Hahnweide – Cuxhaven und zurück, ein Wochenendflug mit unserem Motorsegler

Jürgen und ich hatten den Motorsegler schon eine Woche vor dem 23. April (einem Freitag) reserviert und hofften sehr, dass Petrus uns wohl gesonnen sein würde, um das Wochenende fliegerisch genießen zu können. Die in Offenbach fernmündlich eingeholte Langfristwettervorhersage klang vielversprechend: Ein sich über England ausbildendes kräftiges Hoch würde bei Abtrocknung die kühle, arktisch angehauchte Luft über Deutschland mit starker, kalter Strömung nach Süden transportieren. Die dann im Verlauf der Woche über flugwetter.de eingeholten Informationen verfeinerten diese Aussage, und es wurde klar, dass wir für unser Vorhaben ein fantastisches Wetterfenster – vielleicht sogar bis hin zum 26. April – zur Verfügung haben würden.

Als Zielflugplatz suchten wir Nordholz-Spieka aus, ein Katzensprung weg von Jürgens Haus in Dorum und ebenso nah zu Cuxhaven gelegen. Ein Freund würde uns seinen Zweitwagen zur Verfügung stellen, damit wir mobil unterwegs sein konnten – welch ein Geschenk.
Während ich nach alter Väter Sitte und mit Wokis Tabellenwerk den Flug vorbereitete, besorgte sich Jürgen zusätzlich noch das von Thomas bereits viel genutzte und gelobte Softwarepaket Skydemon. Thomas gab uns am Abend vor dem Flug freundlicherweise noch einen Crashkurs in die Bedienung und gute Tipps.

Mit geringstmöglichem Gepäck und – wegen des vorherrschenden Gegenwindes – gut vollgetankt ging es am Freitagmittag los. Kontrollpunkte waren Unterschüpf, Fulda-Jossa, Fritzlar, Porta Westfalica (Oerlinghausen) und Oldenburg-Hatten. Das Kennenlernen bzw. Wiedererkennen von Deutschland aus der Luft der Länge nach von Süd nach Nord bei besten Sichtbedingungen war einfach ein Erlebnis. Da fiel dann das parallele Navigieren mit dem eingebauten Peschges und dem Skydemon und zusätzlich dem VOR nicht schwer. Dennoch sahen wir beide, dass man zum Kennenlernen und Ausnützen dieses zusätzlichen wirklich umfangreichen und hilfreichen Tools von Thomas noch mehr Übung benötigt. Für meine händische Vorbereitung hatte ich einen Gegenwind von 20 km/h angenommen und damit eine Gesamtflugzeit von 4 Stunden und 1 Minute errechnet. Tatsächlich brauchten wir exakt 4 Stunden. Landung also mit stolzgeschwellter Brust.

Was haben wir auf diesem Hinflug erlebt? Für mich war es – außer der Freude am Fliegen und der Landschaft – insbesondere der neu empfundene Spaß beim Fliegen mit dem Finger auf der Landkarte und beim Funken mit den diversen Langen-Controllern. Das ist sehr hilfreich. Meine Tangierung des Kontrollraumes D von Bremen wurde aufmerksam und allerdings auch nicht allzu freundlich mit der Bemerkung versehen, ich solle doch nach links rausfliegen. Den darin steckenden Tadel haben wir nur zu gerne akzeptiert.

Über meinen zeitweiligen Arbeitsort Bremerhaven und Jürgens Heimatort Dorum hinweg ging es an der Weser entlang nach Nordholz mit Meldung am Pflichtmeldepunkt Sierra.

Das Anflugverfahren unseres Landeortes ist generell mit erstem Kontakt bei Nordholz Turm geregelt. Erst bei der Landung wird auf die Spieka-Frequenz gerastet. Es war aber bereits kurz nach 14.00 Uhr UTC, da war das Militär wohl schon im Wochenende, und wir nahmen dann den direkten Spieka-Kontakt auf.

Da das Abstellen von unserem Mose im Spiekaer Hangar nicht möglich war, kam das mitgenommene Ankerzeug wieder zu Ehren. Hierzu gibt es kleine Videosequenz mit Jürgen, dem Verzurr-Meister.

Jürgen kann es ohne den Hebel

Samstag besuchten wir den Hafen mit dem berühmten Steubenhöft.

Am Sonntag war Zeit für den geplanten Rundflug um und über Cuxhaven.

Die Thermik war berauschend, so dass immerhin noch eine gute Viertelstunde lang auch Aufwindfreuden mit abgestelltem Motor mitgenommen werden konnten.

Da es eiskalt war, musste aber nachher dem Motor gut zugeredet werden, bis er wieder warm genug für die Landung war.

Für die Übernachtungen stand Jürgens Haus in Dorum zur Verfügung. Dort lässt es sich hervorragend leben und schlafen.

Früh am nächsten Morgen ging es neben der wiederum händischen Flugvorbereitung, die wieder bestes Wetter erwarten ließ, vor allem um die Frage, ob die vorhergesagten Minusgrade in geplanten 4000 ft Flughöhe nicht einen Wärmeschutz für den Motor empfehlenswert machen würden. Jürgen fing schon an, ein Ersatz-Alublech vorzubereiten. Auf das weise fernmündliche Abraten von Woki hin jedoch verzichteten wir auf diese Maßnahme.

Der Heimflug war wieder ein Sichtfluggenuss, und das bei bestem Überlandflugwetter. Da wir ziemlich weit unter der Basis flogen, bekamen wir die Thermik deutlich zu spüren, was den Motorflieger vielleicht zum Einhalten einer exakt vorgegebenen Höhe ständig zu Energie-vernichtenden Korrekturen veranlasst hätte. So aber gereichte dies dem Segelflieger in uns zur Freude.

Vielleicht konnten wir durch „dynamischen“ Segelflug und trotz leichtem Gegenwind etwas Sprit sparen und erreichten nach dreieinhalb Stunden Flug den Heimatflugplatz mit immer noch 30 ltr. im Tank.

Jürgen und ich durften ein wunderbares Flugwochenende erleben. Rechnet man die gesamte Flugvorbereitung mit ein, brauchten wir wahrscheinlich genauso viel Zeit, wie eine Auto- oder Bahnreise nach Norddeutschland gedauert hätte. Aber wo wären Spaß und Freude geblieben? Und der Nicht-Routinier in uns hat eine Herausforderung gemeistert, und das kann man vielleicht als ein zusätzliches Bonbon im Fliegerstammbuch vermerken.

Im Nachhinein, beim Reflektieren über all das schöne Erlebte, möchten wir nicht vergessen, dass wir dies als Hobbyflieger, die wir sind, nur im Rahmen eines Vereins machen können. Wir dürfen einen Motorsegler genießen, der durch die Arbeit eines Teams von fachlich versierten Freunden tadellos in Schuss gehalten wird. Und wir können uns auf einen Motor verlassen, der wie ein Uhrwerk läuft.

Mit dem Ventus von der Hahnweide ins Engadin

Am Montag, den 03.05.21 ist mir ein sehr schöner Flug in die Alpen bis nach Zernez im Engadin gelungen. Wie es dazu kam, und warum der Flug für mich so außergewöhnlich war, möchte ich Euch gerne erzählen.

Irgendwie habe ich mich in der Vergangenheit nie so recht damit beschäftigt, wie man von der Hahnweide aus mit dem Segelflugzeug in die Alpen fliegen kann. Durch meine jährliche Teilnahme an 2 Alpenfluglagern im April und August kam ich bisher eigentlich immer genug zum Fliegen in den Bergen. Aber dadurch, dass coronabedingt unser Frühjahrsfluglager in Sondrio schon zum 2. Mal ausfallen musste, habe ich doch verstärkte Sehnsucht nach den von mir so geliebten Flugregionen in den Alpen bekommen. Meine Sehnsucht wurde noch verstärkt, nachdem ich mehrere „late night soaring“ Youtube Videos in der Winterpause angeschaut habe. Besonders interessant fand ich den Beitrag „Flugtaktik im Engadin“.

