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AMF Gebirgsflugtraining

Noch im Winter habe ich unsere Fluglehrerin Conny gefragt, wie ich meine Technik auch nach dem Schein verbessern könnte. Sie empfahl mir das Bergflugtraining in Bled vom Angelika Machinek Förderverein für Frauensegelflug .

Bled 2018 AMF Angelika Machinek Gebirgsflugtraining

Gesagt getan habe ich mich angemeldet, Flugzeug und Helfer organisiert. Klingt einfach, aber bis dahin sind einige Schritte und Nettigkeiten nötig. Familie Schaich trägt mit Skodi zur Mobilität bei und gibt Ratschläge. Die ASW28 – S5 – die ich von unserem Verein für die Zeit bekomme. Ein Freund kommt mit und leiht mir seine Zeit. Im Lager bilden uns erfahrene Trainer aus, die mich erstmal im Doppelsitzer mitnehmen. Vielen Dank dafür!

Durch viele Helfer mit S5 in Bled angekommen

Tag 1:
Es wird aufgebaut. Es ist der klassische Start eines Lagers. Zwischen Anspannung und Vorfreude arbeiten wir uns im Chaos zur Startbereitschaft vor.
Heute fliege ich im Doppelsitzer mit. Ich bin froh, dass ich erstmal Alles in Ruhe kennen lernen darf. Meine erste Einweisung in der Gegend und das erste Mal Training. Ich lasse es auf mich zukommen.
Wir üben das Kreisen in der Thermik und erkunden die Gegend. Beim Wurzenpass kehren wir um und wagen uns noch etwas Richtung Osten vor. Wir fliegen im Team mit Manu. Ich freue mich, wenn ich gut steige und Walter erkärt geduldig was zu tun ist.

Tag2:
Die Gruppe hat sich langsam eingependelt. Der Flugbetrieb läuft reibungsfrei und die Gruppen sind schnell startbereit.
Wieder mit Walter im Doppelsitzer. Diesmal mit zwei weiteren Flugzeugen im Team. Lena und Caro kreisen um die Wette. Wir fliegen diesmal bis fast nach Lienz und wieder nach Osten.
Am Abend tolle Stimmung. Ich darf morgen mit S5, unserem Einsitzer los fliegen. Das ist etwas besonderes für mich. Im Einsitzer trifft man wirklich eigene Entscheidungen und kann die Fehler machen, die man zum lernen braucht. Im Doppelsitzer gewinnt man Sicherheit und kann an seiner Technik feilen.
Ich sage Walter er soll mich in eine langsame Gruppe stecken. Ich will nicht, dass jemand auf mich warten muss. Er scherzt und antwortet, dass er mich in die schnellste Gruppe stecken wird.

Tag3:
Heute ist das Wetter schlecht vorhergesagt. Wir verschieben den Start in den Nachmittag. Die Gruppen werden spontan verteilt. Ich fliege mit Christina und bin aufgeregt. Egal, wir bleiben sowieso nur am Hang – heißt es.
In der S5 fühle ich mich gleich wohl. Wir fliegen los und das Wetter ist überraschend gut. Christina ist schnell unterwegs. Wir kreisen kaum ein, sondern fliegen entschieden vor. Bei Nötsch komme ich tief und lande dort. Leider ist der Platz naß vom Unwetter und ich kann nicht zurück geschleppt werden. Christina und der Helfer Thomas holen mich ab und wir machen ein ausführliches Debriefing. Jede kleine Entscheidung wird nochmal besprochen.

Tag 4:
Wieder mit Walter in der Gruppe. Wir diskutieren wie gut die verschiedenen Flugzeuge im Team harmonieren werden. Alles halb so wild, sagt Walter. Und er hat Recht. Das Team harmoniert wunderbar und wir steigen gemeinsam durch die Berge. Ich setze das gelernte um und fliege gut mit. Das Team trägt sich von Kilometer zu Kilometer. Wir kommen gut voran.

Tag5:
Heute Regen?
Eine Front zieht heute durch. Wir machen einen freien Tag. Manche lassen sich in der Stadt verzaubern und die anderen suchen die Ruhe der Natur. Alles ist heute drin – nur fliegen wurde abgesagt. Schade, denke ich mir sobald kurz die Sonne herauskommt.

