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Andreas Streble – Bauprüfer seit 25 Jahren für den Sportflieger-Club Stuttgart e.V.

Diesmal war das Programm für die ARC’s: Mose mit erweitertem Flarm, von Franz neu gespritzten Motorhauben und Radverkleidungen, ASW28 mit neuem Propeller und Slingsby mit Wägung.

Tage vorher haben wir angefangen zu schrauben. Der Propeller an der ASW war schnell montiert und gesichert, aber der neue Bowdenzug für den Propellerstopper hat Christoph ganz schön gefordert! Der Erfolg der Aktion stellte sich dann ein paar Tage später ein: das Flugzeug fliegt nicht nur herrlich, jetzt steigt’s auch, wenn der Motor läuft.

Am Mose war fast alles in Ordnung – aber es ist eine heftige Arbeit, alles aufzuschrauben und dann wieder zusammenzuschrauben. Die Schlußprüfung ist: es darf nix übrig bleiben. Es haben sich bei der Schrauberei am Mose verdient gemacht: Florian, Thomas, Jochen, Stephan, Kathi und Sophia und ich. Wieso Sophia? Sie ist erst 2 Monate alt. Naja – sie hat friedlich geschlafen, so dass Kathi schrauben konnte.

Am Samstag waren dann die Prüfungen durch Andreas. Alles läuft rund und plötzlich unterbricht uns Reinhard. Mit launigen Worten und einem Rosenbaum hat er Andreas für 25 Jahre Prüfertätigkeit bei uns geehrt und gedankt. Hier ein Auszug aus Reinhard’s Ansprache:

Andreas Streble – Bauprüfer seit 25 Jahren für den Sportflieger-Club Stuttgart e.V.

Beim SCS gab es in den Jahren vor 1994 immer wieder Probleme mit der zeitlichen Pünktlichkeit der Bauprüfer. Einer trieb es so weit, dass ich mich an Huldreich Müller (Leiter beim BWLV Technik) wenden musste. Huldreich hat mir einen jungen Bauprüfer zugeordnet, Andreas Streble.

Sein erster Termin war, den privaten Nimbus 2B der Fröschles nachzuprüfen. Auffällig war, dass er pünktlich kam, wie bei ihm noch heute üblich, morgens um 9:00 Uhr. Die Abnahme wurde sehr genau und gewissenhaft wie auch heute noch von Andreas ausgeführt. Er hat leider am Steuerseil des Seitenruders eine Beanstandung festgestellt, die wir selbst wegen fehlendem Werkzeug nicht beheben konnten. Andreas machte nicht viel Federlesen und sagte uns zu, das Steuerseil selbst zu tauschen, was er auch ausgeführt hat, leider war es doch ein erheblicher Aufwand.

Ich war von dem Auftreten und der Fachkenntnis von Andreas angetan und hoffte, dass Andreas uns für die weitere Zeit erhalten bleibt.

Am 29. April 1994 fand der erste Abnahmetermin von Andreas für den SCS auf der Hahnweide statt. Andreas kam pünktlich (für den SCS mitten in der Nacht) um 9:00 Uhr morgens auf die Hahnweide. Geprüft wurde drei Segelflugzeuge und der Motorsegler: D-3024, D-3326, D-8646 und D-KETB. Andreas hat alles mit Ruhe, zuverlässig abgearbeitet und uns ganz schön beschäftigt. Die Abnahme ging bis in den späten Nachmittag und wir alle waren geschafft, ich glaube, auch Andreas.

Andreas blieb uns als Bauprüfer die weiteren Jahre treu. Ein paar “verrückte“ Mitglieder unseres SCS kauften sich ein Segelflugzeug aus England vom Typ T-21B, ein “doppelsitziges Baby“ in Holzbauweise, ein Oldtimer. Natürlich sollte Andreas dieses Fluggerät auch prüfen, was wegen rechtlichen Vorschriften nicht zulässig war. Andreas erweiterte seine Prüferberechtigung für über den BGA (Britisch Glider Assosiation) zugelassene Flugzeuge in England, so dass dieses Problem aus der Welt war. Wie sich herausstellte, gab es noch mehr englisches Gerät in Deutschland, die dann von Andreas geprüft werden konnten.

Durch den Oldtimer T-21 wurden die “Holzwürmer“ im SCS hellwach als diese hörten, dass Andreas auch Oldtimerflugzeuge in seinem Besitz hat. Zu dieser Zeit waren es ein Spatz, ein Baby und eine Ka 6E.

Im SCS wurde zu dieser Zeit an die Grundüberholung eines Baby gedacht und die ersten Vorarbeiten eingeleitet. Bei Andreas wurde angefragt, ob er diese Arbeiten begleiten würde. Andreas Antwort war ein klares ja, er möchte aber nach der Grundüberholung und Zulassung den ersten Start machen.

Auch das Nachfolgeprojekt, eine Grundüberholung einer Gö 1 wurde von Andreas übernommen, mit der Bedingung, auch da den erste Start nach der Grundüberholung machen zu dürfen.