Nachdem dann in den letzten Wochen noch vermehrt Flüge von den Cracks auf der Hahnweide in die Alpen durchgeführt wurden, stand mein Entschluss entgültig fest: das will ich auch mal probieren. Also fing ich an, mich intensiv damit zu beschäftigen. Das oben erwähnte Video habe ich zumindest in Ausschnitten bestimmt 10 Mal angeschaut, mir Screenshots ausgedruckt, Notizen gemacht, Lufträume studiert und viel mit google earth in 3D die Berge studiert und mich mit den empfohlenen Außenlandeplätzen beschäftigt. Dann kam noch was ganz entscheidendes dazu. Abi Kießling gelang Ende April genau der Flug, von dem ich anfing zu träumen. Er flog bis zum Bernina Gletscher und zurück. Diesen Flug habe ich genau studiert: Wann ist er gestartet, welche Route ist er bis an den Alpenrand geflogen, wie hoch kam er wo an, wo hat er den Einstieg in die Berge gemacht, wo hat er die Täler gequert, hat er bestimmte Pässe überflogen, um welche Uhrzeit war er wo? Eine hervorragende Möglichkeit der Fluganalyse besteht über „soaringlab.eu“. Echt genial, wie anschaulich man in 3D Flüge nachfliegen und von anderen lernen kann. Zu guter letzt habe ich mir dann über seeyou eine Route für das LX9000 programmiert, die praktisch genau dem Flugweg entsprach, den Abi genommen hat. Und diese Route hat mir dann bei meinem eigentlichen Flug am 3. Mai sehr geholfen.

Jetzt musste nur noch eine geeignete Wetterlage kommen, also: zunächst Mal natürlich gute bis sehr gute Bedingungen im Zielgebiet, im Engadin. Und dann zumindest passable Bedingungen für den Weg dorthin, sprich ausreichend hohe Basis in den Allgäuer Alpen, um ins Inntal zu gelangen und natürlich sollte man auch thermisch irgendwie von der Hahnweide an den Alpenrand gelangen. Am besten noch früh einsetzende Thermik, dann hat man für das ganze Vorhaben ausreichend Zeit. Tja, und dann kam so eine Wetterlage viel früher als gedacht. Am 3. Mai waren im Engadin gute Steigwerte bis 3500m MSL angekündigt. Süddeutschland sollte nach Durchzug einer Kaltfont unter Zwischenhocheinfluss kommen, die Luftmasse im Tagesverlauf abtrocknen, je südlicher desto früher sollte die Abtrocknung einsetzen, wobei mit Abtrocknung in diesem Fall nicht Blauthermik gemeint ist, sondern weniger Überentwicklungen und Ausbreitungen.