Tag6:
Schon morgens hängen die Wolken tief. Die Prognose ist nicht vielverprechend. Eine niedrige Basis wird uns zu schaffen machen. Ich komme kaum weg vom Platz, aber ich nutze die gute Gelegenheit. Die Menge der Flugzeuge am Berg sind eine echte Herausforderung. Jetzt kann ich Kreisen und Hangflug mit vielen Flugzeugen üben. Mein persönlicher Stresstest.
Bei der Landung haben alle gute Laune. Wir haben viel gelernt und sind diszipliniert geflogen. So kann man arbeiten.

Tag7:
Endlich wieder auf Strecke. Mit der Hoffnung auf Wellenflüge packe ich mich warm ein und habe den Sauerstoff bereit. Es fängt gut an. Der Wind bläst zuverlässig auf den Stol und ich kann schnell aufsteigen. Wir ziehen in Richtung Nötsch los und ich gewinne gut an Höhe. Auf einem Mal bin ich in der Welle drin. Über mir steigt ein anderes Flugzeug auf. Die anderen sind unten und werden immer kleiner. Die Landschaft aus Wolken baut sich um mich herum auf und ich gleite friedlich in der ruhigen Luft.

Heute ist der Abschiedstag und wir packen alles ein. Schön war es. Hoffentlich bis nächstes Jahr…

Sondrio und viel Schnee

Der Zufall wollte es, dass ich spontan von Franz eingeladen wurde, seinem Arcus zu einer besseren Flächenbelastung in Sondrio zu verhelfen. Nach einer superkomfortablen Tramptour von Berlin nach Stuttgart (hiermit ein dickes Dankeschön an den netten Peugeot(!)fahrer – ja, mit dem Flieger wärs nicht schneller gewesen 🙂 ) Abfahrt bei schönstem Sonnenschein Samstag morgens von der Hahnweide. Mit dabei, Fred, S5, Thomas und S2.

Schon bei der Einfahrt in die Schweiz merkten wir, dass dieses Jahr ein bisschen anders werden würde als sonst. Soviel Schnee!! Die beiden Pässe Julier und Bernina waren zwar gut befahrbar, aber rechts und links der Straße türmten sich die Schneemassen. Die Aussicht war einmalig beeindruckend. Allerdings war die spannende Frage, wie sich bei der weißen Landschaft irgendwo Thermik bilden sollte. Na das würden wir ja am nächsten Tag ausprobieren.

Essen und Unterkunft muss, wie in allen Berichten zuvor auch hier wieder lobend erwähnt werden – einfach ein Traum. Und Sorbetto di Braulio geht zum Schluss natürlich immer!

Der mäßigen Vorhersage zum Trotz starten wir so früh wie möglich nach dem obligatorischen Checkflug. Und das sollte sich bewähren. Unter der tiefen Basis kamen wir zügig Richtung Bormio voran und erreichten dort eine mehr weiß als schwarze Wand, die trotz Südwind erstmal nicht so recht tragen wollte. Aber die wunderbare Aussicht und der Blick zurück ins dunstige Tal Richtung Sondrio bestätigte uns dass wir alles richtig gemacht hatten. Die Schleier, die über die scharfen Zacken geblasen wurden, waren zwar wunderschön anzusehen, trugen uns aber nur mühsam über 3000m.

Dann aber ging alles ziemlich zügig, und über dem Foscagno Pass fielen wir mehr oder weniger in die erste Welle. Nette Züricher Lotsen ließen uns dann weiter Richtung Bernina auf FL 180 steigen. Wo man nur hinschaute Schnee und Eismassen und zwischen den Bergen tiefhängende Wolkendecke. Es war deutlich, runter war keine Option, und damit auch ein weiterer Streckenflug nicht besonders einladend, aber aus 5500m ist auch so der Aktionsradius nicht zu verachten und wir machten noch ein bisschen Sightseeing bis wir dann kurz vor Sonnenuntergang durch die trübe Suppe im Tal wieder den Weg nach Hause antreten mussten.

