Archiv für das Jahr: 2023

Frischen Schnee finden im Schwarzwald 2023

Es war super Wetter angesagt und mein Plan war, die Rosen mit Schneehäubchen im Garten zu fotografieren. Der Plan galt so lange, bis Thomas angerufen hatte und er mich zum Schnee finden aus der Luft eingeladen hat.

Wir hatten einen wunderschönen Flug zum Feldberg – mit herrlicher Sicht zu den Alpen und Vogesen. Aber es ging etwas holperig los. Vor dem Start hatten wir das Ventil des Schlauchs am Haupt Rad kaputt gemacht. Das geht so: Das Flugzeug ist während dem Aufpumpen langsam zurückgerollt – bis die Ventilverlängerung am Radschuh angelegen ist. Beim weiter rollen sind 4mm des Ventilrohrs am Schlauch abgebrochen. Also haben wir einen neuen Schlauch eingebaut. Thomas meinte schon, dass wir an dem Tag nicht in die Luft kämen.

Der Motorstart ist gelungen – mit unserem Prozedere für kalte Tage:

Anlassen bei Kälte

  • Zündung bleibt aus, Zündschlüssel nicht drehen. Schlüssel auf die Instrumentenabdeckung legen.
  • Hauptschalter an.
  • Benzinpumpe laufen lassen bis sie langsam wird – dauert ca. 10 Sekunden. So werden die Schwimmkammern der Vergaser gefüllt und es ist genügend Sprit für’s Anlassen vorhanden.
  • Hauptschalter aus. Schlüssel auf die Instrumentenabdeckung legen.
  • Propeller 15 – 20 mal von Hand durchdrehen. 20 mal soll heißen 20 Kurbelwellenumdrehungen! Vollgas am Gashebel. Langsam durchdrehen.
  • Und jetzt ohne Pause sofort anlassen. Bei einer Pause setzt sich der Sprit wieder als Flüssigkeit an den Wänden des Brennraums ab – und ist dann nicht zündfähig. Hinweis: Strobelicht nicht anschalten – das Strobelicht braucht viel Strom.
  • Motor mit Choke und Leerlauf starten.

Die Flugplatzrätsel sind diesmal nur für Könner – bei Schnee ist die Orientierung ungewohnt – viel sieht ziemlich anders aus. Beim Rätsel 1 könnt Ihr an den Spuren sehen, ob das Flugzeug noch in der Luft ist. Es war ein Flugzeug mit Skiern.

Kurz vor der Hahnweide haben wir noch die Bergrennstrecke Neuffen frisch gewaschen im Schnee gesehen. In Neuffen fand von 1964 bis 1983 der Schwäbische Bergpreis statt. Leider wurde das Rennen 1984 nicht mehr genehmigt. Traditionell war die Marke NSU mit TTS und dem Wankelspider von Siegfried Spiess immer sehr stark vertreten.

https://www.bergpreis-schwaebischealb.de/ Historischer Film vom Bergrennen in Neuffen

Text und Fotos: woki

Mainbullau und Laichingen – Ausflug zu den Flugplatzfesten

Welche Flugplatzfeste wollen wir besuchen? Im September gibt’s eine große Auswahl. Warum nach Mainbullau? Es ist ein schöner Flugplatz – man landet bergauf und startet bergab. Nach der Landung in Mainbullau wurden wir mit Weißwurst versorgt und vor dem Abflug gab’s noch ein Abschiedsgeschenk – feine Gesten! Vielen Dank!

Die bemerkenswerten Flugzeuge dort – nur eine Auswahl: Focke Wulf Stieglitz mit Siemens Halske 14. Der Motor hat offene Kipphebel – und man sieht im Leerlauf die Bewegung der Hebel – es ist keine kontinuierliche Bewegung. Eine Freude für uns. Dann war noch eine SIAI Marchetti SF260 da, in schwarz. Ein herrlicher Renner mit 260PS und 300km/h Reisegeschwindigkeit. Von der SIAI gibt’s kein Bild von mir, weil sie erst gelandet ist, als wir schon am Start waren. Es ging ja weiter zum Kuchen essen in Laichingen.