Um 9 Uhr stand ich also hochmotiviert am Hänger bei blauem Himmel, ein paar hohe Wolkenfelder noch im Osten zu sehen, der Boden klatschnass, es hatte noch in der Nacht geregnet. Das Regenradar zeigte noch in der Früh ein größeres Schauergebiet im Allgäu, oh weh. Außer mir war nur ein Sportsoldat am Platz, wollte ein 750er FAI Dreieck um Stuttgart fliegen mit verhaltenem Optimismus. Günther half mir netterweise beim Aufbauen. Um 09:30 Uhr schon begann es auf der Alb kräftig zu quellen, meine Vorfreude stieg und war ungebremst bis zu dem Moment als ich etwas Sprit nachtanken wollte und den Hauptschalter anmachte: tot, nichts ging, alle Sicherungen gecheckt, nichts. Die Motorbatterie war nicht zum Leben zu erwecken. Also Fehlersúche, Spannung messen: 0,0 Volt. Bei Schempp angerufen: die Lifepos schalten schon mal komplett ab beim Unterschreiten einer bestimmten Spannung, wir sollten 15 Minuten laden, dann sei alles wieder ok. Gesagt, getan, die Zeit ran nur so davon, der F-Schlepp mit dem Sportsoldaten ging hinter mir raus und ich musste mich ziemlich zwingen cool zu bleiben. Nach 15 Min immer noch nichts, das Ladegerät schien noch nicht mal richtig an zuspringen. Also fuhr Günther zu Schempp rüber um eine Ersatzbatterie zu organisieren. Die Zwischenzeit nutzte ich für die letzten Vorbereitungen: Motor checken, Cockpit beladen, Route ins LX laden. Und schon kam Günther mit einer geladenen Ersatzbatterie zurück, nach rekordverdächtigen 20 Minuten. Jetzt lief alles gut, ich hatte wieder Strom, kurz nachtanken und auf gings zur 25, zum Start auf Asphalt, auch hier noch mal meinen herzlichen Dank an Günther, der noch mitgelaufen war. Um 10:50 Uhr war ich in der Luft, zwar eine Stunde später als möglich, letztendlich aber nur 10 Min nach Abis Flug vor einer Woche. Ich motorte deutlich höher als notwendig, um gleich auf Kurs gehen und wieder etwas Zeit aufholen zu können. Die Bewölkung hatte stark zugenommen, alles war breit gelaufen und schon großflächig verschattet. Aber bei Münsingen fand ich noch einen Sonnenfleck und gutes Steigen trug mich auf stolze 2000 Meter. Mein nächster Wegpunkt war Biberach an der Riß, aber dorthin schien der Weg versperrt, ziemlich dunkel war es vor mir, ein größerer Schauer hatte sich leider entwickelt. Also gut, was machen? Außen rum fliegen? Da war auch überall nur Schatten. Die Außentemperatur zeigte -4 Grad, 700m Sicherheit zurück zur Hahnweide, ein Stück rein ins dunkle kann ich ja mal fliegen, Niederschlag in Form von Schnee oder Schneegriesel wäscht einen ja deutlich weniger runter als Regen, so meine Überrlegung. Und tatsächlich, verlor ich nur wenig Höhe und nach einigen Minuten konnte ich schon erkennen wie es vorne wieder heller wurde und es genügend Einstrahlung gab. Die programmierte Route half mir jetzt sehr trotz der eingeschränkten Sicht den Weg nach Biberach zu finden. Die Wettervorhersage schien richtig zu sein: je südlicher, desto trockener. Die Basis sank zwar wieder auf etwa 1600m ab, dafür gab es zunehmed weniger Ausbreitungen und genügend Einstrahlung. Bei Biberach fand ich wieder Aufwind und von da ab lief es gut über den Flugplatz von Leutkirch bis Immenstadt im Allgäu. Schon hatte ich also die Berge erreicht und an Hand der Wolken war eigentlich klar, wie man weiterfliegt. Leider lief es dann aber ab Oberstdorf deutlich schlechter als die Wolkenoptik versprach und ich war eine ganze Weile am rumbasteln ohne wesentlich an Höhe zu gewinnen. Die hätte ich aber dringend gebraucht um entspannt nach Süden weiterfliegen zu können. Im Lechtal standen ein paar kleine Wölkchen mit deutlich höherer Basis die ich aber nicht direkt anfliegen konnte. Schließlich bog ich fast 90 Grad von meiner geplanten Route nach rechts (südwest) ab und fand am Schrofenpass direkt über dem Skiort Warth Steigen, dass mich endlich auf 2600 und etwas weiter östlich sogar auf 3000 Meter hob. Jetzt war entspanntes Weiterfliegen auf Abis Route Richtung Landeck möglich und im Inntal lockte weitere 1/8 Bewölkung mit noch höherer Basis. Ich bins dann erst mal langsam und vorsichtig angegangen und habe auf der Südseite vom Lechtal alles an Steigen mitgenommen was ich über den Gräten so gefunden habe. Viel war es nicht, es lag auch noch gut Schnee überall, optisch natürlich ein Hochgenuss. Die Luft war jetzt glasklar, nach Südwesten kaum noch Bewölkung, eine unglaubliche Fernsicht nach allen Richtungen. Nach Norden schaute ich jetzt über die Wolken. Ein Blick auf die Uhr: 13:30 Uhr etwas über 100km bis nach St. Moritz. Abi hatte an der Bernina gegen 15 Uhr gewendet. Ich lag also ziemlich gut im Zeitplan. Plötzlich war ich also im Inntal, Landeck zu meiner rechten und an einem dunklen steinigen voll in der Sonne liegenden Geröllhang fand ich gutes Steigen bis auf 3300Meter. Von nun an kam mir durch meine intensive Vorbereitung alles vollkommen vertraut vor, obwohl ich defacto zum allerersten Mal dort flog. Auch die Namen der Berge, die Benjamin Bach im late night soaring Video aufgezählt hatte, kamen mir sofort wieder ins Gedächtnis. So ging es also über den Venet zum Hexenkopf, an den gut einsehbaren Außenlandefeldern von Tösens vorbei zum Muttler, wo ich genau wie von Benjamin beschrieben dann auch gutes Steigen bis sagenhafte 3800Meter fand. Kalt war es da oben, -12 Grad, die Skyboots halfen sehr, ne lange Unterhose wäre noch schöner gewesen. Egal, die atemberaubende Fernsicht entschädigte für alles. Es ist einer der Momente, an dem einem wieder mal klar wird, warum man den ganzen Aufwand betreibt, mit der vielen ehrenamtlichen Arbeit im Verein und auch der Pflege des eigenen Flugzeugs. Nach Süden konnte man einwandfrei über den Reschenpass ins Vinschgau schauen, dahinter sogar schon die Dolomiten erkennen. Rechts vorraus der Ortler, an dem ich von Sondrio aus schon so oft war. Und natürlich rückte mein Ziel, die Bernina jetzt in greifbare Nähe. Ich fühlte mich großartig, was für ein Logenplatz am Himmel! Die nächste Wolke stand etwas weiter weg am Piz Nuna, sah aber perfekt aus. Wegen meiner guten Höhe konnte ich nun wie von „Schunki“ beschrieben direkt diagonal das Tal queren und einiges abkürzen. Tja und dann hat sich die Wolke natürlich kurz vor meiner Ankunft aufgelöst, Steigen war dann entsprechend nicht so toll. Aber der Maloja Wind stand voll auf dem Prallhang, die Nuna war also eine sichere „Bank“. 14:30 Uhr war es mittlerweile und vor mir war jetzt alles blau. Nicht weit vor mir lagen die 2 Beschränkungsgebiete R11 und R11A, die leider beide aktiv waren. Eigentlich hatte ich geplant zu versuchen eine Freigabe für den Durchflug zu bekommen. Wenn ich an der Nuna auch noch mal auf 3800 gekommen wäre, hätte ich bestimmt den Mut gehabt weiter zu fliegen. So aber aus 3300 ins Blaue weitergleiten trotz Malojawind, was ja angeblich ein sicheres Zeichen für Thermik ist, mit der Unsicherheit der Beschränkungsgebiete und nachdem bis hierher alles so gut gelaufen war, beschloss ich dann doch umzudrehen. Der Rückweg lief dann ziemlich entspannt, geradezu einfach. Die paar Wolkenfetzen, die es im Unterengadin noch gab, lieferten zuverlässiges Steigen und als ich wieder an dem oben beschriebenen Geröllhang hinter Landeck auf 3500m kam, zeigte das LX nur noch -600m für den Endanflug auf die Hahnweide an. Mit dieser Höhe konnte ich wunderbar ohne zu Kreisen das Lechtal queren und kam ganz entspannt wieder nach Oberstdorf und Sonthofen. Die Basis hatte sich zwischenzeitlich deutlich angehoben und so wurde der Rückweg noch einfacher. Linker Hand zog der Alpsee vorbei und im Hintergrund konnte man im Dunst den Bodensee erkennen. Ich suchte und fand zu meiner rechten den Flugplatz von Agathazell und später links Isny. Zwischen Leutkirch und Biberach zeigte der Rechner zum ersten mal Endanflughöhe und die Optik vorraus zeigte, dass jetzt nichts mehr schief gehen konnte. Und weil kurz vor Münsingen eine schöne Wolkenstraße Richtung Osten verlief, folgte ich Ihr noch eine Weile bis ich dann bei Giengen an der Brenz endgültig den Endanflug einleitete, ein kleiner Schlenker über unser zu Hause in Heiningen musste noch sein, und schließlich landete ich bei schöner Abendstimmung nach 6:45 Std überglücklich wieder auf der Hahnweide. Was für ein Flug! Unglaublich, was man mit so einem Segelflugzeug alles anstellen kann. Natürlich war der Flug weit weg von irgendwelchen Rekorden. Aber für mich persönlich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Kein Flug, den man so schnell vergisst. Und klar, die Bernina knack ich irgendwann auch noch, ich lege mich auf die Lauer und halte nach einer geeigneten Wetterlage Ausschau!

Screenshot late night soaring
hinter Münsingen musste ich ins Dunkle
dahinter, bei Biberach
deutlich besser
südlich Leutkirch, an der markierten Stelle gab es den nächsten Aufwind
wieder oben am Alpsee
über Oberstdorf, die Wolken zogen nicht so gut
noch viel Schnee, von dieser Stelle konnte ich die Wolken im Lechtal nicht erreichen
Einstieg ins Inntal gelungen, Venet voraus, rechts Landeck
Anflug auf den Hexenkopf mit noch höherer Basis
am Muttler vorbei, Piz Nuna in Sicht
links unterhalb der 2 Wolkenfetzen der Ortler
wieder auf dem Rückweg kurz vor Scuol
nördlich Landeck kurz vor dem Lechtal
der Lech
am Ende des Tals liegt Warth
kurz vor Oberstdorf noch über der Basis
über dem Winglet: der Grünten
wieder am Alpsee hinten im Dunst der Bodensee
Federsee
hinter Biberach war klar, der Einstieg auf die Alb sollte gelingen
Endanflug von Osten, Blick zur Teck
Hahnweide in Sicht

Mit dem Motorsegler nach Samedan / Engadin

eigentlich wollten Thomas und ich schon ein Wochende zuvor nach Samedan fliegen, aus Spaß an der Freude aber auch um seinen Geschäftsfreund Edoardo zu treffen. Doch leider regnete es den ganzen Tag. Und so verschoben wir unser Vorhaben auf

Samstag, den 07.11.2020. Hochdruckwetter war angesagt, die Alpen sollten komplett sonnig sein, nur – und das ist der Nachteil an Hochdruckwetterlagen im Winter- das Gebiet um die Donau und am Bodensee sollte nebelig werden. Thomas hatte den Flug gewissenhaft vorbereitet. Weil Samedan ein sehr hochgelegener Flugplatz ist, muss man, um dort landen zu dürfen, sich ausführlich mit den Gegebenheiten des Platzes vertraut machen. Am problematischsten ist die Dichtehöhe, die besonders im Sommer bei hohen Temperaturen so machen Flieger an seine Leistungsgrenze bringen kann, vor allem bei hoher Beladung. Also liest man sich im Internet die Zusammenhänge durch und macht anschließend online einen recht umfangreichen Test, den es zu bestehen gilt. Dann bekommt man ein Zertifikat und erhält für 2 Jahre Landeerlaubnis. Den Test haben wir größtenteils gemeinsam am Telefon gemacht, ich war gerade im Auto unterwegs und Thomas meinte ich könnte meine Mehrfachbelastbarkeit unter Beweis stellen. Für die eigentliche Flugvorbereitung benutzt Thomas die SkyDemon Software. Damit ist das Planen von Motorflugstrecken und später das Navigieren an Bord sehr einfach. Selbst der für die Schweiz erforderliche Flugplan wird vollautomatisch erstellt, sehr praktisch.