Wie bekannt, wurden beide Grundüberholungen Baby und Gö1 erfolgreich beendet und Andreas machte bei beiden Flugzeugen den ersten Start auf der Hahnweide.

Es waren nicht nur die Jahresnachprüfungen, auch in wichtigen Fragen zur Instandhaltung bei unseren Flugzeugen wurden wir von Andreas immer gut beraten und informiert.

Für die weitere Zukunft können wir uns keinen besseren Bauprüfer vorstellen und wünschen Andreas weiterhin alles erdenklich Gute und schöne Flüge mit seinen Flugzeugen über unsere Schwäbische Alb.

Den Hochstammrosenbaum, den wir Andreas bei der Jahresabnahme überreicht haben, soll Ihn immer an uns erinnern, wenn die Zeit der Jahresabnahmen naht. Andreas hat das Bäumchen schon in seinem Garten eingegraben.

Lieber Andreas, herzlichsten Dank!

Nach der kleinen und schönen Feier haben wir frisch motiviert weitergeschraubt. Andreas findet alle Fehler an unseren Flugzeugen – und wir werden nachdenklich, wenn wir’s nicht selbst gefunden haben. Stephan hat mit Jochen noch den Werkstattflug gemacht – und Jochen ist mit Sebi am nächsten Tag an seinem ersten Flug mit nagelneuem Schein und frisch geprüftem Flugzeug nach Völkleshofen geflogen. Achtung an Nachahmer – nach Völkleshofen zu fliegen ging nur, weil dort Flugplatzfest war und alle eingeladen waren.

Text: Reinhard, woki Bilder: Stephan, woki

SERRES im Frühsommer

Wie jedes Jahr fiebere ich meinem Fliegerurlaub in Südfrankreich entgegen. 2 Wochen lang fliegen und nur fliegen. Ich habe vom Verein unseren wunderschönen Ventus 2cxt bekommen, welcher in unmittelbarer Nähe meines Chalets steht und morgens nur darauf wartet geflogen zu werden.

Dieses Jahr hatte ich auch Glück mit dem Wetter und ich konnte fast jeden Tag fliegen – so stellt man sich Fliegen in Südfrankreich vor. Zahlreiche Flüge führten mich entlang des PARCOURS zum im Süden gelegenen Lac de Sainte-Croix bis in die Gegend von Fayence, oder entlang der Hänge des Lure zum Mont Ventoux.

Gan besonders schön sind die Flüge in die hohen Berge des Nordens und das Fliegen über dem imposanten Nationalpark ECRINS mit seinen bis zu 4.000 Meter hohen Bergen und Gletschern.

Südfrankreich ist nicht nur wegen des tollen Fliegens eine Reise wert, auch kulinarisch ist es immer eine Reise wert. Ich freue mich schon heute auf meine nächste Reise ins Gebirge.

Das macht Spaß – Steigwerte im LX 🙂
Mt.Aiguille im Vercors
Friday night im Cabanon – kulinarisches und Live Musik vom Feinsten direkt am Flugplatz
Lison die Chefin des Cabanone macht nicht nur in der Küche eine gute Figur

Robin’s erster Alleinflug

Am Samstag hat unser Robin seinen erste Alleinflug gemeistert, natürlich wie üblich im Dreierpack. Fluglehrer Franz hatte letztes Wochenende den letzten Schliff in Form von Seilrissübungen durchgeführt und schon mal per Mail an die anderen Fluglehrer grünes Licht zum Alleinflug gegeben. Es waren ideale Bedinungen mit schwachem Wind, geringer Thermik und Landerichtung 07. Die Herausforderung für Robin war, dass immer wieder die Thermik zusammenklappte und dann 5 oder Segelflugzeuge gleichzeitig auf der schmalen Bahn landen mussten. Aber er hat’s dreimal gut hingekríegt! Bravo.

Glücklicher Robin
Übergabe des obligatorischen Distelstraußes durch Fluglehrerin Conny

Pilot für einen Tag auf der Hahnweide beim Sportfliegerclub Stuttgart SCS

Der Traum vom Fliegen wurde wahr…..

Der Sportfliegerclub Stuttgart (SCS) hat, wie auch im Vorjahr, einen Aktionstag zur Ausbildung von Segelflugzeugpilotinnen und Piloten veranstaltet.  Das Interesse war groß, sodass die Teilnehmerzahl aus organisatorischen Gründen beschränkt werden musste.  Segelflug ist eine Sportart, die naturbedingt stark vom Wetter abhängig ist, daher wurden zwei Termine (4.Mai und  11.Mai) vorgeschlagen. Leider war an beiden Tagen das Wetter so schlecht, dass beide Termine abgesagt werden mussten.  Der 12. Mai (Muttertag) war dann ohnehin als Flugtag für den Verein vorgesehen, sodass dieser Tag sehr kurzfristig für diesen Aktionstag umgeplant wurde.  Daher konnten nur sehr wenige, aber hoch motivierte Interessenten  teilnehmen. Es hatte den Vorteil, dass sie einen  Eindruck vom normalen Ablauf eines Flugtages des SCS bekamen. Alle hatten mindestens zwei Flüge, zum Teil mit Thermik erleben können und waren begeistert von den Flugerlebnissen sowie den interessanten  Diskussionen zum Flugbetrieb. Text und Fotos von Bernhard Pfau

