Archiv der Kategorie: Werkstatt

Start in die Flugsaison beim Sportflieger-Club Stuttgart

Jedes Jahr fiebern wir dem Beginn der Flugsaison entgegen. Die Winterarbeit der Flugzeuge ist abgeschlossen, die Jahresnachprüfung an Discus und Duo fertig – die Werkstatt wieder leer. Die Fahrzeuge sind betriebsbereit – aaah halt, die Winde muß noch abgenommen werden.

Der erste Flugtag nach der Winterpause ist immer spannend. Alle sind flugwillig, die Greifvögel zeigen uns schon seit Tagen, dass es Aufwind gibt – wir wollen auch die Thermik nutzen. Werden wir in die Luft kommen? Aus Erfahrung wissen wir, dass es Hürden geben kann. Beispiele gefällig? Hmmm – die Düse liegt noch in der Werkstatt…. aaah – der Hauptbolzen ist noch nicht nachgefeilt (nicht nachmachen, das war ein SCS-Insiderwitz) – funktioniert das Windentelefon?

So eine Hürde hatten wir auch diesmal. Kathi sagt: „Es ist jedes Jahr irgendwas. Aber man kann nicht vorhersagen, was es ist.“ Mit Gelassenheit und Fernberatung wurde das Problem vor Ort behandelt und gelöst. In der Zwischenzeit waren die neuen Seile auf den Trommeln und die Winde erfolgreich nachgeprüft – und es konnte mit den Überprüfungsstarts losgehen. Jeder Pilot muß den ersten Start im Jahr an der Winde mit Fluglehrer machen. Danach darf sich jeder wieder die herrliche Alb ansehen. Am Abend sind alle müde und zufrieden. Nachdem das kleine Problem behoben war, lief alles geschmeidig – kein Seilriß, kein Seilsalat, keinen Seilfallschirm verloren, dafür Thermik – was will man mehr? Klar ist, was wir wollen – noch viele Flugtage mit noch viel mehr Thermik!

Text: woki  –  Bilder: Christoph, Jochen, Matthias, woki

Vor der JNP, die JNP und nach der JNP

Für die Nichtflieger – JNP heißt Jahresnachprüfung. Am Tag davor kam noch der Feinschliff an den letzten Lackarbeiten – nassschleifen, kontrollieren, noch mal schleifen und am Schluß polieren – schwabbeln eben. Weil Regen vorhergesagt war, wird alles für einen flüssigen Ablauf der Prüfung in der Werkstatteingerichtet. Das erste Flugzeug wird in Einzelteilen so bereit gelegt, dass es nach der Einzelteilprüfung direkt in der Werkstatt aufgebaut werden kann. Dafür muß umgeräumt und aufgeräumt werden. Ähnlich wie zuhause – wenn Gäste kommen, wird noch mal gesaugt und die silbernen Löffel geputzt!

Unsere Werkstatt hat eine ordentliche Größe, aber Flügel sind in Innenräumen ganz schön lang. Also ist es eine Puzzlearbeit für uns . Bei der Prüfung selbst sind wir gespannt – natürlich freut es alle, wenn die Flugzeuge perfekt sind – je weniger Nacharbeit, um so besser.

Und nach der JNP geht’s sofort mit den nächsten Flugzeugen auf die JNP im März weiter. Mikrophon tauschen, Schläuche im Fahrwerksrad wechseln, Elektrik verbessern und Hänger pflegen – wenn im Frühjahr die Thermik brüllt, soll alles funktionieren! Wir haben noch zu tun.

Text und Bilder: woki

 

Winterarbeit im SCS

Wie jedes Jahr sind wir gerade bei unserer Winterarbeit – das heißt putzen, kontrollieren, schmieren, reparieren und wo nötig lackieren. Zwei Flugzeuge sind schon fertig gewartet, das dritte Flugzeug muß bis zum 20.1.2018 fertig sein. Das ist der erste Termin mit Andreas, unserem Bauprüfer. Die zugehörigen Anhänger sind auch  schon fertig gewartet. Waschen, polieren, abschmieren und Bremsen kontrollieren ist Pflicht – und dann, wenn erforderlich, gleich noch beim TÜV vorstellen.

Die meiste Arbeit gibt es bei den Kratzern im Lack der Flugzeuge. Franz gibt sein mit Fleiß und Ausdauer erarbeitetes und erfragtes Wissen weiter – so kriegt er Unterstützung und das Wissen kommt auf eine breitere Basis. Verbessert haben wir in diesem Jahr unsere Spritzkabine: doppelt so groß und durch aufgerollte Seitenwände viel komfortabler einzurichten.

Besondere Freude macht das Tauschen der Schleppkupplungen. Nach 2000 Starts und bei Schulflugzeugen nach 1250 Starts müssen die Kupplungen zum Hersteller Tost zur Überholung geschickt werden. Der Aus- und Einbau ist immer eine besondere Herausforderung: Es gibt zu wenig Platz in der Rumpfspitze und die Verwendung 2-fach abgewinkelter Schraubenschlüssel erfordert erfahrene Schrauberinnen mit möglichst kleinen Händen.

Parallel laufen mehrere weitere Projekte: Anhängerbau für das Baby, Formenbau für einen Instrumentenpilz und Holzarbeiten an Oldtimerflugzeugen.

Für die Mühe im Winter kriegen wir dann im Frühjahr die schönste Entschädigung: Thermik bis an die Wolken!