??? Worom nach Laichenga? Dord war’s ledschdz Johr scho subbr!

Die Flugzeuge in Laichingen waren Crème de la Crème: AV36, 4 Klemms der Luftsportgemeinschaft Hanns Klemm e.V., Cessna Airmaster, Zlin 526, Pitts S1, PA18, Cessna T303 Crusader und Miles M2W Hawk Trainer ( Miles Hawk Trainer – Wikipedia ). Die Flugzeuge sind in Topzustand. In der frisch und wunderschön aufgebauten Klemm 35 des BUXI-Teams ist ein interessantes Schild. Was das wohl bedeutet?

190km/h im Horizontalflug

340km/h im Gleit- bzw. Sturzflug

185km/h bei unsichtigem Wetter in Bodennähe

Jochen und ich haben unsere Lieblingsflugzeuge gesehen, wobei es nicht in jedem Fall die selben waren – abgesehen von unserem Mose.

Dass die Crusader in Laichingen gelandet ist, hat uns stark beeindruckt! Die Pilotin Davi Held hat ausführlich von ihrer Vorbereitung für die Landung auf Gras erzählt. Als sie dann in Laichingen angekommen ist, war nur Beton frei. Jochen und Jan durften ins Cockpit sitzen – und waren total geflasht von der Crusader. Ich habe derweil den Käsekuchen genossen. Ich bekam ein 1/8 von einem frisch gelieferten Käsekuchen – ein Achtel, kein Zwölftel wie sonst üblich. Sehr zufrieden!

Weitere Details zu den Flugzeugen stehen bei den Bildern.

Text und Fotos woki

Mit dem Mose in die Sommerfrische des Engadins

Um der Hitze dieses Sommers zu entfliehen, haben sich Maximilian und ich das Engadin als Ziel unseres Ausflugs ausgesucht. Mit über 1700 m ist Samedan der höchst gelegene Verkehrsflugplatz Europas, bietet eine atemberaubende Kulisse alpiner Riesen wie Piz Bernina und Pilz Palü mit seinen Gletschern, tolle Badeseen und ist von der Hahnweide in unter zwei Stunden recht schnell zu erreichen.

Wir wollten früh starten um den Tag auszunutzen und haben Jochen und Paul gebeten, den Flieger voll getankt und aufgebaut in die Halle zu stellen. Sie waren den Tag zuvor nach Konstanz zum Baden geflogen und haben uns diesen Gefallen gerne getan.

Kurz nach halb acht waren wir auf der Hahnweide und Britta war als Flugleiterin vor Ort und somit konnten wir pünktlich um acht Uhr den Motor starten und kurz danach auf der Piste 13 abheben. Vollgetankt und schon bei hohen Temperaturen am Morgen war es zunächst nicht einfach schnell an Höhe zu gewinnen und unterstützende Thermik gab es so früh noch keine.

Max hat sich dann bei Langen Information gemeldet und unseren obligatorischen Flugplan geöffnet. Wir flogen mit leichtem Steigen über die schwäbische Alb Richtung Bregenz und ab Ravensburg haben uns die freundlichen Fluglotsen von Zürich Information übernommen und auch gleich einen Verkehr von 3 Uhr rechts unter uns avisiert. Zeitgleich sahen wir schon einen Businessjet keine 200 m unter uns hindurch huschen. Gut dass es die Lotsen und den Transponder gibt.

Über Bregenz und Vorarlberg, vorbei an der Schesaplana ging es Richtung Klosters und über Davos Richtung Albulapass. Schon lange konnten wir die mächtige Berninagruppe vor uns am Horizont sehen, das Wetter heute war ein richtiges Kaiserwetter.

