der ganze Aufwand auf jeden Fall gelohnt haben. Die Luft war ruhig und unsere Aussicht traumhaft!

Bei meinem ersten Flug habe ich die Morgendämmerung im Osten gesehen. Beim zweiten Start dann auch die Sonne tief am Horizont, unten dazu Bilder.

Den Rest des Tages haben wir fliegerisch noch gut ausgenutzt und ich denke alle waren am Nachmittag, nach dem Abbauen, erstmal geschafft.

Im Großen und Ganzen ein sehr gelungenes Erlebnis! Vielen Dank auch nochmal an alle, die schändlich früh aufgestanden sind um uns zu unterstützen (Windenfahrer, Startleiter, Fluglehrer) und Sebi, der das alles organisiert hat.

Zum Konzert nach Serres mit dem Motorsegler

Es ist eigentlich schon ein bischen verrückt, ich gebe es ja zu. So weit mit dem Motorsegler fliegen, nur um ein kleines Konzert auf einer Flugplatzwiese zu hören? Aber manchmal ist halt der Weg das Ziel und das Ziel nur der Anlass um den Weg zu begründen 🙂

Am 23. waren für die Zentralalpen gute Wetterbedingungen vorhergesagt. Und so flogen Thomas und ich unsere Lieblingsroute über den Bodensee, Mollis, Oberalp Pass, Furka, Matterhorn nach Gap/Tallard. Es war ungewohnt diesig, Sahara Staub trübte den Himmel. Am Grand Paradiso standen Hammerwolken in 4200m und es gab Welle. Wir saßen eindeutig im falschen Flugzeug, der DUO Discus wäre jetzt das Gerät der Wahl gewesen 🙂 In Gap bekam unser Motorsegler frischen Sprit , wir einen Cafe au lait und wir schauten ein wenig den Fallschirmspringern zu. Weiter ging es nach Serres und bei 30 Grad erst mal ab in den Pool. Um 18 Uhr waren wir rechtzeitig zum Soundcheck der Rockband bei Lison auf der Terrasse und genossen bis kurz vor Mitternacht Classic Rock vom Feinsten in der milden Provence Luft mit gewohnt köstlichem Essen.

Am nächsten Morgen brachen wir rechtzeitig auf, ein herannahendes Tief drohte den Rückflug zu erschweren. Doch es ging alles rasend schnell, in Flugfläche 90 schoben uns bis zu 60 km/h Rückenwind kräftig an. Der Genfer Lotse war pfiffig und bot uns eine alternative Route von Chambery direkt nach Fribourg und Olten an. Das war sehr gut, wir konnten die Höhe halten und damit den Rückenwind weiter nutzen. Im Jura sah es ziemlich regenerisch aus, während wir über dem Mittelland schön im Trockenen flogen. Im Südschwarzwald schien uns eine Schauerlinie den Weg zu versperren, doch Internet sei Dank erkannten wir im Regenradar eine Lücke bei St. Blasien und so wurden wir kaum nass und ab dem Feldberg hatten wir wieder bis zur Hahnweide beste Sichten. Nach 2:45 Std erreichten wir die Hahnweide, genau rechtzeitig zum Mittagessen mit der Familie.

Das nächste Konzert ist am 20. August, mal sehen wie das Wetter wird 🙂

Hahnweide-Engadin im Segelflug

Am 19.Juli 2021 war es wieder soweit. Wieder wurden gute Bedingungen im Engadin vorhergesagt mit Basis um die 4000m und guten Steigwerten. Allerdings der Weg über Biberach-Leutkirch nach Oberstdorf nicht so gut aber meiner Meinung nach ausreichend, um es zumindest zu probieren. Es hatte in der Vorwoche überall viel geregnet mit den bekannten Folgen und somit war klar, die Thermik würde sicherlich in den ersten Hochdrucktagen noch von der Bodenfeuchtigkeit mächtig ausgebremst werden. Und so war es auch. Der Weg nach Isny war sehr mühsam, es ging nicht gerade hoch, 1500m waren nur mit viel Geduld und mit max 0,7 m/s zu erreichen. Wenn mich das Engadin nicht so gelockt hätte, wäre ich längst umgedreht. bei Isny kam ich so tief, dass ich fast hätte „zünden“ müssen. Und auch als ich endlich wieder an der Basis war dachte ich mehrmals, dass es ziemlich wenig Sinn macht weiter nach Süden zu fliegen. Denn bei Sonthofen sah ich an den Hängen tiefe Cumuluswolken, weit unter mir. Es war aber erst 12:30 Uhr und so probierte ich es weiter westlich wo es im höheren Gelände über den Gräten immer wieder kleinere Wolkenfetzen gab. Mit viel Geduld und jeden noch so kleinen Aufwind bis zur maximal möglichen Höhe mitnehmend gelang es mir dann doch Stück für Stück höher zu kommen. Und im Arlberggebiet gab es dann die ersten brauchbaren Aufwinde. Bei Sankt Anton sah es nach Osten gut aus, allerdings im Süden Richtung Engadin gab es nur ganz vereinzelte Fetzen mit unscharfer Basis, die wenig einladend wirkten. Und so gab ich zunächst mein Vorhaben ins Engadin zu fliegen auf und wollte wieder zurück fliegen. Doch dann entwickelte sich plötzlich bei Ischgl eine sehr gut aussehende Wolke und ich entschloss diese zu testen und bei Mißerfolg wieder die guten Aufwinde bei Sankt Anton zu nutzen. Ab da fing es an richtig gut zu werden. Die Wolke gab das her, was sie versprach, 3400m Höhe erlaubten einen risikolosen Weiterflug. Wie wenn jemand einen Schalter umlegt auf „Thermik an“, bauten sich im Engadin nach und nach die schönsten Wolken auf. Die Sicht wurde typisch für das Engadin sehr gut und es ging auf 4000m. Die Beschränkungsgebiete R11 bei Samedan waren dieses Mal nicht aktiv und so flog ich an Samedan vorbei bis kurz hinter Pontresina. Der Blick über Sankt Moritz und den Silvaplana See und die Berninagruppe war wieder einmal umwerfend. Jede/r, der hier schon mal geflogen ist, wird das bestätigen können. Der Weg zur Bernina wäre gut machbar gewesen. Aber ich dachte um 15:15 Uhr zunehmed an den Rückweg, am Alpenrand gab es laut Vorhersage eine leichte Gefahr von Überentwicklungen für den Spätnachmittag. Also drehte ich um und konzentrierte mich auf den Rückweg. Die Strecke zurück lief im Gegensatz zum Hinflug spielend leicht. Das letzte Mal gekurbelt habe ich südlich von Sankt Anton auf 3000m. Der Sprung nach Oberstdorf war nochmal etwas spannend. Tatsächlich hatte die Bewölkung soweit zugenommen, dass zunächst nicht klar war ob ein Vorbeiflug an den Wolken möglich war. Alternativ hätte ich ins Rheintal rausfliegen können, was ein großer Umweg gewesen wäre. Schließlich gab es aber ausreichend große Lücken und Erdsicht. Der Ventus glitt gut und sank nur langsam, so dass ich nur noch zwei mal kreisen musste bis zur Hahnweide, bei Leutkirch und Biberach.

Was für ein Flug! Oft war ich kurz vor dem Aufgeben und kann es eigentlich immer noch kaum glauben, dass es letztendlich so gut geklappt hat.

Gebirgssegelflug in Südfrankreich

Das Jahr 2021 begann so, wie das Jahr 2020 aufgehört hatte. Die Pandemie hatte uns nach wie vor fest im Griff und unser Fluglager in Sondrio, wo wir jedes Jahr im April die Gebirgsflugsaison eröffnen, musste auch dieses Jahr wieder Cornona bedingt annulliert werden. Die ganze Hoffnung ruhte darauf, dass sich bis Ende Mai die Situation verbessern würde und man wieder reisen konnte.