Erlebnisse rund um den Mose in 2017

gefräste Rohlinge
  • Besuch bei Fa. Propeller Hoffmann. Unser Propeller brauchte eine Überprüfung. Während den Arbeiten am Propeller durfte ich die Produktion besichtigen. Die Rohlinge der Holzpropeller werden aus Rotbuche und Fichte lamelliert, dann grob gefräst, von Hand in Form gebracht, mit GFK überzogen – und am Schluß lackiert. Diese Bauart gibt’s bei den Propellern vom Mose bis zum Hoovercraft. Bei der Überholung werden die Befestigungsschrauben der Blätter an der Nabe abgeschraubt. Wenn Fett ins Holz eingedrungen ist, war’s das für das Blatt. An den Rohlingen könnt Ihr sehen, dass die Blätter außen ganz zart gebaut sind – deshalb darf man nie aussen am Propeller ein Flugzeug ziehen wollen. In der Mittagspause – bis unser Prop wieder zusammengebaut war – konnte ich den Chiemsee besuchen und direkt am See Eglifilets geniesen. Die Betreuung bei Fa. Hoffmann war astrein.
Reichenau – gleich nach dem Start
  • Lustflug mit Christoph nach Konstanz. Die netten Damen (Cessnaschülerin und Flugleiterin) haben uns mit alkoholfreien Pralinen versorgt. Aus Lärmschutzgründen sollten wir mit Rückenwind starten – leichtem Rückenwind. Na ja, die Konstanzer durften uns dann trotzdem hören.
Martin und woki auf dem Weg zur                       Transponderprüfung
  • Flug nach Aalen mit Martin zum Transpondertest durch Fa. Gehring. Dort steht eine Goumhouria – ägyptischer Lizenzbau einer Bücker 181. Die arme Goumhouria muß immer im Freien stehen – ohne Jaxidahemd.
  • Mit nicht funktionierendem Transponder sind Peter und ich nach Mannheim zum Einkaufen bie Fa. Friebe geflogen. Da war’s gut, dass ich vorher angerufen hatte und nach einer transponderlosen Landung gefragt hatte. Ging dann ohne Probleme – aber der Flugleiter hat sich rückversichert.
  • Die Diagnose war, der Mose braucht ein neues Antennenkabel. Das alte war so weit vorne im Fußraum verlegt, dass ich für das Kabel einen neuen Weg geschlungen habe. Und nachdem wir den Transponder zu Becker geschickt hatten funktionierte auch alles wieder – bis zum heutigen Tag!
Bodmann
  • Rundflug mit Thomas nach Stahringen zum Kaffee trinken. Dann am See entlang – an den Yachthäfen und Villen entlang bis zum Wankel Institut. Es war mittwochs – wir haben ab dem See ordentlich Gas gegeben, damit wir vor 1800 landen können – und die Modellflieger in die Luft dürfen.
  • Letztes Foto vor den Rätseln: Reisetrichter aus Karton zum Öl einfüllen. Also, benützen, wenn Ihr mal unterwegs Öl nachfüllen müßt. Der Kartontrichter ist in der Bordtasche. Bitte nicht auf der HW verwenden – dort haben wir Hilfsmittel aus Kunststoff!

Winterwartung und Jahresnachprüfung 2017

Am Ende der Flugsaison beginnt die Winterarbeit. Die Flugzeuge werden gewartet – das heißt gepflegt, kontrolliert, repariert und wo nötig lackiert. Da sind im Eifer auf dem Flugplatz Kratzer entstanden, im Cockpit finden sich noch die Reste von verschiedenen Vespern, auch Gras und Erde findet sich.

Nach vorgegebenem Plan wird Punkt für Punkt abgearbeitet. Das meiste ist Reinigung und Kontrolle. Zum Glück eher selten muss eine LTA (Lufttüchtigkeitsanweisung) erledigt werden. Das kann dann bedeuten, dass ein Bauteil ausgetauscht werden muss, weil irgendwo auf der Welt ein Schaden an so einem Bauteil entdeckt wurde und der Hersteller ein verbessertes Bauteil entwickelt hat.

Viel Arbeit gibt es bei den Kratzern im Lack. Wenn sie nicht durch polieren beseitigt werden können geht’s so: Reparaturstelle festlegen, anschleifen, Rest des Flugzeugs abdecken, lackieren, vorsichtig über schleifen und zum Schluss polieren. Lackieren ist total schwierig – zu viel Lack taugt nicht und zu wenig erst recht nicht. Franz kann’s jetzt – er hat viel geübt und nicht nur eine Stelle zwei mal lackiert.

Ich durfte einen Bremszug tauschen. Reinhard hatte beim Hersteller das Material beschafft. Eigentlich ist das wie am Fahrrad, aber ich musste an nicht sichtbarer Stelle den Zug durch eine Bohrung fädeln. Es gelang erst, als Florian mir das Endoskop gereicht hatte. Mit dem richtigen Werkszeug war’s dann einfach.

Außer den Flugzeugen werden auch die Anhänger gewartet. Waschen, polieren und abschmieren ist Standard – aber es gibt auch ernstere Fälle: die Straßen sind manchmal zu eng – und dann leidet einer der Kotflügel.

Wenn alles bereitet ist folgt die JNP – die Jahresnachprüfung – durch Andreas. Er ist schon lange Jahre unser Prüfer – findet jeden Fehler und stolz sind wir auf uns, wenn er keinen findet.

In wenigen Wochen geht die Thermik los – und wir wollen wieder in die Luft! Da muss alles fertig sein.