Nach dem Passieren des Albula, eröffnete sich der Blick ins wunderschöne Engadin mit seinen Seen und hinter dem Maloja Pass lag schon das Chiavenna Tal und auch die oberitalienischen Seen sind von hier aus nicht mehr weit. Noch im Frühjahr war ich mit Franz hier von Sondrio aus im Segler unterwegs und die Berge des Engadins waren noch alle mit Schnee bedeckt.

Über Piz Corvatsch, das berühmte Skigebiet von St. Moritz, flogen wir nun die Bernina direkt an und jedesmal ist es ein Erlebnis den Eisriesen so nahe zu sein. Welch privilegierten Platz können wir in unserer TB doch hier genießen. Wir lassen uns Zeit um die Gipfel zu bestaunen und über die Gräten zu fliegen. Nach Süden sehen wir Richtung Adatal und Sondrio und Richtung Osten liegt Livigno, das bekannte italienische Skigebiet. Wir stellen fest, dass wir hier kurz nach halb zehn Uhr nicht die einzigen am Bernina sind. Einige Seilschaften laufen bereits Richtung Gipfel und wir winken Ihnen mit Wackeln unserer Flügel zu. Auf dem Thermometer sehen wir hier in 3700 Metern schon am Morgen 8 Grad plus ! und staunen nicht schlecht über diese hohen Temperaturen.

Jetzt verabschieden wir uns von Zürich Information und melden uns bei Samedan zur Landung. Das Gas im Leerlauf, gleiten wir unsere Höhe ab und kreisen über der Diavolezza. Staunend sehen wir die Gletscherpisten eingepackt in weißen Stoff unter uns. War hier Cristo am Werk ? Man muss sich fragen, ob dieser Aufwand wirklich etwas bringt, so die letzten Gletscherreste der Skipisten über den Sommer zu retten.

Wir drehen Richtung Tal, rechts vor uns der Berninapass. Die wunderschöne Passstraße führt in vielen Serpentinen hinunter nach Italien. Man sieht auch die Gleise des Bernina Express. Es ist die höchste und steilste Bahnstrecke Europas und führt von St. Moritz aus durch 55 Tunnels und 196 Brücken von der Gletscherwelt des Bernina hinunter zu den Palmen Tiranos.

Wir haben noch ausreichend Höhe und drehen noch zum Morteratasch Gletscher ein. Auch hier sieht man deutlich die rasante Gletscherschmelze. Ich erinnere mich, als in den 1970 Jahren der Gletscher sich noch breit und hoch bis hinunter Richtung Pontresina zog – das gibt einem zu denken.

Samedan meldet sich bei uns und fragt wo wir abgeblieben sind. “Sightseeingtour-wir melden uns bei Sierra in ca. 5 Minuten” Der Controller kann getrost noch einen anderen Flieger landen lassen und führt uns über Sierra und an den Flanken des Muottas Muragl zunächst talauswerts Richtung Zernez, um uns nach passieren des Flugplatzes auf der anderen Talseite, in den Gegenanflug auf Piste 03 zu schicken. Kurzer Queranflug über den Golfplatz und dann Endteil 03. Gleich zwei Marshallers weisen uns den Weg zu unserer Parkposition. Immerhin haben wir fast 20 Meter Spannweite und können mit den in Samedan geparkten Jets in puncto Spannweite locker mithalten.

Für unseren Ausflug nach St. Moritz und an den Stazersee hatten wir bei der Flugplatzverwaltung nach Fahrrädern gefragt. Leider gibt es aber in Samedan keine, konnten aber einen Kleinwagen vom Airport für den Tag ausleihen und waren somit mobil.

Nach einem kleinen Bummel durch das mondäne St. Moritz mit seinen berühmten Hotels und vielen Geschäften ging es vorbei am St. Morizersee an den Stazersee. Eingebettet in eine wunderschöne Landschaft und Kulisse kann man sich dort bei einem Bad erfrischen und das Panorama genießen. Viel zu schnell verging die Zeit und wir mussten uns auf den Heimweg machen.