Südfrankreich steht bei mir jedes Jahr im Mai fest im Kalender und ich hoffte sehr, dass sich Reiselockerungen breit machen würden. Ich hatte Franz gefragt, was er davon halten würde in diesem Jahr mitzukommen, und er musste nicht lange überzeugt werden….

Wir vereinbarten in diesem Jahr dorthin zu fahren, wo es möglich war hinreisen zu können und wo das Wetter vielversprechend erschien. Neben Serres in den französischen Seealpen, hatten wir noch Niederöblarn im Auge und Ohlstadt in Bayern, sollten die Reisebeschränkungen nicht aufgehoben werden oder in den Zielorten Pandemie bedingt keine ausreichende Infrastruktur zu Verfügung stehen.

Es wurde Mitte Mai und endlich meldete sich auch der Flugplatz Serres wieder auf unsere Anfrage. Platz hatte es mehr als genug und eine Schleppmaschine war auch am bereit. Ganz alleine wären wir auch nicht, denn es wurde auch Erwin aus Fürstenfeldbruck erwartet, Robert aus Genf, sowie auch Marcel und Francis aus dem Elsaß waren am Platz – alte Bekannte.

Noch schauten wir auf das Wetter und Niederöblarn blieb eine Option. Dort waren Norbert Sommer und ein paar andere, die sich ebenfalls über etwas Gesellschaft freuen würden.


Das Reisen wurde wieder möglich jetzt musste noch das Wetter genau beobachtet werden. Wir warteten noch ab, bis das Wetter fliegbar wurde und mit ein paar Tagen Verspätung sind wir dann Richtung Serres in die französischen Seealpen aufgebrochen – in Österreich sah das Wetter nicht ganz so gut aus.

Endlich ging es los – die Vorfreude war riesengroß. Die Hänger auf der Hahnweide angehängt und ab Richtung Süden. Die ersten Stunden ging es noch durch strömenden Regen und erst ab dem südlichen Jura empfing uns die Sonne.

An der Raststelle Rose de la Broye machten wir eine Pause und genossen bei Cappuccino die Sonne auf der Terrasse und bekamen obendrein das Spektakel der tief überfliegenden F 18 Jäger der Schweizer Luftwaffe geboten, die fleißig Ihre Platzrunden am nahen Stützpunkt trainierten.

Am frühen Abend waren wir dann endlich in Südfrankreich angekommen und für Franz war es das erste Mal auf dem wunderschönen Flugplatz in Serres. Als wir die Hänger parkten, landete gerade Robert mit seiner ASG 29 nach, wie üblich, spektakulärem Überflug und die ASH 25 von Marcel und Francis.

Normalerweise ist um dies Jahreszeit schon alles voll mit Hängern und Flugzeugen – diesmal erschien der Flugplatz total verwaist – alles leer , nur eine handvoll Flieger.

Wir bezogen unser schönes Chalet direkt am Flugfeld und freuten uns, das wir nun da waren und es morgen losgehen sollte. In der Nacht kam Erwin noch an und wir trafen uns um kurz nach zehn zum morgendlichen Briefing mit Klaus Ohlmann. Wie immer gut gelaunt studierte Klaus mit uns die Möglichkeiten für den Tag und machte Einschätzungen für die jeweiligen Routen. Das Wetter sah jetzt nicht wirklich sehr vielversprechend aus, aber wir sahen, wie sich zuhause bombastisches Streckenflugwetter abzeichnete . Oh jeh – sind wir dem guten Wetter jetzt davon gefahren, das darf doch nicht wahr sein ! Aber es kam alles ganz anders – wir durften wunderschöne Flüge erleben mit atemberaubenden Ausblicken auf die schönsten Massive der Alpen und gerade weil das Wetter nicht so gut war, bewegten wir uns nicht immer auf den gewohnten Standartrouten und haben dabei viel Neues erlebt.

Unser Chalet auf dem Flugplatz Serres

Gleich am ersten Tag ging es Richtung Norden, vorbei am Apotres und am Pic de Bure querten wir das Ecrin auf der Direttissima. Die Wolken hingen noch tief und so schlängelten wir uns um die Felsen. Spätestens jetzt wußten wir, warum wir hier waren!Diese Eindrücke in den noch tief verschneiten Alpen mit dem Segelflugzeug zu fliegen, sind einfach atemberaubend. Briacon östlich liegen gelassen, flogen wir schnurstracks an Bardoneccia vorbei über das Modane Tal in Richtung Aosta. Das Ziel sollte heute das Matterhorn sein, und wir wollten soweit fliegen, wie es ging. Schon bald erkannten wir aber, dass der Weg nach Aosta schwer werden würde. Das Überqueren des Passes östlich des Col de Iseran gelang uns nicht. Wir kamen sehr tief im Arc Tal und versuchten es mit zwei Anläufen, aber es gab heute kein Durchkommen – wie schade, kannte ich diese Route ja noch nicht und hätte zu gerne mit Franz diesen Weg erkundet. Er kennt sich hier aus wie in seiner Westentasche. Es blieb uns nichts anders übrig als umzudrehen. Schnell war ein neuer Plan gefasst und wir wollten Richtung Westen: Vorbei am Skigebiet von Val Thorens ging es Richtung Albertville und weiter über Chambery und den Lac du Bourget in den den südlichen französischen Jura. Nach einer langen Gleitstrecke kamen wir tief am Grand Colombier an und mussten erst mal Höhe tanken. Der Luftraum hier ist etwas tricky und viel Luft an den Deckel von Genf hat man nicht. Nach kurzem Überlegen entschlossen wir uns an dieser Stelle umzudrehen. Das Erkunden dieser Gegend sollte auch einem weiteren Vorhaben dienen – einem Flug von der Hahnweide aus nach Südfrankreich. Im vorigen Jahr war ich bereits mit Franz von der Hahnweide aus ins Jura geflogen und Franz hatte schon einige Flüge ins Jura unternommen – aber der südliche Part fehlte noch und so war es interessant und reizvoll.

Neuland war auch der Rückflug über die Chartreuse – der Gebirgszug zwischen Chambery und Grenoble. Nach einiger Bastelei an der Mont Grelle, wo wir uns die Hangkante mit zahlreichen Paraglidern teilten, gelang uns er Sprung in die Chartreuse und das Durchqueren sollte heute problemlos sein. Wie beherzigten den Ratschlag von Klaus und machten an der nord-östlichen Kante des Chamchaude ausreichende Höhe, um das Talbecken von Grenoble sicher zu überfliegen, um dann am Vercors Anschluß zu bekommen. Das lief dann auch wie geschmiert und so sind wir ohne einen einzigen Kreis von Grenoble über den Vercors bis zurück nach Serres geflogen. Was für ein Tag !

Der nächste Tag war wettertechnisch sehr ernüchternd. Der Norden war zu und so entschlossen wir uns mal den Westen auszuprobieren. Der Plan war schnell gefasst und wir wollten das Rhonetal Richtung Zentralmassiv überqueren. Wir flogen Richtung Aubenasson und konnten auf der anderen Seite des Rhonetals im Zentralmassiv auch schöne Quellungen sehen.