Die nächsten zwei Tage brachten dann weniger Flugglück, dafür umso mehr Regen und Schnee. Nur der Modellsegler durfte ein paar Runden drehen, ansonsten war die Therme von Bormio eine gute Alternative. Im Gegensatz zu einigen Wagemutigen ließ ich mein Handy aber in der Umkleide, sodass es keine Bildbeweise gibt, wie wir uns im dampfenden Blubberwasser mit Blick auf die Berge vom Nichtstun ausruhen – vielleicht ja auch ganz gut so…

Ohne Aussicht auf meteorologische Verbesserungen wurde die schwere Entscheidung gefällt es bei diesem einen Flugtag zu belassen und zurück zum Sonnenschein auf der Hahnweide zu fahren.

Danke Franz! war zwar diesmal kurz, aber nicht weniger grandios!

Fluglager im Gebirge – Der SCS war wieder in St. Crépin

Ihr habt bestimmt schon sehnsüchtig auf den Bericht und die Bilder gewartet – aber im Sommer gibt’s so eine dichte Folge von schönen Erlebnissen, dass es auch Berichtsverzug geben kann.

Jedes Jahr das große Raten. Damit’s schwieriger wird haben wir mehr Stangen als nötig!

Wie jedes Jahr war der SCS 2017 wieder in St. Crépin – und diesmal nach längerer Zeit wieder mit Fangruppe. Die Fans sind Nichtpiloten, die mit uns urlauben wollen, weil’s in St. Crépin so toll ist. Wir haben immer das gleiche Emplacement, unter herrlichen Bäumen und nicht zu weit weg von der Keramikabteilung. Am ersten Tag fliegen die Erfahrenen nicht – dem Körper tut’s gut, wenn er sich akklimatisieren kann. Außerdem gibt’s viel zu tun: Das Küchenzelt will aufgebaut und eingerichtet werden, Verpflegung muß gekauft werden, am Flugplatz Grüß Gott sagen, bei Michelle anmelden und die neuen Flugbeschränkungen verinnerlichen.

Schön hier! Woki im Lieblingsflugzeug ASW28

Dann am ersten Flugtag nicht übertreiben – 5h reichen für’s erste. Der Plan ist: Prüfen, ob die Aufwinde noch an der gleichen Stelle sind wie im letzten Jahr und die herrliche Aussicht aus dem Cockpit geniesen. Beim ersten Flug bin ich zwischen den Wolken in einer leichten Welle über dem Varstal auf 4300m gekommen. Das ist so gut – da kann man sich ein Jahr lang darauf freuen!

 

Ein besonderes Highlight ist ein Flug mit Franz im Arcus M. Es geht weiter und schneller und höher, und für den Passagier total entspannt. Im Einsitzer muß ich immer kalkulieren, wie fliege ich zurück, wo sind die anderen, wer steigt besser als ich – mit Franz im Arcus fällt das alles weg und es bleibt zu schauen, staunen und versuchen die Eindrücke in Bilder zu bannen. Der Gänsegeier hat sich durch uns nicht stören lassen – nachdem er uns überstiegen hatte ist er abgedreht.

jetzt hat er uns überstiegen
Blick durchs Susatal nach Turin
Über Susa. Wo ist das andere Flugzeug?
Franz fliegt
St. Crépin
Queranflug auf die trente quatre
Das war ein schöner Tag für Franz und woki.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Parallel zum fliegen läuft das tägliche Prozedere: einkaufen und kochen. Wenn die Piloten ermattet und hungrig vom fliegen kommen, wird geschlemmt – zu spät am Tag, aber anderes geht’s halt nicht. Weil bei uns so gut gekocht wird, verdienen die Lokale in der Gegend wenig an uns. Dann die spannende Frage – wer spült. Ein paar von uns scheuen sich zu kochen – für 20 Leute ist das nicht ohne – und die spülen dann freiwillig. Es findet sich also immer schnell einer, der anfängt – und auch HelferInnen kriegt. Das Wichtigste ist ein guter Ablauf: Vorspülen, Hauptspülen, Endkontrolle….