Zurück am Flugplatz machte Max noch einen Abstecher zum Windenstart der Segelflieger. Nach dem Start fliegen sie direkt den Hausberg Mouttas Muragl an und heute hatten die Segelflieger kein Problem, direkt in die Thermik einzusteigen.

Auch uns hat heute die Thermik sehr geholfen, nach dem Start rasch Höhe zu gewinnen und nach einigen Vollkreisen über dem Silvaplanersee sind wir Richtung Julierpass abgeflogen, wo uns Zürich Information wieder in Empfang genommen hat. Über Lenzerheide, Chur und Bad Ragaz flogen wir entlang des Rheintals nach St. Gallen und über den Bodensee zurück zur Hahnweide.

Wir hatten einen tollen Tag bei bestem Wetter und so viel erlebt. Wie schnell uns doch unser Motorsegler von der Hahnweide aus in die Alpen bringen kann – das macht Spaß!

Mit dem DUO zur Felsenbesichtigung

Jochen hat mich zum Duofliegen eingeladen. Die erste Idee war: zom Glibbaegg! Da wir kräftigen Ostwind hatten meinte ich, zuerst gegen den Wind wäre besser – eben so eine alte Weisheit – eine sehr alte. Georg ist vor uns an der Winde gestartet. Sein Plan: sofort in den Osthang der Teck. Dort konnten wir ihn dann auch beobachten. Aus der Winde raus hatte Jochen gleich gute Thermik zentriert – also ohne Osthang. Das mit dem Osten haben wir bald einstimmig bleiben lassen: keine Wolken.

Zügig ging’s mit Rückenwind nach Westen, ums Klippeneck rum und noch ein paar Kilometer nach S. In den Schwarzwald trauten wir uns nicht – von dort kamen die Segelflieger so tief zurück. Also jetzt nach O bis Laichingen. Dort trafen uns dann Fred und Sebi mit der ASH und kurz drauf Georg mit dem Ventus.

Während die anderen landeten übten wir noch am Osthang für St. Crépin. Der Hang hat super getragen, und vor allem der Leebart am gelben Felsen. Ein herrlicher Berg – diese Teck!

Zum Abschluss ist dann Jochen noch ganz weit nach Nürtingen geflogen. So weit war ich mit dem Segelflugzeug noch nie NO des Platzes – und es war alles legal!

P.S. Zur Entspannung: diesmal ohne Flugplatzrätsel.

Quelle: Erkenbrechtsweiler – Keltisches Zangentor | KeltenWelten e. V. (verein-keltenwelten.de)

Text und Fotos: woki

Mit dem Mose auf Feinschmeckertour

Wir wollen mit dem Mose einen Ausflug machen. Und rechtzeitig was essen. Die Idee: am Flugplatz Mainbullau gibt’s ein neu eröffnetes Restaurant „Zur Fliegerei“. Wichtig sind für uns bei den Flugplatzrestaurants die Öffnungszeiten. Es nützt uns nix, wenn das Restaurant super ist aber erst 1700 öffnet. Wir wollen ja in Ruhe speisen und bei Tag wieder zurück sein.

Auf dem Flugweg nehmen wir oft die Route über Flugplätze – was gibt’s Interessanteres aus der Luft zu sehen als Flugplätze? Und damit ergeben sich immer Flugplatzrätsel. Die Auflösung steht am Ende des Berichts. Ein Hilfe gebe ich aber schon: s’isch ällas uffm Schduddgardr Bladd!

Nach dem üppigen und guten Mittagessen sind wir zum Kaffeetrinken nach Donzdorf geflogen. Vor der Halle stand eine wunderschöne Bölkow Bo 209 Monsun – besser als neu. In der Fliegerklause gab’s dann Käsekuchen zum Kaffee. Das Abendessen konnten wir an dem Tag ausfallen lassen.