Entlang der großen „Badewanne“ südlich von Aubenasson flogen wir dann in total toter Luft über das Rhonetal. Das Vario zuckte nicht ein einziges Mal und der monotone Varioton unterstrich dies eindeutig. Wir mussten dann einsehen, das die Quellungen auf der anderen Seite des Tals heute für uns nicht zu erreichen waren und entschieden uns umzudrehen. An der imposanten Glandasse am südliche Vercors vorbei, flogen wir über das Vogelschutzgebiet an die östliche Kante des Vercors Richtung Grenoble. Auf halbem Weg war aber auch hier Schluß und wir drehten um, um Richtung Süden unser Glück zu versuchen. Der Mont Ventoux zeigte sich uns in seiner ganzen kargen Schönheit. Der berühmte Berg, den viele von der Tour des France kennen, gibt den Blick Richtung Mittelmeer frei. An der Hangkante der Lure glitten wir Richtung Saint Auban, um über den Lac de Saint Croix in den Parcours einzusteigen. Am Ufer des Sees bin ich dann auch glatt abgekellert und musste mich ausgraben. Franz nutze die Zeit und flog noch etwas weiter Richtung Süden. Wir trafen uns dann wieder, um den Parcours nach Norden Richtung Lac des Serre Poncon zu fliegen, was an diesem Tag ein echter Spaß sein sollte. Bei wunderschönem Nachmittagslicht mit dramatischem Wolkenkino, konnten wir den tief verschneiten Parcours Richtung Norden fliegen ohne einen einzigen Kreis zu drehen. Total ungewöhnlich – wir hatten nur einen einzigen Flieger an dieser berühmten Rennstrecke getroffen – die Pandemie hatte die Fliegerei hier noch fest im Griff – das war der eindeutige Beweise dafür. An der Dormilouse ohne Kreis Richtung Gap abgeflogen, konnten wir bis Serres durchgleiten. Ein absoluter Genuß und wieder ein wunderschöner ergebnisreicher Tag.

Am Abend waren wir dann zum Essen bei Lison im kleinen Flugplatzrestaurant, das an diesem Tag erstmalig wieder eröffnete. Normalerweise ist es hier voll und einmal in der Woche gibt es die tollste Livemusik weit und breit – aber das musste noch warten….Wir waren zusammen mit Marcel, Francis, Erwin, Gerd und Markus die einzigen Gäste, aber das Essen war wie immer köstlich und mit viel Liebe gemacht. Drinnen durfte man noch nicht sitzen uns so hatten wir dicke Jacken an und der Rotwein machte es behaglich.

Der nächste Tag versprach wieder nicht sehr viel und Klaus war im Briefing der Meinung, dass weder der Norden, noch der Weg über den Vercors heute funktionieren sollten. Wir machten keine großen Pläne und starteten. Nachdem wir am Hausberg Höhe gemacht hatten, erschien uns erneut der Weg Richtung Vercors der Beste zu sein und so glitten wir Richtung Grenoble. Der Sprung vom Vercors in die Chartreuse gelang uns noch problemlos aber nord-östlich von Chambery. im „Massiv des Bauges“ wurde es etwas tricky. An der Le Treu kamen wir richtig tief und vorbei an den tiefen Hängen ohne Steigen achterten wir uns aus dem Keller heraus und fanden wieder Anschluss. Richtung Chamonix ging es dann wieder richtig gut und vorbei an Meribel wurde der Blick auf den Mont Blanc frei. Welch gigantischer Berg – für mich war es das erste Mal, dass ich hier war – ein überwältigendes Erlebnis! Wir flogen noch weiter Richtung Nord-Osten und das Rhone Tal eröffnete uns den Blick auf Martigny und Sion. Hier war das Wetter grandios und an diesem Morgen hätten wir keinen Pfennig darauf gewettet, bis hierher zu kommen. Eine Wettervorhersage ist halt eine Vorhersage und oft kommt alles ganz anders – wer es nicht probiert wird es nicht wissen. Wir wurden reich belohnt, weil wir einfach losgeflogen sind !

Es war zwar sehr verlockend weiter ins Rhonetal zu fliegen, wollten aber unser Glück mit dem Wetter nicht überstrapazieren und entschlossen uns, für heute das Erlebte zu genießen und umzudrehen – der Weg war noch weit und es war auch nicht mehr früh am Tag. Da wir sehr hoch waren, ging der Weg zurück relativ leicht und der Vercors war wieder ein Genuß. Wir verlängerten dann den Flug nach Süden und schauten nochmals am Mont Ventoux vorbei und landeten glücklich in Serres.

Am nächsten Morgen war Klaus dann doch etwas überrascht, dass uns dieser Flug gelungen war. Somit war klar, auch heute werden wir es bei ähnlicher Wetter Prognose wieder probieren und so flogen wir auf der inzwischen vertrauten Route über den Vercors und die Chartreuse wieder am den westlichen Mont Blanc vorbei, um diesmal das Rhonetal hoch zu fliegen, soweit wir kommen. Franz konnte mir auch heute wieder neue Wege zeigen welche ich vorher noch nie gesehen hatte. Es ist wirklich toll, wenn man einen Mitflieger hat, welcher sich so gut auskennt – alleine hätte ich es nicht gewagt. Über das Skigebiet von Verbier und Haute Nandaz– hier wurde tolle Erinnerungen an zahlreiche Skitouren in diesem tollen Gebiet wach, ging es weiter am Rothorn vorbei bis zum Eingang in das Mattertal. Unterhalb des großen Bigerhorns drehten wir um. Der Blick Richtung Matterhorn war beeindruckend. Zu schön wäre es gewesen, hier über Aosta zurück in die Seealpen zu fliegen, aber der Weg war durch Wolken und Gewitter versperrt und so flogen wir wieder über Chamonix Richtung Westen. Heute war der Rückweg über den Vercors teilweise durch Schauer versperrt und somit mussten wir Richtung Westen ausweichen.

Östlich von Aubenasson wurde es dann nochmals spannend. Am Col des Cabres standen bereits heftige Regenschauer und wir wussten nicht, ob wir überhaupt in Serres landen konnten. Über Funk hatten wir niemanden erreichen können, der uns eine Info darüber geben konnte, wie es am Platz aussieht und somit entschlossen wir erst mal zu parken. Ich konnte dann über Telefon noch unseren Schleppiloten erreichen, aber die Verbindung war nicht gut. Ein Foto vom Platz über SMS brachte die Erkenntnis, dass Landen noch möglich ist. Wir sind dann von der Parkposition aufgebrochen und an den Hängen entlang nach Serres gesegelt. Ein paar Regentropfen im Endanflug und trocken gelandet – das war dann doch noch spannend.

In der Zwischenzeit haben wir keine Gedanken mehr an das Flugwetter von zuhause mehr verschwendet. Die Eindrücke und die Erlebnisse hier im Gebirge von Südfrankreich haben uns bereits mehr als entlohnt und jeder Tag war bis jetzt faszinierend.