Wir trafen uns also um 08:00 Uhr auf der Hahnweide, die um diese Zeit noch menschenleer war und bauten auf. Auch für die Hahnweide war Nebel vorhergesagt aber glücklicherweise blieb dieser westlich vom Platz und war auch nur sehr dünn. So konnten wir wie geplant um kurz vor 9 starten. Bei „Langen Information“ eröffneten wir unseren Flugplan und blieben gleich auf der Welle, aber außer uns schien so früh noch keiner unterwegs zu sein. Als wir die Alb erreichten sahen wir das vorhergesagte Nebelgebiet. Also hieß es ordentlich Höhe tanken, um im Falle eines Motorausfalls entweder sicher zurückgleiten oder ab dem Entscheidungspunkt geradeaus weiter fliegen zu können. Das Gebiet östlich vom Bodensee war nebelfrei und so war ein Überfliegen des Nebelgebiets problemlos möglich. Wir flogen zunächst die selbe Route wie 2 Wochen zuvor Thomas mit Woki zur Schesaplana. Die Sicht war grandios nach allen Seiten. Die Alpen empfingen uns mit glasklarer Luft und frisch beschneiten Hängen. Südlich der Schesaplana waren wir beide noch nie mit dem Flieger unterwegs, es war für uns beide Neuland. wir passsierten Klosters und Davos zu unserer linken und zu unser Verwunderung herrschte dort bereits reger Skibetrieb. Jetzt mussten wir den Abula-Pass finden und ansteuern, denn dies ist einer der Anflugpunkte für Samedan aus Norden kommend. Mit Hilfe des GPS und mit reichlich terrestrischer Navigation ist uns dies ganz gut gelungen. Wir konnten problemlos mit Samedan Turm Funkkontakt aufnehmen, obwohl zwischen uns und dem Flugplatz noch einige hohe Berge lagen. Offensichtlich gibt es eine Relaystation. Die Anflugroute ist recht simpel: man folgt vom Abulapass (2300 m NN) dem Tal bis man die Ortschaft La Punt im Inntal erreicht. Dort befindet man sich entweder schon im Endteil der Landebahn 21 oder im langen Gegenanflug für die 03. Da der Platz 1700m hoch ist muss man bis zur Platzrunde gar nicht so viel Höhe abbauen, eigentlich ganz praktisch. Für uns war die 03 vorgesehen, wir bekamen im Anflug schon einen Vorgeschmack auf den Abflug mit grandioser Aussicht auf die Berninagruppe und die beiden Seen. Pünktlich nach 1Std und 35 Min Flugzeit, genau wie berechnet setzen wir auf, unglaublich wie schnell das ging. Nach der Landung gings hinter dem Followme zum Parkplatz auf dem Vorfeld, wir waren das erste ausländische Flugzeug an diesem Tag. Wenn man nach so einem Flug die Hauben öffnet, empfängt einen jedes Mal das faszinierende Gefühl irgendwo gänzlich woanders zu sein, komplett andere Landschaft, anderes Klima, anderes Land, und das nach so kurzer Flugzeit. Für solche Unternehmungen ist unser Motorsegler einfach unschlagbar. Tja und Edoardo? Konnte nicht kommen, wegen Corona-Lockdown durfte er Mailand nicht mehr verlassen, keine Chance. Dafür gab es ein paar Restaurant Tipps per WhatsApp. Nach einer halben Std zu Fuß saßen wir schließlich auf der Sonnenterrasse des Cafe Laager und genossen die Aussicht und regionale Pastagerichte. Zurück auf dem Flugplatz mussten wir doch etwas schlucken ob der hohen Landegebühr, wenigstens kann man sie sich ja teilen. Mittlerweile standen auch ein paar Privatjets um unsere TB herum, eine junge Dame im Pelzmäntelchen und Schoßhündchen an der Leine lief gerade quer übers Vorfeld, ja klar wir sind ja auch bei St. Moritz! Nun freuten wir uns aber sehr auf den Rückflug mit der weiter westlichen Route.

Der Start war problemlos, dieses Mal von der 21 bei leichtem Maloja Wind, aber die Höhe merkten wir schon, bei hohen Temperaturen im Sommer hätten wir sicherlich in der Platzrunde erst Höhe gewinnen müssen, so aber ging es recht gut im Geradeausflug. Zunächst flogen wir an St. Moritz vorbei, dann über die 3 Seen hinweg, der größte davon der Silvaplanasee. Das Panorama hat uns so sehr begeistert, dass wir mehrere Kreise flogen, bevor wir das Tal Richtung Julier Pass verließen. Dieses Gebiet kannten wir entweder nur von unten durch unsere zahlreichen Fahrten ins Frühjahrsfluglager nach Sondrio oder von hoch oben aus 4000 Meter bei unseren Wellenflügen von Sondrio aus. Die Perspektive von ein paar hundert Metern über Grund hat, wie wir feststellten, seinen ganz besonderen Reiz. Die 4000er im Süden mit ihren frisch beschneiten reinweißen Gletschern, darunter die tiefblauen Seen im Tal, der weite Blick nach Westen über den Maloja hinweg und nach Norden die uns so vertraute Passstraße zum Julier. Auch das Gebiet um den Julier mussten wir bei Bivio durch ein paar Kreise nochmal genauer betrachten, einfach zu schön dort. Von dort aus flogen wir am Lenzerhorn, dann etwas westlich des Weisshorn und Hochwang vorbei und weiter am Osthang des Rheintals über Feldkirch nach Friedrichshafen. Dort hatte sich der Nebel zwar etwas zurückgezogen aber wir blieben wieder hoch genug für ein sicheres Überfliegen des Nebelgebietes bis wir einen langgestreckten Sinkflug bei herrlicher spätnachmittaglicher Dunststimmung an der Albkante zurück zur Hahnweide einleiten konnten.

Nach der Landung waren wir einfach überglücklich, wieder einmal war es ein ganz besonderer Tag für uns. Als ich 1 Std später zu Hause beim Kaffee saß, konnte ich es einfach nicht glauben, dass ich nur ein paar Std zuvor noch mitten im Egadin war. Thomas und ich waren uns einig: Samedan ist defintiv ein ganz besonderes Ausflugsziel, zur Nachahmung sehr zu empfehlen!

Schesaplana – hin und zurück

Thomas hatte mich eingeladen, am Sonntag mit ihm Mose zu fliegen. Eigentlich wollte er mit Max mehrtägig nach NRW fliegen, aber die Wettervorhersage war für den Rückflug zu schlecht. Deshalb kam ich in den Genuss des Alternativprogramms. Thomas wollte erst am Sonntag die Route besprechen – wenn das Wetter übersichtlich wird. Am Abend dachte ich an eine Tour zur Schesaplana. Am Sonntag hat sich Thomas dann für die Lechtaler Alpen ausgesprochen – passt!

Mose zusammenstecken, Flug planen und losrollen zum tanken. Nix war’s – die Batterie hatte zu wenig Kraft. Sie ist den plötzlichen Herbsttod gestorben (Herbie spricht bei den Batterien vom plötzlichen Wintertod). Kein Problem, die Ersatzbatterie lag bereit und war auch frisch geladen. Mit leichter Verzögerung sind wir in die herrliche Luft gestartet, mit einer Sicht über 100km. Der Flugweg führte in Richtung geschlossener Nebelfelder über der Donau. Auch der Bodensee war komplett mit Wolken zugedeckt. Über der schmalsten Stelle der Wolken haben wir gequert und hatten dann freien Weg nach Süden.