Gewölbe in Romans, schwach gekrümmt

Neben dem Fliegen gibt’s noch andere Attraktionen: Märkte und Wanderungen. Ich bin wieder nach Romans gelaufen, vor 2 Jahren mit Laurent, diesmal alleine. In dem schönen Tal (so von Micha getauft, in Wirklichkeit heißt es Val des Freissinières, aber früher waren wir sehr kreativ und haben schneller eigenen Namen gegeben, als die richtigen zu lernen) steigt der Weg langsam und meistens mit gleichmäßiger Steigung auf 1765m. Das Dorf ist mit dem Auto nicht erreichbar. Nach einer Phase des Verfalls und einer 1. Wiederbelebung durch Hippies haben die Eigentümer die Hippies vertrieben und bauen die Häuser wieder auf. Die erste Besiedelung des Hochtals war eine Flucht: Die Bevölkerung wollte nichts mit Cäsar zu tun haben. Ein paar Häuser sind noch kaputt. Dort bewundere ich immer die Gewölbe – nur schwach gekrümmt und aus unbehauenen Steinen. In der Wirtschaft kriegt man feines Omelett aus dort gelegten Eiern und dort geernteten Kartoffeln.

Windenstart

Der Start in St. Crérin geht normal so: der Wind aus Süden beginnt 12:45, 13:15 sind die Franzosen fertig mit Essen und der Parchaval funktioniert aus der Winde oder einem kurzen F-Schlepp. Am 31. Juli war das anders. Der Wind hat nicht gestimmt und ein paar sind am Parchaval wieder abgesoffen. Patrick hat mich dann ohne Vorwarnung an den gegenüberliegenden Hang geschleppt. Holla, war das ruppig – aber hoch interessant und ich konnte Höhe gewinnen. Das war nicht ohne! Zum Glück waren wir nur zu dritt am Hang. In 1750 m habe ich dann die Talseite gewechselt und der Parchaval hat schönes Steigen geboten. Bei einem anderen Flug bin ich den Parcour entlang geflogen. Die Regel ist so: nur geradeaus fliegen – nicht kreisen. An der Montagne de Coupe war ich dann kurz über den weiteren Flugweg im Zweifel: soll ich noch bis zur Brücke? Nix da – die Brücke muß sein. Blöd war halt, dass ich am Rückweg kein gescheites Steigen mehr gefunden habe. Also Richtung Puimoisson fliegen und den Motor werfen. Blöd nur, dass er nur 5cm rauskam. Also normale Landung in Pui. Die Regeln dort für den Anflug – mit Meldungen im „Sektor 1 und 2“ – kannte ich nicht und bin eben ganz normal gelandet. Die Leute sind dort nett – ich bin dort jetzt schon 3 mal gestrandet und habe mich diesmal für den Rückschlepp entschieden. Übernachtet hatte ich dort schon 2 mal und durfte so den teuersten Schlepp meines Lebens hinter einer Morane erleben – 343€.

Jedes Jahr gibt’s zu Ehren von Michelle einen vom SCS veranstalteten Caipirinha Abend. Und jedes Jahr kauft der SCS die Supermärkte leer: alle Limetten und der richtige Rum müssen her. Das sind schöne Abende, bei denen man mit den Franzosen, Belgiern und Holländern gut ins Gespräch kommt.

 

Mont Blanc in Sicht – aber ich habe hier umgedreht.

In jedem Urlaub sind natürlich Mont Blanc und Matterhorn die Ziele der Träume. Oft ist’s so, dass Franz hinfliegt – und sonst keiner. Aber auf dem Weg dorthin ist das Gebirge herrlich, und auch die kleineren Runden ergeben zufriedene FliegerInnen.

Kathi, Christoph und Max bei der Wartung

Diesmal gab’s eine Besonderheit: Britta und Christoph reisten mit unserem Mose an. Und so wurde das Flugzeug ausgiebig als Segelflugzeug betrieben. Florian und Christoph zeigten, wie gut das geht: 3,5h am Parcour ohne Motor. Und noch eine Premiere gab’s: die erste 50h Kontrolle außerhalb der Hahnweide. Ich war ausgerüstet, da das schon vorher klar war.

Unser Transportwohnwagen – der Wohnwagen von Inki und Christoph ist in die Jahre gekommen und einige von uns trauen dem Wagen nichts mehr zu. Aber der Ersatz war schon geregelt. Im Winter sind Franz und Florian mit dem Mose in St. Crépin gewesen und haben damals von Bada einen Wohnwagen geschenkt bekommen. Wir haben dann die Polster und die Insektenleichen entsorgt und besitzen einen intakten und trockenen Hänger für unsere Küchenausstattung!

Jetzt waren wir also 2017 in St. Crépin, 2016 auch. Ratet mal, wo wir 2018 hingehen?!