Am nächsten Tag sah es für den Norden wieder ganz brauchbar aus und wir sind wieder auf der bekannten Route vorbei am Pic de Bure und Piolit über St. Crepin in die hohen Berge im Norden eingestiegen. Das Aostatal sah leider wieder nicht so toll aus und so flogen wir diesmal an die Ostflanke de Mont Blanc. Vorbei an Courchevel mit seinem berühmten Altiport ging es über Bourg Saint Maurice und über den großen Sankt Bernhard Pass Richtung Mont Blanc. Unten waren die italienischen Skigebiete von La Thuile und Courmayeur gut zu sehen und nun direkt vor uns – der gigantische Mont Blanc. An der Bergstation der Gondel haben wir ein paar Kreise gezogen, um die Gletscher zu bewundern und sind dann noch ein bisschen weiter der Flanke entlang zur berühmten Grandes Jorasses geflogen. Es gibt wenige, welche diese eindrucksvolle Perspektive genießen dürfen – Segelfliegen ermöglicht einem dies ! Am imposanten Gletscher des Grand Combin haben wir noch etliche Kreise gedreht, bevor wir umgekehrt sind. Das Wetter war sehr labil und so entwickelten sich wieder zahlreiche große Quellungen und wir bekamen auch schon wieder die ersten Regentropfen zu spüren. Welcher Weg zurück würde heute funktionieren? Wir waren schon auf Kurs Richtung Albertville, als wir ganz schwach im Funk Markus Erdmann hörten, der am Morgen mit uns gestartet war und gemeldet hatte, dass der Col de Galibier offen war. Die Info kam goldrichtig und im letzten Moment – wir drehten sofort 90 Grad ab und nahmen Kurs Richtung Süden, um über den Galibier und das Ecrin wieder nach Serres zu kommen. Wir überquerten das Maurienne Tal und schlichen vorbei an den Türmen der Arves in das Massiv der Ecrin und wurden auf dieser Seite mit bestem Wetter begrüßt. Ein Abstecher zum Glacier Blanc musste noch sein. Tief verschneit präsentierte er sich in seiner ganzen Schönheit. Im Sommer sieht er immer so schmutzig aus, aber jetzt mit all dem Schnee – wunderschön! Über den Parcours Royal ging es zurück an die Südflanke des Ecrin. Das Wetter baute jetzt massiv ab und die Querung zum Pic de Bure wurde nochmals spannend. An den Süd-Ost Flanken angekommen, fehlten mir ein paar Meter um drüber zu kommen und ich musste außen herum und kam sehr tief. Am äußersten Zipfel teilte ich mir den Hang mit ein paar Paragliedern und mühte mich ab, 100 mt höher zu kommen. Franz, der den Sprung über den Sattel geschafft hatte, meldete aber, dass die unteren Hänge gut tragen würden, denn wir hatten Südwind. So gelang mir der Heimflug in der unteren Etage doch noch problemlos und Serres hatte uns wieder.

Der nächste Tag war dann wie erwartet nicht fliegbar. Nachdem Klaus uns schon ein bisschen von seinem sensationellen Flug von Serres nach Griechenland berichtet hatte, haben wir ihm am Abend noch eine Nachricht geschickt, uns doch am nächsten Tag ausführlich zu berichten, wie dieser absolute Rekordflug denn abgelaufen war.

Klaus kam pünktlich um 10 Uhr mit Labtop und bester Laune und wir kamen in unserer kleinen Gruppe in den Genuss einen total interessanten und professionellen Vortrag von diesem Flugabenteuer geboten zu bekommen und wer Klaus kennt, der weiß, wenn Klaus über das Fliegen erzählt, gibt es kein Halten mehr. Am frühen Nachmittag haben wir glücklich und mit vielen Details bereichert, den Briefingraum verlassen, dankbar für dieses exklusive Erlebnis und die tiefen Einblicke in seine Fliegerei .

Der nächste Tag war dann eher wieder sehr durchwachsen, aber wir hatten ja die Erfahrung gemacht, dass auch bei schlechten Vorhersagen, vieles möglich sein kann. Also gestartet und über unsere zwischenzeitliche Standartroute Vercors Richtung Norden geflogen.

Die Bewölkung war an diesem Vormittag sichtlich tief und so flogen wir im Wolkenslalom den Vercors Richtung Grenoble. Die Bewölkung sank im tiefer und der Sprung in die Chartreuse war nicht gesichert. Am äußersten Ende des Vercors kamen wir dann immer tiefer und ich rutschte in die berühmte Talinversion von Grenoble ab. Hier gab es für mich kein Entrinnen, was ich auch versuchte, es ging nicht mehr nach oben. Franz hatte den Sprung noch geschafft und wir verabredeten uns später im Funk. Ich war in der Zwischenzeit sehr tief und musste zünden. Trotz des Turbos war es schwer aus der Inversion raus zu kommen und nur langsam machte ich Höhe. Am Fuße des Chamechaude angekommen, vibrierte der Motor plötzlich so stark, dass ich nach einigem Probieren entschied, den Motor abzuschalten. Ich rettet mich noch an die Ostflanke der Chartreuse überhalb des Flugplatzes Versoud, aber das Wetter wurde zunehmend schlechter. Als der Vercors zumachte, erreichte ich Franz am Funk, der Richtung Albertville weitergeflogen war, und berichtete. Franz wollte umdrehen und wir wollten versuchen, über den Westen nach Hause zu kommen. In der Zwischenzeit fing es aber an zu regnen und ich entschloss mich zu einer Landung in Grenoble Versoud, wo ich sehr freundlich aufgenommen wurde.

Nachdem die gröbsten Regenschauer durchgezogen waren, hatte man mich nach Hause geschleppt – ein Schlepp Royal – na ja, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Franz hatte es an diesem Tag noch geschafft nach Haue zu kommen. Über die Westroute, außen vorbei an den Gewittern und über Aubenausson, ist er zurück nach Serres geflogen.

Am nächsten Tag hatten wir noch einen schönen Flug gemacht und am Abend bei einem tollen und leckeren Essen mit den Freunden bei Lison, diesen unvergesslichen Fliegerurlaub ausklingen lassen.

Mit vielen tollen Erlebnissen bereichert, sind wir nach Hause gefahren und werden sicher wieder zurückkehren – Serres ist immer eine Reise wert !

Wandersegelflug nach Serres la Batie Südfrankreich

Um es vorweg zu sagen: Ein Streckensegelflug als Zielflug, an dem man abends ganz woanders ist, als zu Hause auf der Hahnweide ist ein Erlebnis der ganz besonderen Art.

Für Georg und mich ging am 11. und 12.Juni 2021 ein Traum in Erfüllung. Immer wieder angedacht, aber letztendlich nie verwirklicht wollten wir schon immer im reinen Segelflug dorthin fliegen, wo es uns jeden Sommer ins Fluglager hinzieht: nach Südfrankreich.

Eine Woche zuvor waren Thomas und ich in Serres und sind dort eine Woche lang recht schön zum Fliegen gekommen. Entscheidend dabei war, dass wir gleich am ersten Tag einen Flug über Chambery zum Grand Colombier, einem Höhenzug westlich von Genf, unternommen haben. Wir hätten gut weiter ins Jura fliegen können, waren uns aber zu unsicher wegen der Lufträume. Danach sind wir fast jeden Tag die Route über den Vercors und die Chartreuse nach Chambery geflogen, insofern kannte ich mich dort nun ganz gut aus.

In Serres findet man auf dem Flugplatz beste Bedingungen vor, um dort als Segelflieger zu landen: Es gibt neben zahlreichen an Flieger zu vermieteten Chalets auch Gästezimmer für Außenlander, eine Allgemeinküche, ein Flugplatzrestaurant, zahlreiche deutsche Segelflieger und nicht zuletzt natürlich Klaus Ohlmann mit seinem täglichen ausführlichen Wetterbriefing (auf deutsch!)