Im Gebirge waren die Berge oberhalb 2500m frisch überzuckert – herrlich weißer Schnee – noch dünn und nicht zum Skifahren geeignet. Thomas kennt im Lechtal alle Berge, Hütten und Wege. Lest die ausführlichen Bildbeschreibungen! An der Schesaplana hatten wir kurz einen Segelflieger im Blickfeld. Er muß in der Welle gewesen sein. Den Abwind der Welle haben wir mitgekriegt.

Auf dem Rückweg war für unsere Stärkung die erste Wahl Stahringen – Nebel. Dann Leutkirch. Jungejunge war da ein Betrieb. Mit Flugzeugen, Fallschirmspringern und Besucher in der Gaststätte. Aussen gab’s keine Sitzplätze mehr – aber wir sind flexibel und haben innen sehr gut gegessen.

Während des Rückflugs konnten wir die schöne Herbstfärbung der Blätter geniesen. Der Neuffen mit seinen Weinbergen und der Talwald tun sich besonders hervor. Es war ein toller Ausflug!

P.S. Die Alpen sind ein mächtiges Gebirge und riesengroß. Ob wir wohl alle Bergnamen richtig gefunden haben? Ergänzungen sind gewünscht!

Text: Thomas, woki

Bilder: woki

Dornbirn, Rheintal und Säntis

Im Hintergrund die markante Rote Wand, vorne rechts der Spullerschafberg und links von der Mitte der Pöngertlekopf – hier lebt eine der größten Steinbockkolonien der Alpen. Wie man sagt, waren die Steinböcke am Arlberg ausgestorben. Bei einer Nacht- und Nebelaktion wurden einige Steinböcke aus der Region um Aosta heimlich gefangen und an den Arlberg verbracht, wo sie sich prächtig vermehrten.

Totalphütte, 2385m. Etwa 1980 war ich (woki) mit einer Wandergruppe dort unterwegs. Wir sind – wie damals üblich – am Freitag Mittag nach der Arbeit ins Gebirg gerast, mit der Lünerseebahn hochgeseilt und zur Totalphütte aufgestiegen. Der Hüttenwirt hat von einem Unglück erzählt. Eine 2er-Gruppe war im Schneetreiben mit Skiern aufgestiegen. Sie hatten die Hütte nicht gefunden und sind 30m vor der Hütte in der Nacht erfroren. Bei unserem Aufstieg zur Schesaplana bei wunderschönem Wetter konnten wir andere gefährliche Sachen sehen: Leute mit Badeschlappen auf dem Weg zum 2965m hohen Gipfel.

Die Hütte war 1958 eine Bauhütte für Arbeiten an einer Rohrleitung für den Lünersee und wurde dann von dem österreichischen Alpenverein übernommen. Im Januar 2019 wurde die Hütte von einer Staublawine stark geschädigt. Sie ist wieder aufgebaut worden und seit Juli 2020 wieder im Betrieb. Quelle: Wikipedia

Es gibt einen super Film zum Wiederaufbau.

in Youtube eingeben: Totalp – Vorarlbergs höchste Baustelle https://www.youtube.com/watch?v=jxmHi_UJIcE

Teamflug ins Schweizer Jura 25. Juli 2020

am 25. Juli ist Thomas und mir ein traumhaft schöner Flug bis weit in den Schweizer Jura gelungen. Nachdem ich genau eine Woche zuvor einen ähnlichen Flug verwirklichen konnte und sich für das Wochenende wieder eine gute Wetterlage abzeichnete, beschlossen Thomas und ich es nochmal zu probieren, dieses Mal im Teamflug mit unserer ASW28-18E und dem Ventus 2cxT. Die Schlange am F-Schlepp war lang und so kamen wir erst kurz nach zwölf in die Luft. Dafür ging es dann gleich zügig voran, zunächst an der Albkante bis zum Plettenberg, von wo aus wir in den Schwarzwald flogen. Auch im Schwarzwald lief es wie geschmiert, die Wolken zogen zuverlässig und bis deutlich über 2000 Meter. Das Team funktionierte bestens, wir flogen stets eng zusammen und waren fast immer auf gleicher Höhe. Die Leistungsunterschiede der beiden Flugzeuge scheinen zumindest im niedrigeren Geschwindigkeitsbereich minimal zu sein. Vorbei ging es am Titisee und Schluchsee, St. Blasien rüber zum Flugplatz Hütten Hotzenwald. Dort habe ich jahrelang an Wettbewerben teilgenommen und kenn mich gut aus. Es ist landschaftlich einfach traumhaft dort. Nun mussten wir bei Bad Säckingen den Rhein überqueren und es ging über den Flugplatz Fricktal-Schupfart, wo wir zu unserer Freude nochmal Höhe tanken konnten. Damit wurde der Weiterflug zum Jura, den wir querab Olten erreichten zum Kinderspiel. Oft ist dieser Bereich nämlich von thermisch toter Luft geprägt und obwohl man im Basler Luftraum dort bis 2000m steigen darf, erreicht man im reinen Gleitflug den Jura ansonsten nur knapp über Hangkante. Dort angekommen fragte mich Thomas im Funk. „Wie heißt eigentlich der Höhenzug da rechts von uns?“. „Das ist der Schweizer Jura“, war meine Antwort, darauf war Stille im Funk und ich musste etwas grinsen. Ein Blick auf die Uhr: zwanzig nach zwei, Klasse wir sind gut in der Zeit, kein Problem also für einen Weiterflug nach Südwesten. Der Spaß konnte beginnen, die Rennstrecke war erreicht, die Wolkenoptik phantastisch. eine Luftraumbeschränkung zwang uns über etwa 20 km unter 1700m zu fliegen, aber es ging so gut, dass wir kaum kreisen mussten. Die Sicht war bestens, Gleitschirmflieger markierten zuverlässig die Aufwinde vor uns, wenn gleich es nicht ganz so viele waren, wie eine Woche zuvor, und das Flarm- Gleitschirmflieger fliegen zunehmend mit Flarm- ununterbrochen warnte, was sehr anstrengend war. Zur Linken sah man weit ins Berner Oberland und wir genossen auch den Blick auf den Bieler See und später den Neuenburgersee. Voraus liefen schnurgerade die Höhenrücken des Jura mit saftigen Wiesen, Wäldern und Kreidefelsen. Es ist ein landschaftlicher Hochgenuss und wir genossen es in vollen Zügen im Bewusstsein, gerade etwas Besonderes zu erleben. Am Sendeturm des Chasseral war die Wolkenoptik vorraus noch bis zum Horizont gleichbleibend gut. Wir beschlossen aber nicht mehr allzu lang weiter zu fliegen und so drehten wir um 15:30 Uhr am Ende des Neuenburgersees querab von Lausanne immerhin 300 km von der Hahnweide entfernt wieder um. Wer weiß, ob der Rückweg wieder so genial läuft und wir die gute Schnittgeschwindigkeit halten können. Der Rückweg lief aber fast noch besser, durchweg gute Bärte bis zu der Stelle wo wir wieder unter 1700m bleiben mussten. Davor konnten wir ordentlich Höhe „wegdrücken“, und es ist schon eine mordsgaudi, die ersten Bärte mit nahezu Höchstgeschwindigkeit anzufliegen. Den Rhein querten wir wieder bei der gleichen Stelle und fanden im Hotzenwald problemlos den Anschluss an den Schwarzwald. Wir wählten dieses Mal auf Grund der Wolkenoptik eine etwas nordwestliche Route. Direkt bei Rottweil stand eine perfekte lange Wolkenwurst vorgelagert vor der Alb mit genauer Ausrichtung gen Heimat. Nachdem wir dort den ersten Bart zentriert hatten war klar: Dies ist die Rückfahrkarte, der Heimflug war gesichert, die Endanflughöhe erreicht. Was nun begann hat auch Seltenheitswert. Wir schienen, wie sich später rausstellte zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Denn die gesichtete Wolkenwurst stellte sich als Konvergenzlinie raus die weit nach Osten führte und sich erst am frühen Abend gebildet hatte.  Am Farrenberg flogen wir auf die Alb und konnten mühelos im Geradeausflug die Höhe halten, knapp unter der Basis von 2300m. Beim Erreichen der Hahnweide war es erst 18 Uhr, wir waren immer noch 2000m hoch und die Konvergenzlinie schien kein Ende zu nehmen. Also flogen wir weiter nach Osten, bis nach Nördlingen fast ohne einen Kreis zu machen und immer knapp unter der Basis. Schließlich drehten wir bei Nördlingen um und flogen mühelos der Linie folgend nach Hause. Was für ein Abschluß nach so einem Tag! Diesen Flug werden wir beide so schnell nicht vergessen.  740 km mit einem Schnitt von 103 km/h sind wir geflogen. An diesem Tag sind 14 Flüge über 1000km gemacht worden. Die Damen haben bei Ihrem Trainingslager von Aalen aus einige Rekorde geflogen. Auch das zeigt, was für ein außergewöhnlicher Tag es war.