Text und Fotos: woki, Jochen

Zu dritt erstmalig in Reutte – der Mose, Hilmar und woki

Hilmar und ich wollten einen Ausflug mit dem Mose machen. Erste Idee war Oberschleißheim. Das geht aber erst nächstes Jahr wieder – weil deren Kontingent für Fremde in diesem Jahr schon verbraucht ist. Nächste Idee: Reutte. Der Platz ist PPR und man muss seine Wünsche mindestens 24h vorher kundtun – per Mail.

Unser Start verzögerte sich etwas – weil die Startbatterie nicht mitspielen wollte. Unsere Ersatzbatterie war zwar nicht ganz so leer wie die erste, aber für den Start des kalten Motors reichte es nicht. Tobias Krüger von der Motorflugschule konnte uns mit der Startbatterie auf dem Handwagen helfen. Herzlichen Dank dafür!

Bei herrlichem Wetter sind wir also nach Süden geflogen – Hilmar hat sich in Memmingen gemeldet und wir sind per Transponder überwacht durch die TMZ geflogen. Der Lotse hat den Verkehrspiloten am Start gefragt, ob er warten wolle, bis der powerd glider durch sei. Nein, wollte er nicht und ist knapp hinter uns steil in den Himmel gejettet.

Wir sind dann am Grünten vorbei ins Kleinwalsertal geflogen und haben die Hütte der Skizunft Zuffenhausen, Ifen, Widderstein und Trettach gesichtet. Dann ging’s wieder zurück, um den Grünten rum – Richtung Reutte. Der Anflug ins Tal von Reutte ist herrlich. Die Platzrunde ist ganz schön pfiffig. Es gibt viele Regeln, die beachtet werden wollen, Anflug nach N, Start nach S. Am nördlichen Ende der Piste steht aktuell ein gelber Kran – das wußten wir aus den NOTAMS. Im Gegenanflug sieht man die Piste nicht, weil man um einen Berg rumkreiselt. Der Queranflug liegt kurz vor dem nächsten Dorf und geht über die Schotterfelder im Lech – und die ganze Zeit antwortet keiner auf Hilmar’s Funksprüche. Es war ein übersichtlicher Verkehr am Platz. Ausser uns war noch ein C-Falke aus D da. In der Fliegerklause gab’s leckere Schnitzel, aber Vorsicht: Montag ist Ruhetag in der Klause! Der Start mit leichtem Rückenwind geht tief über eine Fabrik, links die Pappeln am Lech – attraktive Sache.

Beim Rückflug konnte ich Hilmar dann noch das rekonstruierte Einfallstor von Erkenbrechtsweiler aus dem Neolithikum zeigen. Insgesamt gab’s ganz schön viel Neues für uns. Wir können Reutte als Flugziel sehr empfehlen!

Text und Bilder woki

 

Seealpen im Mai

Jedes Jahr im Mai verbringe ich meinen Segelflugurlaub im schönen Südfrankreich. Der Flugplatz Serres, westlich vom Durance Tal, bietet hervorragende Ausgangsmöglichkeiten und eine sehr gute Infrastruktur. Dieses Jahr habe ich unseren schönen Ventus vom Verein bekommen und konnte mit ihm viele tolle Flüge unternehmen.  Auch wenn die Basishöhen diesen Mai nicht wie gewohnt waren und wir nahezu immer Südwind mit viel Feuchtigkeit hatten, waren die Flüge jedes mal ein Erlebnis. Einer der Höhepunkte ist natürlich immer der Freitag Abend. In der Flugplatzkneipe bei Lison wird nicht nur hervorragend gespeist, es gibt auch immer tolle Livemusik. So lässt sich das Leben genießen ! Nur schade, dass die Zeit so schnell vergeht…..