Tja, und nachdem ich in der letzten Zeit öfters von der Hahnweide bis weit in den Jura und zurück geflogen war und nach dem Serres-Fluglager waren die Vorraussetzungen nun ziemlich gut, es einfach mal anzugehen. Und die geeignete Wetterlage bahnte sich viel früher an, als gedacht. Die gewittrige Luft über den Alpen und Süddeutschland sollte allmählich unter Hochdruckeinfluss gelangen und nach Osten abgedrängt werden. Und so konnte ich, kaum aus Serres zurück, zunehmend ernsthaft den Flug planen. Am Mittwoch war klar: es könnte, es müsste eigentlich klappen. Freitag hin, Samstag zurück. Günther hatte erfreulicher Weise nichts dagegen, schon wieder stand mir unser feiner Ventus als perfekter Flieger für so eine Unternehmung zur Verfügung. Natürlich wollte ich diesen Flug am liebsten zu zweit machen. Georg hatte sich diese Woche sowieso zum Fliegen frei genommen. Ein ganz klein wenig musste ich ihn dann doch überreden, aber schließlich war klar, wir ziehen das durch, Georg mit dem Vereins-Ventus „S2“ und ich mit dem Ventus „GK“. Britta übernahm dankenswerter Weise den Turmdienst von Georg am Samstag Nachmittag. Den Mittwoch und Donnerstag verbrachten wir beide mit intensiven Vorbereitungen: Kartenstudium, Funkfrequenzen rausschreiben, Route mit „SeeYou“ für den Hin-und Rückflug planen und in die Segelflugrechner programmieren und immer wieder Wetter checken. Wir schauten uns auf Youtube das Video „Wege nach Südfrankreich“ von „Late Night Soaring“ an. Markus Frank („Murks“) hat dort eine perfekte Gebrauchsanleitung für den Hinflug über das Schweizer Jura präsentiert. Für den Flug nach Frankreich mussten wir einen Flugplan aufgeben, ich habe uns als Formationsflug mit 2 Segelflugzeugen angemeldet und für die Flugzeiten habe ich unter Bemerkungen „all times are estimates depending on weather and gliding conditions“ geschrieben. Den Tipp bekam ich von Klaus Ohlmann. In Serres meldete ich unseren Besuch an, die Gästezimmer gingen klar, am Flugplatzrestaurant haben wir bei „Lison“ 2 Plätze reserviert. Georg reiste schon am Donnerstag aus Egelsbach an, machte noch mal sicherheitshalber einen Testflug mit der S2 und bereitete den Flieger bestmöglich vor. Wir waren beide überrascht, was ins „Gepäckfach“ alles reingeht: nicht nur die berühmte Zahnbürste und Unterhose sondern 2 Ladegeräte, Leder und Schwamm, Haubenbezug, Handtuch, Jacke, Proviant, passte alles problemlos rein.

Am Freitag hatten wir mit dem Schlepper 11 Uhr vereinbart, da begann der offizielle Flugplan. Früh standen wir voller Vorfreude auf, der Himmel war blau! Noch ein letztes Mal im PC-Met das Wetter checken, alles klar, mindestens 3 brauchbare Flugtage wurden vorhergesagt, der Samstag als Rückflugtag sogar noch besser als der Freitag. Als wir uns von zu Hause mit den Worten verabschiedeten „bis heute Abend, wir melden uns aus Serres“ kam uns das irgendwie unwirklich vor, so eine Reise mit dem Zug, Auto oder Verkehrsflugzeug, klar, aber mit dem Segelflugzeug? Mit geplantem Landeort? Irgendwie ist das schon ein seltsames Gefühl. Ein Hauch von Abenteuer halt!

Auf der Hahnweide angekommen, stellten wir fest, dass auch andere den Wetterbericht gelesen hatten. Es wurde fleißig aufgebaut, Tilo meldete ein 1000km-Dreieck rund um Stuttgart an! So gut hatte ich den Tag gar nicht eingeschätzt, aber besser so 🙂 Unser Vorhaben hatte sich schon rumgesprochen, alle wünschten uns viel Erfolg und Georg durfte als erster in der F-Schlepp Reihe starten! Britta als Flugleiterin und Günther halfen uns bestens bei den Startvorbereitungen, sogar unsere Autos wurden von Günther geparkt, welch eine Unterstützung und nochmals vielen Dank!

Der Hinflug

Das Wetter ließ einen früheren Start zu, Georg wurde schon um 10:20 Uhr geschleppt, also musste ich noch den Flugplan vorverlegen. Ich folgte 20 Minuten später, motorte hoch rauf, öffnete über Funk den Flugplan und flog gleich nach Südwesten ab. Georg war schon voraus, drehte nochmal um, und wir trafen uns dann am Übersberg. Von da an flogen wir im Teamflug, wir waren ja auch ein „formation flight“ 🙂

7 Std Flugzeit waren geplant, als späteste Überflugzeiten hatten wir 14 Uhr Flugplatz Hütten/Hotzenwald und 17 Uhr querab Genf anvisiert, alles mit tüchtig Reserve, wir konnten uns Zeit lassen, die Strecke ist „nur“ 595km lang.

Der erste Streckenabschnitt nach Hütten bereitete mir am meisten Sorgen, hier sollte es schon früh am Tag zu Überentwicklungen kommen. Tilo war vor uns gestartet und meldete hinter dem Klippeneck schon erste Tendenzen zu Schauern. Er hatte als erste Wende die Rothausbrauerei gewählt und flog über Blumberg dorthin. Wir folgten ihm und kamen entlang einer dicken Wolkenwurst recht gut vorwärts. Am Schluchsee und St. Blasien vorbei erreichten wir bereits um 12:20 Uhr den Flugplatz Hütten/Hotzenwald, also lang vor unserem Zeitlimit.

1. Schlüsselstelle: Vom Schwarzwald zum Jura

 Jetzt hieß es maximale Höhe zu machen für die Rheintal Überquerung zum Schweizer Jura. Höher als 1900m kamen wir aber nicht, also Gas rausnehmen und vorsichtig mit 120km/h gleiten, gleiten, gleiten. Völlig ruhige Luft umgab uns, die ersten Wölkchen standen wie immer erst über der Jura Kette. Georg verlor auf der Strecke etwas mehr Höhe als ich und er musste den ersten Aufwind am Jura knapp über Hangkante annehmen. Das gelang ihm aber gut und kurz darauf waren wir wieder gleich hoch und mit guter Wolkenoptik über dem Jura ging es jetzt gut gelaunt auf die vor uns liegende Rennstrecke. Basel Info gab die Tangosektoren frei und so hatten wir keine Höhenbeschränkungen mehr. Jetzt war klar: Umgedreht wird nicht mehr, das Wetter zu Hause interessierte uns nicht mehr, nur noch der Blick Richtung Ziel war jetzt relevant.  Der Bieler See, der Chasseral, der Neuenburger See zogen an uns vorbei. Die Basis stieg auf bis zu 2400 Meter an, so hatten wir eine sehr komfortable Arbeitshöhe. Am Genfer See gibt es einige Segelflugsektoren und es ist nicht ganz so einfach zu interpretieren, trotz einer Segelflug-ATIS, wo man wie hoch steigen darf. Also meldeten wir uns bei Genf Info, bekamen einen Transpondercode und eine sehr freundliche Fluglotsin unterstützte uns bestens: „please let me know if you need higher“. Es gelang ihr sogar bei Genf Radar eine Freigabe für uns zu organisieren, so dass wir westlich von Genf bis 7000Fuß anstatt der sonst möglichen 5500Fuß steigen durften. Damit war der Weg zum Grand Colombier deutlich vereinfacht, zumal bei Bellegard ein Schauer stand, den wir zwar umfliegen hätten können, aber mit 500 Meter mehr Höhe konnten wir locker auch ein Abwindfeld durchfliegen. Ein paar Tropfen bekamen wir ab, dafür waren unsere mit Mücken beschmutzten Tragflächen wieder blitzsauber und hinter dem Schauer lachte wieder die Sonne und kräftiges Steigen trug uns immer noch im leichten Regen wieder auf die maximalen 7000 Fuß. Dann ging es weiter zum Grand Colombier, einem der wichtigsten Berge auf der Route. Dort angekommen entwickelten sich gerade zum rechten Zeitpunkt kleine zerzauste Wolkenfetzchen. Hier konnten wir nun frei vom Genfer Luftraum wieder maximale Höhe kurbeln.