Die Piloten an der Halle in Donzdorf haben wir befragt, was besser sei – nach Osten starten oder nach Westen. Antwort: Es geht in beiden Richtungen den Berg hoch, nach Westen ist gut.

Text woki, Bilder Jochen und woki


Rätsel 1: Backnang Rätsel 2: Völkleshofen Rätsel 3: Welzheim

Rätsel 4: Donzdorf Rätsel 5: Betzgenried Rätsel 6: Nabern


Winterarbeit Teil zwei

Bald geht unser Flugsaison wieder los – und über die Winterarbeit ist erst zum Teil berichtet.

Wir hatten noch 2 Segelflugzeug zur Abnahme durch Andreas – die DG500 und den Discus. Der Discus hat einen neuen ganz feinen Steuerknüppel bekommen – mit neuer Verkabelung.

Die Fallschirme werden in Calw geprüft. Dann packen sie Peter und Robert neu.

Weiter geht’s mit der Schleppwinde: der Windenmotor kriegt neues Motoröl und neues Kühlwasser mit Frostschutz. Zum Glück können wir die alten Flüssigkeiten bei Stefan abgeben. Dort werden sie artgerecht entsorgt. Vielen Dank dafür!

Im März war noch unsere Flugsicherheitsabend. Da wird jedes Jahr vor der Flugsaison aufgefrischt, was an alten und neuen Regeln in der Luft zu beachten ist. Es ging um organisatorisches wie Einteilung und Handhabung vom Verwaltungsprogramm Vereinsflieger, Lufträume durch Fred und die großen Vorteile mentaler Vorbereitung langfristig (Tage vor dem Flug), mittelfristig (Fahrt zum Flugplatz und auf dem Flugplatz) und kurzfristig (vor dem Start und während des Fluges).

Ach ja, und Hahnweide Info heißt jetzt Hahnweide Radio.

Mit der Nähe unseres Flugplatzes Hahnweide zum Flughafen Stuttgart brauchen wir ausgefeilte Regeln: wir wollen beim Segelfliegen im gleichen Luftraum unterwegs sein wie die Verkehrsflugzeuge – aber nicht zeitgleich. Dank dem Arbeitskreis Sektoren ist in Zusammenarbeit zwischen Flugsicherung und Segelfliegern ein deutschlandweit beispielhaftes Werk gelungen. Mit der Freigabe der Flugsicherung dürfen wir Segelflieger in einzelnen Sektoren höher steigen und die Verkehrsflugzeugen fliegen dafür ungünstigere Routen für die Landung und Start in Echterdingen. Diese Sonderregelung können wir nur durch Flugdisziplin erhalten! Und das tun wir.

Der Mose kriegt noch die 50h Kontrolle. Unsere Mannschaft war mit guter Laune bei der Arbeit am Mose – diesmal in der Halle. Dort war’s nicht wirklich warm, aber draußen ging gar nichts – zu kalt und viel zu viel Wind. Inzwischen ist auch das Öl gewechselt und der Flugbericht fertig.

Am 5. April war Hammerwetter. Während wir uns an altem Öl erfreuten hat Maximilian mit unserem Discus S1 einen tollen Flug über 520km mit einem Schnitt von 85km/h geschafft! Max hat die Überlandflugsaison des Sportflieger-Club Stuttgart eröffnet und geniest mit seinem tollen Flug unser aller Respekt!