Heimflug
Wolkenkino
Abendstimmung am Aujour
Lison die singende Köchin
Marcoux Tal
düstere Abendstimmung
Nationalpark Vercors
Lac de Sainte Croix und Verdon Schlucht

 

S2 im Grid
S2 auf dem Flugplatz Serres
Am Col de Allos Richtung Süden
Am Pic de Bure
Seealpenschönheit

 

Alpensegelflug vom Feinsten in Sondrio 2017

 

Alle Jahre wieder wird im April die Reise in das Segelfliegerparadies nach Sondrio (Italien) aktuell. So fand sich in diesem Jahr die gleiche Fangruppe des SCS wie im letzten Jahr zusammen, Franz, Fred, Thomas, Bernhard und zeitweise Michael. Und man soll es nicht glauben, das Wetter war wie in den letzten drei Jahren traumhaft gut. Alles war möglich: extreme Strecken (877 km) und Wellenflüge über der Bernina, dem Ortler und dem Matterhorn. Das Teamfliegen wurde ausgiebig gepflegt zum Vorteil und zur Begeisterung der Beteiligten. Es war alles geboten, was Segelfliegen so interessant macht, unter anderem ein Streckenflug zum Millstätter See mit dem phantastischen Panorama der Dolomiten und anschließend ein gelungener, spannender Rückflug in ungewöhnlich tiefen Flughöhen.  Am Abend war bei Osvaldo wieder ein legendäres 5-Gänge-Menu zur Stärkung der Segelflieger gerichtet.                                         Fotos: Franz (GoPro Kamera) und Bernhard (Canon)

 

Dem deutschen Osterwetter nach Süden entkommen

Wie schon die ganzen letzten Jahre waren mein Mann Thomas und ich (Conny) wieder einmal über die Ostertage in Alzate Brianza in der Nähe von Como. Der kleine Flugplatz wird über die Osterwochen von immer wieder denselben Segelfliegern aus Deutschland und der Schweiz besucht. Man kennt sich inzwischen. Ich hatte unsere LS8 im Schlepptau, Thomas hatte seinen Bruder Wolfgang (beide FSV Nürtingen) und den Arcus NH mitgenommen.

Die ganze Woche herrschte ein – mal stärkerer, mal schwächerer – Nordwind, der für sonniges Wetter im Lee der Alpen sorgte, aber auch Wellen mit kräftigen Auf- und Abwinden brachte. Ich konnte in der herrlichen Landschaft der oberitalienischen Seen 5 Flüge mit insgesamt 38 h machen, die mich zu den Bergen mit klangvollen Namen wie Bernina, Ortler, Brenta, Adamello und Monte Rosa führten. Am Mittwoch ermöglichte das Wetter bei 4000m Basis einen Flug ins Aostatal, wo wir bis zum Mont Blanc flogen. Die Versuchung war groß, einfach bis Puimoisson durchzufliegen, aber wir haben dann doch eine Rückkehr nach Alzate vorgezogen. An meinem letzten Flug (Donnerstag) war es im Osten Richtung Dolomiten gut. Nach einem 6,5 m/s-Bart am Tonale-Pass begann ich aus 4500 m loszugleiten. Ich hatte eine tragende (Wellen-)linie, so dass ich in 4300 m bei Bozen ankam. Dort hat mich aber bei abtrocknenden Wolken und mit dem unmotorisierten Segler doch der Mut verlassen, vollends zu den Dolomiten vorzudringen. Trotzdem habe ich jeden Flug sehr genossen. Jeder hatte seine Höhepunkte und die Alpenfliegerei hat mich wieder total fasziniert.

Aosta
Blick nach Süden (Gran Paradiso)
Mont Blanc
Rückflug

Ausflug mit dem Mose ins Gebirg‘

Neulich haben wir mit dem Mose die Hochdruckwetterlage genossen. Bei so einem Wetter hilft es, nicht früh los zu wollen, damit der Nebel sich verziehen kann – und Streckenvarianten mit und ohne Zwischenlandung planen. Es wird derzeit ziemlich früh duster. Die bevorzugten Ziele waren Schwarzwald, Bodensee und Allgäu.

Bald nach dem Start haben wir dann das Allgäu gewählt. Der Bodensee hatte sich eine geschlossene Nebeldecke angezogen. Der Blick nach Süden war herrlich. Auf der Albhochfläche gab’s noch vereinzelte Nebelfetzen und die Alpen strahlten im Sonnenlicht. Meinem Co konnte ich die Route mit dem Segler ins Allgäu zeigen – sie geht über den schwarzen Grat. Am Grünten vorbei sind wir bis Oberstdorf geflogen, dann am Schneck Richtung Zugspitze abgebogen. Auf dem Zugspitzplateau sind die Lifte in Betrieb. Weiter nach Osten gab’s dann wieder geschlossene Wolkendecken. Nach der Zugspitze haben wir noch Schloss Neuschwanstein überflogen – es lag im Wolkenschatten – deshalb gibt’s hier jetzt kein Bild.