2. Schlüsselstelle: Vom Grand Colombier zur Chartreuse bei Chambery

Mit viel Geduld also stiegen wir mit mittelprächtigen Aufwinden schließlich auf stolze 2700Meter und so hieß es wieder langsam fliegen und gleiten, gleiten durch tote Luftmassen. Der Lac de Bourget zog an uns vorbei, was für ein herrlicher Anblick! Die Chartreuse rückte langsam näher. Kurz vor Chambery noch vor dem eigentlichen Höhenzug der Chartreuse konnten wir noch ein wenig Höhe dazu machen und so kamen wir genau in Hangkantenhöhe am ersten Hang der Chartreuse an. Die Basis war aber deutlich niedriger als vorhergesagt und sank auf Kurs sogar noch teils unter Hangkante ab. Im Süden im Zielgebiet waren ein paar Gewitterambosse zu sehen, so dass zumindest ganz leichte Zweifel aufkamen, ob wir gut durchkommen würden. Andererseits war es erst 15:30 Uhr, wir hatten also noch massig Zeit und konnten jederzeit auch irgendwo parken, falls es nicht weiter gegangen wäre. Letztendlich lief dann die Chartreuse aber doch besser als gedacht, wir mussten halt teils über und neben den tiefer liegenden Wolken vorbei und hatten somit nur beschränkte Sicht nach vorne Richtung Ziel. An der Chamechaude, dem Hotspot der Chartreuse kurz vor Grenoble fanden wir kein Steigen an der üblichen Stelle, dann aber etwas westlich davon schließlich doch ging es mühsam und langsam mit 0,7m/s rauf auf 2100 Meter, mehr war nicht rauszuholen.

3. Schlüsselstelle: Talquerung bei Grenoble zum Einstieg in den Vercors

Und ein drittes Mal hieß es vorsichtig und langsam gleiten. Den Vercors im Blick sahen wir deutlich die dicke Tal-Inversion über Grenoble. Jetzt bloß nicht in diese Suppe reinsinken bevor die nächsten Hänge erreicht werden. Aber schließlich hatten wir bei der Talquerung richtig Glück und haben eine tragende Linie gefunden. Somit bekamen wir problemlos Anschluss an den Vercors, die Basis stieg an und mit Ihr wir mit unseren beiden Seglern im Geradeausflug. Wie im Parcours ging es jetzt zügig voran über diese herrliche Landschaft mit Ihren steil abfallenden Felswänden und Monolithen nach Osten und einem flachen auf eine Hochebene auslaufenden dicht bewaldeten Hang nach Westen, unbesiedelt und als Naturschutzgebiet deklariert. Noch in dieser Geradeausflugphase zeigten unsere Rechner zum ersten Mal „Endanflughöhe erreicht“. Doch ein direkter Weiterflug nach Serres war nicht möglich. Vor uns wurde es deutlich dunkler, zwischen der Glandasse und dem Pic de Bure stand ein Schauer. So holten wir im Westen aus, wo es noch genug Sonneneinstrahlung gab. An der Glandasse vorbei sahen wir Richtung Serres einen weiteren fetten Schauer stehen. Das beunruhigte uns aber wenig, denn wir waren früh dran, hatten genug Höhe und konnten im Bedarfsfall lange parken, bis der Schauer abzog. Nach einer längeren Gleitstrecke, fanden wir wieder Steigen, klassisch an einem Sonnenhang mit Wolke drüber. Nach unglaublichen 5m/s Steigen konnten wir uns aus 2400 Meter mit 1000Meter Sicherheit dem Flugplatz Serres nähern. Schließlich konnten wir feststellen, dass der doch recht kräftige Schauer knapp südlich vom Platz mit Zugrichtung Süd eine sichere Landung nicht verhindern konnte 🙂 Es war erst 16:50 Uhr, klar wir hätten noch ein bisschen in der Gegend rumfliegen können, waren uns dann aber schnell einig, lieber gleich zu landen und gemütlich anzukommen.

Der Aufenthalt in Serres

Grundsätzlich landet man in Serres nach Süden und startet nach Norden. Just zu unserer Ankunft wurde von Michele, dem Flugplatzchef, die Bahn gemäht, gerade rechtzeitig nahm er uns wahr und entfernte sich, als wir im Endteil waren, mit seinem Traktor von der Landebahnmitte. Wir rollten lange aus und kamen schließlich direkt vor dem Flugplatz Restaurant von Lison zum Stehen. Haube auf und als erstes atmeten wir den warmen Duft der Provence ein, herrlich. Leute, was für ein Glücksgefühl, unbeschreiblich. Im Schnelldurchlauf durchdenkt man noch mal den Flug mit seinen vollkommen verschiedenen Landschaften und Wetterräumen: die Schwäbische Alb, der Südschwarzwald, der Rhein, der Jura, die Chartreuse und zum Schluß der Vercors und die Provence. Schnell waren wir obendrein, 100er Schnitt, obwohl wir gemütlich fliegen wollten, es ging halt so gut 🙂 Dann nahmen wir vor Lisons Restaurant einen VW-Bus wahr und eine Band packte gerade Ihr Equipment aus! Nee, was? Ausgerechnet heute spielt ne Band? Wie geil ist das denn? Manchmal passt einfach alles perfekt! Also putzten wir die Flieger, stellten Sie schön dekorativ etwas abseits neben die Kneipe und liefen zu den Chalets rüber, um nach dem Gästezimmer Ausschau zu halten. Dort trafen wir Gerhard, Markus und Erwin, die ich die Woche zuvor kennengelernt habe und noch eine Woche länger geblieben waren.  Sie freuten sich über unseren erfolgreichen Flug, waren aber auch etwas erstaunt, weil sie selbst gar nicht geflogen waren: zu schlechtes Wetter! Unser Gästezimmer war vorbereitet, kurz Duschen und ab ging es zu Lison, wo die Band bereits mit recht vielversprechenden Soundchecks zu spielen begann. Der Abend war einfach zu schön, nach und nach kamen immer mehr Leute, die wenigsten waren Flieger, mehr so aus der sagen wir Flower Power Szene. Das Essen war köstlich, und es war noch  lange sonnig und warm. Vor uns tanzten die Leute (selbstverständlich stets mit 1,5m Abstand) ausgelassen auf der Flugplatzwiese. Die Band war wirklich Spitze . Georg und ich lieben ja solche Konzerte. Und sogar Klaus Ohlmann kam dann noch und setzte sich zu uns an den Tisch und es wurde noch lange über Elektrofliegerei und Visionen gefachsimpelt.