Rennstrecke im Jura
Chasseral
Neuenburgersee
Ende des Neuenburgersees im Hintergrund der Genfer See
kurz vor der Wende, Thermik bis zum Horizont
gewendet im Jura, S2 im Bild
wir queren den Rhein
Wiedereinstieg in den Schwarzwald, Eggberg-Speicherbecken, bei Bad Säckingen
gute Steigwerte im Schwarzwald
Fliegen in der Konvergenz querab Hahnweide

Auf dem Stuttgarter Blatt rumgondeln … oder: sieh‘ das Gute liegt so nah!

Große Reisepläne werden manchmal von harten Randbedingungen zackig reduziert. Meistens ist das Wetter die Randbedingung. Was ist das Stuttgarter Blatt? Für die Nichtflieger: Deutschland ist für Sichtflieger auf 8 Flugkarten verteilt – von Stuttgart im Südwesten bis Rostock im Nordosten. Am liebsten möchten wir immer weit weg fliegen – und jetzt zeige ich Euch wie schön es allein auf dem Stuttgarter Blatt ist!

Flug mit Jochen im August

Die Idee war, ins Allgäu zu fliegen und dort ohne Motor zu segeln. Die Thermikvorhersage für die Alb war nicht gut, ganz anders für das Allgäu! Die Wolken über der Nagelfluhkette – da gehört der Hochgrat dazu – sahen von der Ferne ganz gut aus. Die ersten Mitstreiter sahen wir am Osthang von Bolsterlang. 7 Gleitschirmflieger auf einem Haufen am Hang – das ist kein deutliches Zeichen für Thermik! Wir haben’s ein paar mal probiert, aber so richtig geklappt hat’s nicht. Also sind wir zum Sightseeing übergegangen: Gottesackerwände, Widderstein, Trettachspitze. Alles wunderbare Touren – auch zum Bergsteigen.

Für unsere Stärkung sind wir in Leutkirch gelandet. Jochen meinte, die Kutteln seien nicht vegan – aber sie waren ausgezeichnet! Anschließend wollte Jochen noch einen Kaffee trinken – in Albstadt Degerfeld. Die Wirtschaft war noch zu – wir müssen die Flugvorbereitung verbessern.

Flug mit Stephan 30. September

Die Randbedingungen diesmal: später Start und Landung vor 1800LT. Immer ein schönes Ziel: der Bodensee und nebenher lange Schatten finden. Per Funk haben wir in Stahringen nachgefragt, ob wir landen dürfen. Wir durften. Das nehmen nicht alle Plätze, bei denen man vor der Landung per Telefon um Erlaubnis fragen muß, so locker wie die Stahringer. Der Platz ist wunderschön – und es hat auch für einen schnellen Kaffee im Restaurant gereicht. Kaum waren wir auf der Hahnweide gelandet – es war rechtzeitig – waren die Modellflieger in der Luft.

Burg Altbodman in Spornlage über Bodman – es ist die linke Ruine. Die Vorgängerburg an der Stelle des jetzigen Klosters Frauenburg (rechts an der Kante) ist während einer Familienfeier abgebrannt. Nur der 1-jährige Heinrich hat überlebt – weil ihn seine Amme mit Decken in einen Kessel gepackt und dann aus dem Fenster geworfen hat. Zumindest eine schöne Legende (Quelle: Ruine Altbodman von Joseph Schlippe). Heinrich hat die Burg 1309 neu gebaut.

Link zu 3D Darstellung

https://sketchfab.com/3d-models/burgruine-altbodman-6bd98b9697ad4e2ba7b9328af37af2d9

Flug mit Stephan 1. Oktober

Der Besuch der Bauhausikone Kornhaus in Dessau war zu weit für einen Tag, und die Vorhersage für einen mehrtägigen Flug nicht so, wie sich’s VFR-Flieger wünschen. Das zweite Ziel Burg Feuerstein hat Stephan mit FL95.de fertig ausgearbeitet. Also ging’s mit Kurs NNO von der Hahnweide los – bis wir über Ellwangen an der nahezu geschlossenen Wolkendecke abgeprallt sind. Unter den Wolken durch haben wir gar nicht probiert. Also war’s nix mit dem Mittagessen in der schönen Wirtschaft am Flugplatz Burg Feuerstein. Was jetzt? Wirtschaft am Flugplatz Leutkirch! Aber die Randbedingung tiefe Wolken wollte das nicht. Winzeln war nicht offen – so haben wir wieder Heimatkunde betrieben und Burgen bewundert. Zum Ausklang gab’s zuhause mit Sonja Kaffee und Kuchen.

Wir wollen immer noch weit weg, aber es geht eben nicht an jedem Tag – und auf dem Stuttgarter Blatt gibt’s noch viel zu entdecken!

Text: woki Fotos: Jochen, woki

Carpe diem mit Franz

Franz hatte schon lange einen Plan: Hilmar und Ulla am Attersee zu besuchen. Spontan fragte er mich bei einem Schraubernachmittag auf der Hahnweide – ist 6:30 am Flugplatz ok? Meine Frage war noch – sollen wir die Tage vorher schon tanken? Nein, das geht ja schnell meint er. Wir sind ein eingespieltes Team. 7:10 waren wir genau nach Flugplan in der Luft! Franz hat die Planung mit FL95 gemacht. Der Wind hat uns mit Kraft geschoben – direkt von hinten, bei 115 km/h IAS hatten wir 180 km/h über Grund. Das langsame Fliegen hat einen Vorteil: es spart Sprit für den längeren Rückflug – der Wind legte sich an diesem Sturmtag erst, als wir schon wieder im Bett lagen. Außerdem kannte Hilmar unsere geplante Ankunftszeit. Franz hatte ja einen Flugplan aufgegeben und Hilmar konnte immer über Flightradar24 unsere Position sehen.