Link zum Flug von Max: 520 km · Maximilian Püttmann · Hahnweide 05.04.2023 (weglide.org)

Text: Franz, woki

Fotos: Bernhard Pfau, Jochen, woki

Hinweis auf Teil 1 der Winterarbeit:

Die Doppelprüfung | Sportflieger-Club Stuttgart (sportfliegerclub-stuttgart.de)

IGC-Sitzung in Kopenhagen

Die IGC (International Gliding Committee) lobt jedes Jahr den Titel Champion Pilot oft he Year unter den Weltmeister*innen eines Jahres aus. Hier wird die vom Sieger/ der Siegerin erreichte Punktzahl mit der maximal erreichbaren Punktzahl des jeweiligen Wettbewerbs (wenn jemand nur lauter Tagessiege hätte) verglichen. In 2023 waren das 8 WM-Titel, einen davon hatte ich gewonnen. Im Herbst habe ich dann erfahren, dass ich tatsächlich auch die Glückliche bin, die diese hohe Auszeichnung der IGC erhalten wird. Der zugehörige Pokal wird bei der Frühjahrstagung überreicht, die in diesem Jahr am ersten Märzwochenende in Kopenhagen stattfand.

So eine Einladung konnten wir natürlich nicht ausschlagen und so haben Thomas und ich beschlossen, uns für ein Wochenende in Kopenhagen umzuschauen. Die Ehrung war am Freitag Abend. Der 28 kg (!) schwere Pokal wurde vom IGC Vorsitzenden Peter Eriksen aus DK übergeben.

Conny, der Pokal und Peter Eriksen

Auf der Veranstaltung trafen wir einige Bekannte, zum Teil Wettbewerbsleiter vergangener WMs, teils Jurymitglieder oder Team-Captains anderer Nationen. Es war ein sehr netter Abend mit gutem Essen und interessanten Gesprächen. Die Segelflieger-Welt ist halt klein…

Danach haben wir uns natürlich auch noch die wunderschöne Stadt angeschaut. Schon am Freitag Nachmittag haben wir eine Bootsrundfahrt gemacht und einige Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus gesehen.

Nyhavn, neu war er allerdings so um 1750

Am Samstag haben wir dann Fahrräder gemietet, man bekommt sie an jeder Straßenecke und schließt sie mit der Handy App auf und zu. In Kopenhagen wurde der Verkehrsfluss (z.B. die Ampelschaltungen) für die Fahrräder optimiert, da kommt man richtig zügig voran. Und man ist nie alleine. An einer roten Ampel stehen nicht ein oder zwei Fahrräder sondern immer gleich ein Dutzend. Als Fußgänger aus Deutschland muss man sich umgewöhnen… Tolles Erlebnis!

Fahrradparkplatz am Bahnhof

Zuerst sind wir zum Wahrzeichen von Kopenhagen geradelt

Kleine Meerjungfrau

Danach führte unsere Runde in die Freistadt Christiania und dort wollten wir zuerst mal Überblick gewinnen: Auf dem Kirchturm von Vor Frelsers Kirke. Eine immer enger werdende Wendeltreppe führt außen am Turm hinauf und man hat tolle Aussicht auf die Innenstadt.

Natürlich waren wir auch noch im Schloss Frederiksborg und in den Ställen und der ehemaligen Küche.

Hier kann man große Mengen kochen

Den Sonntag haben wir dann noch für einen Ausflug nach Roskilde genutzt. Die Kathedrale ist eng mit der Monarchie verknüpft, Roskilde war früher die Hauptstadt von Dänemark. Sehr viele Königinnen, Könige und deren Familen sind hier begraben.

Kathedrale in Roskilde

Außerdem gibt es noch ein Wikingermuseum, wo 1000 Jahre alte Schiffe ausgestellt werden.

Der schwere Pokal konnte nicht mit uns und der Scandinavian Airline heimreisen. Die dänischen IGC-Vertreter haben ihn mit DHL verschickt und inzwischen ist er hier angekommen und ziert unseren Eingangsbereich.

Die Weltkugel enthält nur ein überdimensionales Neu-Seeland und ist ansonsten leer 😉

Die Doppelprüfung

Freitag 27. Januar 2023, 900 LT, Zazenhausen. Vom LBA Sachgebiet T7 – Instandhaltung / CAO kommen die Prüfer Marcel Wunderlich und Josip Kosic.