Der Rückflug

Markus lud uns zum Frühstück ein und später bekamen wir von Klaus ein ausführliches Wetterbriefing und speziell für uns die zu erwartenden Bedingungen für unseren Rückflug. Er riet zu einem Start nicht vor 11 Uhr. Am besten war aber, dass der Königsweg über das Matterhorn gut möglich schien. Auch diese Route hatten Georg und ich vorbereitet und Sie war sozusagen als Aufgabe B alternativ zur Jura-Route bereits im LX9000 programmiert. Wir beide kennen den Weg bis zum Furka-Pass gut, neu würde für uns der Abzweig über den Grimsel Pass und den Napf nach Olten werden. Auch hier sagte Toptherm gute Bedingungen voraus. Für das Oberwallis wurden Basishöhen von knapp 4000Meter vorhergesagt. Wir beschlossen also es zu probieren, falls das Modane-Tal wie so oft den Weiterflug verhindern würde, könnte man immer noch Richtung Chambery raus gleiten und die klassische Jura Route nehmen. Die F-Schlepp Schlange bestand aus nur 3 Flugzeugen, Georg durfte als erster starten, ich folgte ihm unmittelbar im Eigenstart um kurz nach 11 Uhr. Den Flugplan konnte ich dieses Mal nicht über Funk eröffnen, bei Marseille Info war niemand zu ereichen. (Eröffnen heißt übrigens nur Startzeit durchgeben). Wie gut, dass man in den Bergen meistens guten Handy Empfang hat und ich die richtige Nummer gespeichert hatte. Der Aufstieg in Platznähe gestaltete sich recht schwierig, erst nach mühsamen 45 Minuten hatten wir beide die nötige Ausgangshöhe erreicht, um uns auf den Weg zu machen. Es ging daraufhin am Pic de Bure vorbei nach Osten und nach langem Gleiten erreichten wir zwar unter Hangkante aber mit zuverlässigen Steigen den Pic des Chabrières, von da aus ging es klassisch, wie wenn man vom Parcours zurück kommt, über den Guillaume, die Clotinaille, und den Furon nach St. Crépin. Aus irgendeinem Grund flogen wir dann nicht den allseits bekannten Haushang von St. Crépin, den Prachaval an, sondern blieben auf der Westseite, verloren dort wieder unnötig viel Zeit in schwachen Aufwinden, bis endlich einer von uns auf die richtige Idee kam es wie immer über die „Schildkröte“ (tête du peyron) zu probieren. Und die geht seit dem wir dort fliegen zu 90 Prozent so: mit 150 auf den Grat/die Nase, die ins Tal runterführt, zufliegen, direkt über dem Grat 45 Grad Schräglage nach links und schön durchziehen, dann drin bleiben, auch wenn es anfangs nur ein Nullschieber ist. Bei uns ging es aber sofort gut rauf und kurz darauf waren wir an der „Pyramide“ auf 3400m, endlich! Nach 2 Std Flugzeit, 50er Schnitt. Uns war klar, ab jetzt mussten wir deutlich schneller werden, sonst würde es nichts mehr werden mit Matterhorn und Co. Tja, und dann lief es auch wie geschmiert, die Bedingungen waren so wie wir es von unseren St.Crépin Fluglagern kennen. Nördlich von St. Crépin geht´s halt immer am besten. Also flogen wir über Briancon und Bardonechia ins Modane Tal. Die Nordseite sah gut aus und Richtung Grand Paradiso sah es brauchbar aus, nicht hammermäßig, aber fliegbar. Auch ohne Hammerbärte und Basis bei „nur“ 3400Meter ging es stets über Hangkante bequem und zügig weiter. Jetzt halfen uns natürlich die zahlreichen Flüge ans Matterhorn sehr. Man fühlt sich in bekanntem Terrain einfach wohler und kennt die Hotspots ,die Landemöglichkeiten und Lufträume. Nur die Optik mit wesentlich mehr Schnee auf den Bergen sah im Vergleich zum August etwas ungewohnt aus, dafür aber umso schöner! Am Grand Paradiso mussten wir kaum kreisen, die Hänge trugen gut im Westwind. Das Tal von Aosta war schnell gequert, endlich mal ohne das vorsichtige langsame Gleiten, denn die Wolken Richtung Matterhorn sahen gut aus und zogen zuverlässig. Die nötige Höhe zum Passieren des Matterhorns holten wir uns etwas unkonventionell mitten über dem Tal bei Cervinia. Tja und dann war der Höhepunkt des Fluges erreicht: das Mattertal! Zunächst konzentrierten wir uns auf den nächsten Aufwind, den wir dann auch  am Gornergrat fanden. Es gab auf dem ganzen Flug bestimmt keine schönere Stelle zum Kreisen. Die Gletscherwelt Richtung Monte Rosa ist einfach immer wieder faszinierend, besonders aus der Perspektive eines Segelflugzeugs. Das Matterhorn strahlte uns von seiner schönsten „Postkartenseite“ an. Es war genau 3 Uhr, wir hatten gut aufgeholt und lagen wieder im Zeitplan. Das Oberwallis lief auf der Südseite des Rhonetals gut, wir bemühten uns nun zunehmend gut oben zu bleiben, je näher wir dem Grimselpass hinter Münster kamen. Hier wollten wir möglichst mit maximaler Höhe abfliegen, was uns dann auch mit 3700Metern gelang. Jetzt hieß es Abschied nehmen vom Wallis mit der glasklaren Luft. Nördlich vom Grimselpass, wurde es deutlich dunstiger, die Basis sank entsprechend ab. Im LX hatten wir einen Punkt im Jura etwas westlich von Olten programmiert. Das half uns sehr in der dunstigen Luft die richtige Richtung einzuschlagen. Bei Zürich Info bekam ich die Information, dass der Militärflugplatz Meiringen , es war Samstag, außer Betrieb war und somit der Luftraum darüber ohne Einschränkungen nutzbar. Kaum hatten wir Meiringen und den Brienzersee passiert wurde die Sicht deutlich besser und die Wolkenoptik sah hervorragend aus. Denn, so sagte man uns, der Weg über den Napf und das Mittelland zum Jura ist oft zäh und mühsam. Die Wolken zogen zwar nicht so gut, wie sie aussahen, aber wir erreichten Olten dann doch in sehr komfortablen 1700Metern und natürlich gab es an der Jura Kante wieder gutes Steigen. Jetzt noch kurz den Sprung zurück in den Schwarzwald und dann ab nach Hause, so dachten wir es uns. Tja, und dann wurde es immer dunkler, bedeckter und schattiger voraus. Der gesamte Südschwarzwald war komplett bedeckt. Wie schade. Wir erreichten den Flugplatz Hütten in Platzrundenhöhe, der Hang trug zwar, aber an ein Weiterkommen war nicht zu denken, keine Chance. Das war so nicht vorhergesagt. Es schien weiter nordöstlich sogar zu regnen. Ok, egal, genau dafür hat man ja den Motor. Georg zündete direkt am Flugplatz, ich versuchte noch die Hänge bei Schönau, gab dann  aber auch auf und zündete. Leider kam der Motor der S2 nicht auf Leistung und so blieb Georg nichts anderes übrig als in Hütten zu Landen. Dort wurde er aber freudig empfangen, sind wir doch von früheren Wettbewerben dort (lang ist´s her) alte Bekannte. Sogleich wurde ein Rückschlepp für ihn organisiert. Ich konnte den Motor kurz vor Villingen schon wieder ausmachen, denn da gab es wieder Einstrahlung und 4 Achtel Cumulus. Es wehte ein kräftiger Nordwestwind und mit schwächsten 0,5 er Bärten schlich ich mich zum Plettenberg rüber, den ich knapp über Hangkante erreichte. 30km/h Nordwest sind ohne Regen eine Seltenheit und ideale Bedingungen zum Hangfliegen, wie Tilo weiß. Ich versuchte dann gar nicht mehr die zerrissene Thermik auszukurbeln sondern flog von da an die letzten 60km im Hangflug zurück zur Hahnweide. Das war noch mal eine mordsgaudi und für mich auch das erste Mal, die gesamte Albkante im Hangwind zu erfliegen. Am Farrenberg vorbei erschien wieder die S2 im Flarmdisplay, 600Meter über mir und so landeten wir letztendlich wieder beisammen kurz hintereinander um 18.45 Uhr auf der Hahnweide.

Etwas erschöpft, aber überglücklich und vor allem in dem Bewußtsein, zwei unvergessliche Tage mit sensationellen Flügen erlebt zu haben, bauten wir unsere Flieger mit Hilfe unserer Vereinsjugend, die uns schon erwartete, ab. Diese beiden Tage werden wir bestimmt nie vergessen.

Ein paar Tage in Ohlstadt

Eigentlich waren wir ja von einer Schweizer Segelfliegerin mit dem AMF (Angelika Machinek Förderverein Frauensegelflug) nach Courtelary im Jura eingeladen worden. Dieses Lager musste aber wegen Corona wie so viele Wettbewerbe auch abgesagt werden. Ein kleines Grüppchen Mädels und Abi Kiessling waren sich einig, dass da eine Alternative gefunden werden musste. Der Flugplatz Ohlstadt in der Nähe von Garmisch Partenkirchen hat sich da schnell als ideal herauskristallisiert. Wir haben beschlossen, dass wir den Termin wetterabhängig flexibel halten und Abi der Wetter-Guru ist, der das Signal zum Aufbruch geben würde. Zum Glück hat mein Chef da auch mitgespielt, was flexible Urlaubstage angeht.