Der Flug am frühen Morgen war wunderschön und die Sicht großartig. Das Licht zeichnete malerisch lange Schatten, beim Rückflug wird es wieder so sein. Vorbei an Ammersee, Starnberger See und Chiemsee näherten wir uns Salzburg für ein midfieldcrossing in 3000ft. Kein Problem, der freundliche Fluglotse hat unsere Wünsche erfüllt und wir haben Dank unserem Navi seine Pflichtmeldepunkte ganz leicht gefunden. Östlich Salzburg wird die Szenerie noch traumhafter. Die Seen des Salzkammerguts begrüßen uns wie glitzernde Edelsteine, sie fließen förmlich aus dem Gebirgsstock des Karwendel heraus. Fuschlsee, Mondsee, weiter entfernt rechter Hand der Wolfgangsee, dann Attersee und Traunsee. Teilweise liegen sie mit ihrer südlichen Hälfte zwischen steilen Felswänden, manche kleinere Seen sind auch komplett umarmt vom Fels. Die Berge wachsen ohne Vorgeplänkel aus der Ebene heraus und stehen ganz mächtig da!

Bei der Landung auf dem gepflegten Verkehrslandeplatz Gmunden war der Wind direkt auf unserer Nase, passte also gut. Den ersten Parkplatz haben wir wieder verlassen – der Boden war zu steinig für unsere Erdanker. Aber Franz hat eine schöne Alternative hinter den Hallen gefunden und der Flugleiter war einverstanden.

Es folgt die Sightseeingtour im Tesla über den Höhenrücken vom Traunsee zum Attersee. Das Ufer des Sees ist schmal und begehrt – wie alle Ufer – und deshalb kreativ bebaut. Ältere Villen haben links und rechts vom Haus noch Platz, die neuen Häuser rücken so dicht zusammen wie die Vorschriften erlauben. Da das Ufer steil ist, haben die Menschen in den weiter hinten liegenden Hausreihen auch einen freien Blick zum See – es ist wie im Amphitheater! Wir rollen elektrisch vorbei an Hilmar’s Jugenderinnerungen und wir stoppen beim Fischer. Ulla hat eine Lachsforelle bestellt, die war noch warm vom räuchern. Der Attersee ist das 2. zuhause von Hilmar und Ulla, es war eine große Freude des Wiedersehens bei uns allen. Den vorzüglichen Fisch gab’s mit Kren auf dem Balkon – dazu Sicht auf See, Schiffe und den Brennerin. Das ist der nächste Berg. Was will man mehr?

Sollen wir Segeln? Aaah – es sind starke Böen vorhergesagt. Der Wind steht quer zum See und wird durch das im Weg liegende Gebirge turbulent sein. Bei dieser Windrichtung ist Respekt geboten. Es hat noch andere Boote auf dem See – viele allerdings nicht. Aber gehen wir zum Boot und wollen es wagen. Hilmar hat das Boot vorsorglich schon von der Boje an den Steg gelegt – damit wir bequem einsteigen können – ein Superservice.

Wir legen mit elektrischem Innenborder ab und setzen Segel – dem Wetterbericht geschuldet lässt Hilmar das erste Reff drin. Es ist eine Kajütyacht mit Rennbesegelung – hat also alle Trimmmöglichkeiten für die Segel. Das Einlernen eines erfahrenen Windsurfers (Franz) auf das Boot dauert ja seine Zeit. So war’s gut, dass uns nicht gleich die harten Böen erwischt hatten. In welcher Drehrichtung legt man die Schot um die Winsch? Aha – die Winsch hat zwei Gänge – links rum kurbeln langsam – rechts rum schnell – ein geniales Teil. Dann muß der Vorschoter noch die Holepunkte für die Genuaschoten bedienen – Hilmar hat Franz ganz schön auf Trab gehalten.

Gechillt wurde auf einem anderen Boot. Direkt neben unserem Steg hatten junge Leute eine Schwimminsel an das Motorrennboot gebunden und sind damit elektrisch zum Baden auf den See geschlichen – mit Benzinmotor darf man erst wieder im Herbst fahren. Der See war herrlich, die Temperaturen perfekt zum Wohlfühlen und der Wind launisch. Ständig wechselte er die Richtung und die Stärke – jedes mal dicht holen oder fieren und natürlich den Holepunkt korrigieren! Aber so ist das auf einem Rennboot. Ich durfte fotografieren.

Unser Tag war ja exakt durch getaktet, deshalb gab’s feste Zeiten für die Rückkehr zum Steg und zum Flugplatz. Dazwischen muß Kaffee und Kuchen passen. Franz ist noch ins glasklare Wasser gesprungen, ich bin Hilmar beim Aufräumen zur Hand gegangen.

In Gmunden angekommen sind wir 1 Minute vor dem Flugplan (wieder über AIS im Internet aufgeben) in der Luft gewesen und bei dem heftigen Gegenwind gestiegen wie ein Ballon! Jetzt musste sich unser Mose gegen den starken Wind durchsetzen. Die Route war gleich wie beim Hinflug – der Wind eher noch einen Tick stärker – wir hatten Wind in Spitzen bis 80km/h, gemittelt 60km/h. Unser Flugweg führte diesmal nördlich der Salzburger Piste durch die Kontrollzone und sollten ein-zwei Minuten wegen Verkehrs warten. Aber der Lotse hat sicher übersehen, dass wir wegen dem Wind gaanz laangsam sind. Egal, auf der Hahnweide angekommen hatten wir noch 25 Minuten bis zum Sonnenuntergang. Wie beim Hinflug war wenig los im Funk, wenig Verkehr und wieder grandiose Flugsicht. Das schwächelnde Headset war von Ilhan repariert worden und funktioniert wieder perfekt.

Bei starkem Wind ist klar: man fliegt tief, weil der Wind dann schwächer ist. So tief, dass man einen Vorteil hätte, konnte man aber gar nicht fliegen. Franz ist dann 1000ft höher gestiegen – und oh Wunder – die Luft war ruhig und der Wind auch nicht stärker! So konnten wir die Taktik zu Routen und Höhenplanung bei starkem Gegenwind theoretisch und praktisch behandeln.

Frage 1: Bringt es was, einen Umweg über ein Gebiet mit weniger Wind zu wählen? An diesem Tag wäre das gut möglich gewesen. Das Starkwindfeld endete am Rand der Alpen. Ich hab’s hinterher mit FL95 gerechnet – der Umwegflug hätte länger gedauert. Der vorhergesagte Gegenwind war eben nicht null sondern auch noch 20km/h und wegen dem Gelände hätten wir mehr steigen müssen.

Frage 2: Bringt es was, schneller zu fliegen? Man wäre dann ja früher am Ziel. Die Flugzeit wäre natürlich kürzer, aber wir würden mehr Sprit verbrauchen. Die Formeln dazu zeigen: erhöhte Geschwindigkeit reduziert die Flugzeit linear, der Spritverbrauch steigt in erster Näherung mit der dritten Potenz – zumindest in dem Bereich 140 – 190 km/h. Für eine festgelegte Strecke steigt der Spritverbrauch dann quadratisch: Wenn ich 10% schneller fliege brauche ich 21% mehr Sprit.

Mit unserem alten Mose D-KATB, eine SF25B mit Stamo 45PS wären wir an diesem Tag nicht zurück gekommen. 100 km/h TAS und 60km/h Wind = 9h Flug plus 2 mal tanken. Aber Ulla und Hilmar hatten sich schon ausgedacht, wie sie uns im Fall des Falls gebettet hätten. Uns ging’s da richtig gut an dem See! Herzlichen Dank an die beiden für diesen tollen Tag!

Auf der HW ist der Flugbetrieb mittags wegen Starkwind beendet worden, Franz hat für die Modellflieger gefunkt und wir sind bei eingeschlafenem Wind auf der 31 butterweich gelandet. Im Norden hat ein Modeller seine Kapriolen gedreht. Wir haben noch bei Dämmerlicht aufgeräumt und hatten einen perfekten Tag!

Text: Franz, woki

Bilder: woki, Bernhard F.