Die Aufgaben: Florian prüft den Ventus und die Prüfer prüfen Florian.

Weil das ja kein Standardereignis ist, hatten wir Besucher: Matthias, Jutta, Mike und Ralf.
Wer kennt das nicht: vor der Prüfung ist Anspannung zu spüren. Florian hat nicht nur das Flugzeug und die Papiere vorbereitet, sondern auch die Werkstatt aufgeräumt, geheizt, Brezeln gekauft und Kaffee gekocht. Die Herren Wunderlich und Kosic haben sich ebenso vorbereitet – zum einen mit dem Studium der Ventus-Unterlagen zum anderen mit warmer Kleidung. Letzteres war jetzt bei uns nicht nötig.
Die Prüfung begann mit der Kontrolle der Papiere. Herr Wunderlich stellt knifflige Fragen – Florian wälzt den komplett gefüllten Ordner – und ruckzuck sind die gesuchten Papiere aufgeschlagen. Die Examinatoren waren positiv überrascht über die hervorragende Ordnung und haben Florian spontan und oft gelobt! Da zeigt sich auch die gute Schulung unseres Vereins durch Andreas Streble.
Dann ging’s ans Flugzeug: fast alle Arbeiten waren erledigt, nur die neuen Batterien fürs ELT waren noch nicht da. Da wir so viele angemeldete Gäste als Helfer beim Flugzeug auf- und abbauen hatten, waren vom SCS außer Florian nur Herbie und ich dabei. Vielen Dank für die Hilfe!
Herr Wunderlich hat Florian darauf hingewiesen, dass eine von uns durchgeführte Kontrolle nicht erforderlich ist – Ruderausschlag messen. Ok – aber wir kriegen dadurch ein Gefühl der Sicherheit und werden die Messung auch beibehalten. Mike von der BWLV Motorflugschule war geplättet von der Oberfläche des Ventus. Florian wird ihn ins Schwabbeln einweisen. Danach werden die Aquilas weniger Sprit brauchen – oder schneller fliegen.
Nach der Prüfung haben sich die Prüfer zur Auswertung zurückgezogen. Im Vergleich zu anderen Prüfungen wie Klausur oder Abitur war für uns beruhigend, dass das Ergebnis gleich nach der Beratung der Prüfer bekannt gegeben wird: Die S2 darf ein weiteres Jahr fliegen, und Florian darf ab sofort Jahresnachprüfungen an Segelflugzeugen, Motorseglern, und ELA1 Flugzeugen durchführen – bis 1200kg und in Kunststoff-, Blech-, Gemischt- und Holzbauweise. Florian hat gelernt, die Abläufe zur Dokumentation aus Sicht des LBA zu verstehen. So wird die korrekte Erstellung der Papiere einfacher und auch besser werden.

Herzlichen Glückwunsch Florian!

Bei den Bildern habe ich noch die drei Wochen zuvor stattgefundene Prüfung von ASW28 und Duo mit Andreas angehängt.

Text und Bilder: woki

Nachschrift: Ich für mich kann bei den einzelnen Änderungsforderungen des LBA noch nicht erkennen, was dadurch fürs Flugzeug oder seine Nutzer besser wird – also im Vergleich zu früher. Für mich ist der Schwerpunkt der Arbeit zwischen Papier und Flugzeug in einem Ungleichgewicht. Feststellen kann ich aber, dass ich mit zunehmendem Alter für viele Details, die mich früher genervt hatten, inzwischen Verständnis aufbringen kann. Also – ich habe noch Hoffnung!

Und hier Bilder von der Generalprobe zur Doppelprüfung zwei Wochen davor: Abnahme von von ASW28 und Duo Discus durch Andreas. Das Wetter hat’s gut mit uns gemeint – wir konnten im Freien montieren. Aber: es war ziemlich frisch!