Am letzten Mai-Wochenende wurde für Baden-Württemberg sehr gutes Flugwetter vorhergesagt und wir haben beschlossen, diese beiden Tage noch von zuhause aus zu nutzen. Den Samstag nutze ich, um in den Pfälzer Wald und ins Saarland zu fliegen.

Pfälzer Wald, Blick nach Norden
Pfälzer Wald, Blick nach Süden

Dann kam das Signal zum Aufbruch, Mo Anreise, gute Bedingungen ab jetzt auch in den Bergen. Die Fliegergruppe Wolf-Hirth hatte ihr Fluglager auch für diese Woche in Ohlstadt geplant. Wir sind dann zu dritt eingetrudelt, Nina, Abi und ich. Der Rest konnte es dann doch nicht einrichten.

Der Flug beginnt am Kloster Ettal

Unser erster Flugtag war der Dienstag. Früher Thermikbeginn und gute Kaltluft. Unser Ziel war das Engadin, das wir sonst von Süden her aus Alzate schon angeflogen sind. Der Einstieg führte auf der Ostseite des Lechtals ins Gebirge. Vorbei an der Parseierspitze wechselten wir ins Inntal. Ich kannte mich recht gut aus, weil ich im Vorfeld verschiedene Folgen des late night soaring nochmal durchgearbeitet hatte, wo Berge, Routen und Außenlandemöglichkeiten durchgesprochen wurden. Vor dem Piz Nuna, wo der Inn einen großen Bogen macht, wechselten wir die Talseite und überquerten den Ofenpass. Die hohen Berge sind alle noch tief verschneit und die Optik ist traumhaft schön. Spielend einfach war der Weg bis Samedan, wo die Basis auf 3700 m war. Abi meinte, im Addatal sieht’s auch gut aus. Ich schaute den Berninapass entlang. Stimmt, aber wie kommen wir zurück? Wir sind dann „nur“ eine Runde an der Bernina entlanggeflogen und lieber auf demselben Weg zurück. Andächtige Stille in Anbetracht des eisigen Riesen.

Anflug auf die Bernina
Bernina, nur Eis und Schnee
Der Reschensee wartet auf die Schneeschmelze

Im Rückflug bleibt man auf der süd-östlichen Talseite, sie ist wegen der Tageszeit jetzt günstiger. Den Kaunergrat entlang und über’s Pitztal und Ötztal. Dann folgte die Querung der TMA Innsbruck, wo sehr freundliche Kontroller zur Zeit fast nur Arbeit mit Segelfliegern haben. Ein kleiner Trip zum Rofan am Achensee und natürlich ein Besuch bei der Zugspitze rundete den Flug ab. Zufriedene Menschen am Abend.

Wettersteingrat, dahinter Zugspitzplateau
Zugspitze von Nord-Osten

Am Mittwoch besuchten wir viele bekannte Skigebiete, von denen ich einige auch vom Boden her kenne. Den Anfang machte wieder das Lechtal bis Bach, direkt angrenzend der Arlberg. „Servus Fiss Ladies“ hieß es dann, aber das eigentliche Ziel war Vent ganz hinten im Ötztal, wo wir zusammen mit der Frauen NM schon oft zum Skifahren waren. Tatsächlich erlaubte es die hohe Basis, bis ganz nach hinten bei der 3768m hohen Wildspitze reinzufliegen. Es folgte wieder die Querung des Inntals westl. von Innsbruck, von wo aus wir über der Wettersteinwand entlang nach Osten flogen. Unser Weg führte weiter durch’s Karwendelgebirge, wo die Isar entspringt, zum Achensee.

Inntalquerung westlich Kufstein

Östlich von Innsbruck querten wir wieder nach Süden, wo der Pinzgauer Spaziergang lockte. Es ging super dort, aber ein Regenschirm war so langsam angebracht. Wir düsten bis zur Schmittenhöhe bei Zell am See und dann nichts wie heim.

Oberammergau und der Kofel

Am Donnerstag schob sich die labile Gewitterluft von Westen her auf uns zu, im Osten sollte es aber nochmal sehr gut werden. Die Basis heute etwas niedriger, aber Thermik am Platz ging gut. Nina brauchte eine Pause und Abi musste nochmal landen wegen nicht schließender Fahrwerksklappe. Ich habe auf ihn gewartet und mit einiger Verzögerung sind wir dann nach Osten los. Ohne Fahrwerksklappe war der Ventus unangenehm laut und hatte deutliche Verluste beim Gleiten. Über die Benediktenwand und die bayerischen Alpen ging’s trotzdem weiter nach Kufstein. Heute stand die Thermik am wilden Kaiser nicht direkt am Hang sondern unter einer riesigen Wolke mitten über dem Tal, was mir eine gigantische Aussicht auf den ganzen Klotz mit seinem sonst immer thermisch sehr aktiven langen Südhang eröffnete.

Wilder Kaiser

Westlich von St. Johann haben wir das Skigebiet überquert, das uns wegen Corona im März 2020 nicht vergönnt war. Jetzt kamen wir endlich in die Zone mit den richtig guten Bedingungen, Basis stieg inzwischen auf 3300 m an und auch das Steigen war leichter zu finden. Die Blick ging zum Großglockner, eine weiße Pracht soweit das Auge reicht.

Blick Richtung Großglockner
Großes Wiesbachhorn
Steinernes Meer
Dachstein
Dachstein

Nach dem Kitzsteinhorn überquert man zuerst das Gasteiner Tal, danach die Tauernautobahn. Ich wollte gern bis nach Niederöblarn fliegen, zwischendurch ging es sogar bis auf 3800m. Hinter uns sahen wir schon, dass die Gewitter aufziehen und uns eventuell den Rückweg abschneiden würden. Oder macht’s danach nochmal auf? Der Rückweg aus dem Osten lief wieder problemlos, der Plan war das Pinzgau entlang in den hohen Bergen zu fliegen und dann über den Gerlospass zum Achensee. Tilo sagte im Funk, dass es südlich von Innsbruck am Brenner noch mit 2 m/s geht und wir probierten das auch. Leider war das nicht mehr so, als wir kamen und ich musste einsehen, dass der Heimweg mit der LS 8 nicht mehr machbar sein würde. Am Ausgang des Zillertals habe ich bei Innsbruck Approach angefragt, ob dort noch ein F-Schlepp zu bekommen wäre. Der freundliche Controller meinte, die Segelflieger haben den Betrieb schon abgemeldet, aber er fragt mal nach. Kurz darauf hat er sich wieder gemeldet, dass leider niemand mehr zu erreichen wäre, er aber in Kufstein angerufen hätte und die mich gerne heimschleppen würden. Und das alles auf der Frequenz der Anflugkontrolle eines Verkehrsflughafens. Toll. Nach 7 ½ Stunden landete ich in Kufstein, wo mein Vater jahrelang ein regelmäßiger Gast war.

Den 4. Tag in Folge ließ ich dann aus, weil es nur recht lokal und eher im Flachland vor den Alpen gehen sollte, danach kam der Regen. Ein geselliges Abschlussessen mit der FGWH im Flugplatzrestaurant rundete das ganze Unternehmen ab. Es war ein toller Ausflug und ich bin sicher, dass er wiederholt wird, vielleicht sogar noch dieses Jahr. Meine Flüge habe ich unter weglide.org hochgeladen.