Hier noch ein Link zu der tollen Webcam auf dem Schafberg:

https://schafberg.panomax.com/#

Zu Gast im Hangar 7

Seit längerem wollte Maximilian gerne den Hangar 7 am Flugplatz Salzburg besuchen, um sich das Museum von RED BULL anzuschauen.
Neben vielen Exponaten der Formel 1, gibt es dort in erster Linie die unglaublich schönen Flugzeuge der FLYING BULLS zu bewundern. Ähnlich unseres FMH (fliegendes Museum Hahnweide) https://fmh.club/ sind alle Flugzeuge voll einsatzfähig und werden ständig durch die Piloten der FLYING BULLS auf Flugtagen und anderen Events vorgeführt.

Somit war der Plan gefasst und es sollte mit unserer Grob 109B nach Salzburg gehen. Eine kurze Recherche auf der Internetseite des HANGAR 7 ergab, daß man nach Voranmeldung auch direkt auf dem APRON EAST direkt vor dem HANGAR 7 parken kann.
Der weitere Ablauf war durch das RED BULL TEAM perfekt organisiert und sogar die Landegebühren wurden online abgebucht, ohne die GA auf dem anderen Seite des Flugplatzes aufsuchen zu müssen.

Beim Frühstück am Morgen hatte es noch in Strömen geregnet und auf dem Weg zur Hahnweide war es nicht viel besser. Aber der Wetterbericht war positiv und später sollte das Wetter sehr gut werden.
Beim Aufbauen sind wir noch ein bisschen naß geworden und die Abflugzeit unseres Flugplans mussten wir nochmals verschieben – aber dann ging es los.

Unser Flug führte südlich an Ulm vorbei Richtung Memmingen. Kleinere Schauer auf der Alb waren bald durchflogen und das Wetter wurde sehr schnell besser, ziemlich genau wie es der DWD vorhergesagt hatte. Bald schon konnte man die bayrischen Seen sehen und die Alpen waren wunderschön vor uns gelegen.

Über den Ammersee und Starnbergersee ging es Richtung Rosenheim, Simssee und Chiemsee. Schon bald konnte man die Herreninsel erkennen, auf welcher sich KÖNIG LUDWIG II den Nachbau von Versailles errichten ließ – ein wirklich prachtvolles Schloß mit imposanten Gartenanlagen. Daneben die Krautinsel und die Fraueninsel mit der Abtei Frauenwörth.

Jetzt konnte man schon Salzburg hinter den Bergen gelegen erahnen und wir nahmen Kontakt mit Salzburg Turm auf. Wir wurden zügig über Whisky auf die 33 beordert und konnten im Queranflug noch die schöne Stadt aus der Luft bewundern.

Nach der Landung durften wir dann direkt auf das Vorfeld des Hangar 7 rollen, da wir ja angemeldet waren. Ein riesßiges Rolltor öffnet sich und auf dem Vorfeld wartete schon ein Einweiser und eine Empfangsdame. Österreichische Gastfreundschaft pur ! Wir parkten unsere TB neben den berühmten Flugzeugen der FLYING BULLS – das hat schon was ! Zuminest mit der Spannweite konnten wir ganz gut mithalten -)))

Die freundliche Dame begleitete uns dann in das Innere des archtiektonisch wirklich sehr außergewöhlichen Hangar 7 !!
Eine geschwungene Form ganz aus Glas und Stahl, welche im Zusammenspiel des gegenüberliegenden Hangar 8 an die Schwingen eines Flügels erinnert. Im Hangar 8 werden übrigens die Flugzeuge der FLYINGG BULLS gewartet.

Nachdem wir uns bei einem super BBQ in der Lounge gestärkt hatten, ging es auf die Endeckungtour des Museums.

Es ist wirlich sehenswert und wie man uns berichet hat, in seiner Art weltweit einzigartig. Ein Besuch lohnt sich.

In der Zwischenzeit hatten wir einen stahlblauen Himmel und hochsommerliche Temperaturen. Am Nachmittag ging es dann wieder zurück auf die HW.

Beim Flug über die bayrischen Seen kam uns dann auch gleich das nächste Projekt in den Sinn. Das Erfliegen aller oberbayrischen Seen mit Badestopp – einen geeigneten Platz in Nähe zur Badestelle haben wir bereits endeckt – Wir werden berichten !!!

Mit dem Duo unterwegs über die Wälder

Matthias (Dezi) hat mich gefragt, was ich samstags vorhätte. Nach HDH fahren – wieso? Er wollte mich im Duo zu einem Überlandflug mitnehmen. Also habe ich zuhause den Termin auf Sonntag verschoben und Dezi zugesagt. Die Idee war, ins Gebirge zu fliegen. Der Plan hatte nur bis Samstag Bestand. Der neue Plan war: Grabenstetten – Feldberg – Michelstadt im Odenwald – Aalen – Grabenstetten.

Auf der HW war für die gute Wettervorhersage um halb zehn eigentlich wenig los. Wir sind schon als 2ter Segler um 10:30 gestartet – hinter der Husky. Ab Grabenstetten ging’s über die Alb zum ersten Wendepunkt Feldberg. Wir fanden gutes Steigen und zuverlässige Thermik. Vorbei am Titisee mit Blick zum Schluchsee – in der Ferne war auch der Bodensee im leichten Dunst zu sehen. Über der Alb waren wir noch ziemlich alleine in der Luft gewesen – im Schwarzwald rasten schon deutlich mehr Segelflugzeuge über die Kämme.

Der Weg zum Nordschwarzwald war spannend, die Thermik lief in die Breite und war unzuverlässiger als vorher. Aber wir hatten Hilfe durch kreisende Mitflieger – es waren ein paar ASW’s und eine JS3. Das Kraichgau hat es sehr gut mit uns gemeint. Wir sind flott in den Odenwald geglitten – den Neckar gesehen – und am Flugplatz Michelstadt gewendet. Dezi kennt den Odenwald in und auswendig. Er hat mir den Melibokus gezeigt und die Rennstrecke: an der westlichen Handkante werden die großen Jojos geflogen. Für die noch nicht Eingewiesenen: Jojo fliegen bedeutet hier: die Hangkante hin- und herflitzen bis es dunkelt – es braucht dazu Wind aus West.

Nächste Wende Aalen – breitlaufende Abschirmung erschwerte es, die richtige Route zu finden. Naja – es ging immer noch passabel – aber eben mit Kursabweichungen von 30°. Unten raus schien’s schwer – wir haben Aussengelandete auf den Äckern und Wiesen gesehen. Da gibt’s nur eins: oben bleiben.

Auf unserem Flug sahen wir viele neue Windräder – bei denen sich aber nix drehte!

Hoho – es waren erst die Masten gesetzt! Dezi hat sich vorbildlich in Schwäbisch Hall gemeldet und nach Springern gefragt. Wir wurden freundlich durchgewunken, da die Absetzmachine erst am starten war.

Über dem Flugplatz Aalen haben wir gewendet – es haben noch 500 Meter für den Endanflug gefehlt. Wenn ich da Dezi auf diesen und jenen tollen Ort oder Flugplatz hingewiesen habe hat er nicht zugehört – er war ganz auf die Thermik fokussiert. Das war gut so – querab Bartholomä hatten wir die Endanflughöhe und es folgte für Dezi der reine Genussflug über die Alb. Ich hatte schon ab dem Start den reinen Genussflug! Jetzt hatte Dezi auch Augen für das rekonstruierte neolithische Einfallstor bei Erkenbrechtsweiler.

Es war ein super Tag und die Aufgabe hat genau gepasst!

Details zum Flug:

https://www.onlinecontest.org/olc-3.0/gliding/flightinfo.html?dsId=7985378

Text und Bilder: Dezi, woki