Christoph ist unlängst von Balderschwang aus zur Burgl Hütte gewandert. Was wir gefunden haben war nur fast die Burgl Hütte. Vor langen Jahren hat mir ein Allgäuer eine Geschichte aus dem Balderschwanger Tal erzählt: Ein Wanderer hatte in einem Hof übernachtet. Am nächsten Morgen hat er auf Nachfrage geantwortet, dass er gut geschlafen habe – aber was wären das für Geräusche auf der Bühne gewesen? Aah – des wared d‘ Boola. Dia send am Ehne.
Übersetzt: Die Katzen waren am toten Großvater. Da der Boden noch gefroren war, konnte man ihn nicht beerdigen. Keine Ahnung, ob das wahr war. Die hätten den Großvater ja auch in einen Sarg legen können.

Über Hittisau hatten wir einen schönen Blick rheinaufwärts mit Nebel im Tal und mit richtig guter Fernsicht. Auf dem Heimflug haben wir übungshalber noch die Segelflugplätze Isny und Schlechtenfeld gesucht. Es waren 3 astreine Stunden im Flieger!

Zwei Tage später wollte ich mit Thomas wieder den Hochnebel verlassen. Claudia Kleinert hatte gesagt, wenn der Nebel weg ginge, sei es schön sonnig. An dem Tag ging er nicht weg und wir sind nach einer halben Stunde rumgenebele wieder gelandet.

Mit dem Motorsegler über die Alpen nach St.Crépin

Florian und ich brauchten für die Scheinverlängerung noch ein paar Flugstunden auf dem Motorsegler. Da haben wir uns gedacht, warum nicht mal unseren französischen Freunden in St.Crépin mit unserem Motorsegler einen kleinen Besuch abstatten und dies mit einer möglichst schönen Flugroute verbinden? Wir wollten, damit es gemütlich wird, eine Übernachtungspause in St. Crépin einlegen. Schließlich ist es uns gelungen knapp eine Woche vor Scheinablauf  Anfang November  einen gemeinsamenTermin mit geeignetem Wetter zu finden. Am Tag vor unserem Abflug  zog eine Kaltfront über Deutschland hinweg, danach stellte sich für etwa 24 Std Zwischenhocheinfluß ein, was maßgeblich zum Erfolg des Fluges beigetragen hatte. Florian kümmerte sich mit Hilfe von Michele um die Übernachtung bei Philip und ich um die Flugplanung. Dies ist im Internetzeitalter eine bequeme Sache, die FL-95 Planung funktioniert prima,  ein Flugplan ist auch für ungeübte einfach und bequem online aufzugeben.

Gestartet sind wir erst um 12Uhr, morgens gab es noch zu viel Einfluß von der abziehenden Kaltfront. Je weiter wir nach Süden flogen, desto besser wurde das Wetter und über den Alpen hatten wir dann phantastische Bedingungen, glasklare Luft und Windstille.

Nach 3:40 Std Flugzeit gehen wir in den Anflug, wir sind gaaanz laaangsam geflogen, brauchten ja Stunden 🙂

In St. Crépin wurden wir schon erwartet und aufs herzlichste empfangen.

 

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Abends gab es in großer Runde ein köstliches Abendessen bei Philip im Chalet, gekocht hat Michele.

Bada, Florian, Fred, Sandrine, Michele

Philip ist dann zu seiner Freundin gefahren und hat uns sein Chalet für die Nacht überlassen.

Am nächsten Morgen war es bitter kalt…

Boden gefroren

und wir mußten unsern Flieger in der Sonne ein paar mal drehen bis das Eis auf den Tragflächen abgetaut war.

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Diesen Wohnwagen möchte uns Bada für unser nächstes Fluglager schenken!!

Wohnwagen Nr.4 von Bada, innen trocken(!) und fahrbereit (!)

Gestartet sind wir in St. Crépin schon um 10:20 Uhr, die Warmfront war schon im Anmarsch, der Rückflug zur Hahnweide war genauso unkompliziert und schön wie der Hinflug…zur Nachahmung empfohlen!