  • Begrüßung der Flugschüler
  • Einweisung in die Grundlagen des Fliegens und des Verhaltens auf dem Flugplatz
  • Aufbau der Segelflugzeuge
  • Jeder Flugschüler hatte einen SCS – Paten
  • Startplatz mit Flugleiterin und Windentelefon
  • Flugschüler mit Fluglehrer
  • Das Schleppseil für den Windenstart wird mit einem LEPO (PKW) ausgelegt
  • Grillen zum Ausklang des Tages
  • (Alle Teilnehmer haben einer Veröffentlichung zugestimmt, wenn du aber doch findest, dass du Bilder von dir nicht öffentlich haben möchtest, bitte schreib uns eine Nachricht)

Fliegen heißt Werkstattarbeit – dabei gibt’s verschiedene Gewerke

Gewerke heißt, dass geschliffen, geharzt, gespachtelt, lackiert, geschwabbelt, poliert, montiert und auch geschweißt wird. Auf 1 Flugstunde kommen mindestens 3 Werkstattstunden für Wartung. Die Werkstattstunden werden genauso wie die Flugstunden von uns selbst erledigt. Das ist einer der Gründe, warum Segelfliegen im Verein erschwinglich ist.

Das meiste unserer diesjährigen Winterarbeit ist geschafft und von unserem Bauprüfer Andreas geprüft und abgenommen. Wir hatten 2 Termine für 5 Flugzeuge – einmal gutes Wetter, da konnten wir die Flugzeuge im Freien aufbauen, das 2te Mal mit Nieselregen. Aber wir sind wetterunabhängig und können in unserer Werkstatt Flugzeuge mit 20m Spannweite aufbauen.

Ausser den Arbeiten an den Flugzeugen läuft parallel immer noch die Optimierung der Werkstatteinrichtung: Das Licht in der Lackierkabine ist jetzt doppelt so hell und für das leichtere Hantieren der Rümpfe gibt’s bald eine Drehvorrichtung.

Kleine Nacharbeiten an den Flugzeugen sind noch offen. Aber bis zum Saisonstart wird das alles fertig sein. Die Raubvögel drehen schon auf! Erklärung für die Fußgänger: aufdrehen heißt in der Thermik kreisen und Höhe gewinnen – das Höhe gewinnen ist wichtig. Das wollen wir den Vögeln wieder nachmachen!

Text woki, Bilder woki, Wolfgang und Jochen

 

Wellenfliegen Schwarzwald

Hallo zusammen,

immer wenn es im Herbst / Winter kalt wird, gleichzeitig aber die Sonne scheint, werden manche von uns nervös. Dies sind die klassischen Anzeichen für eine Ostwindwetterlage und diese erlaubt schöne Wellenflüge im Schwarzwald.

So war es auch dieses Mal. Am Freitag Nachmittag war absehbar, dass der Samstag gut wird. Christoph und ich haben schnell versucht einen Flugplatz zu finden, wo wir geschleppt werden können und hatten Erfolg. In Musbach sollte geschleppt werden und wir dürfen spontan vorbei kommen.

Also haben wir nach dem Werkstattabend den Flieger fertig gemacht, haben in der Nacht noch Sauerstoff bei Fred abgeholt (Danke nochmal) und sind nach einer kurzen Nacht recht zeitig in Richtung Schwarzwald aufgebrochen.

Ab jetzt ging alles reibungslos. Flieger aufgebaut, auf den Schlepper gewartet und nachdem die lokalen Flieger sicher in der Welle waren sind wir auch gestartet.

Der Schlepp ging direkt in die Welle der Hornisgrinde. 2m Steigen! Easy! Danach sind wir in das Murgtal gesprungen, wo ebenfalls eine gute Welle Stand. Diese Tour haben wir mehrfach wiederholt. Da die Wellen allerdings nicht so stark ausgeprägt waren wie erwartet, haben wir uns nicht getraut in den Südschwarzwald zum Feldberg zu springen. Nächstes Mal!

Insgesamt war viel los. Einmal sind wir recht tief im Murgtal angekommen und konnten über uns (2km höher) 13 Flugzeuge in der Murgtalwelle zählen 😉

Das Erlebnis war mal wieder „Mega“. Da sich ein solches Ereignis schlecht mit Worten beschreiben lässt, haben wir euch ein paar Bilder mitgebracht. Viel Spass beim Anschauen und man sieht sich Freitag in der Werkstatt (Da wird das Grinsen wohl immernoch im Gesicht stehen) 😀

Grüße

Christopherus und Dezibus

Sauerstoff einbauen

Dimona

Arcus

L8

Flugzeug

L8

L8

Hornisgrinde 2

Flugzeug im Nebel

Hornisgrnde

Die LL

Das ist Christph, er kann fliegen

Flieger 1.

Angekommen

Welle Blickrichtung Alpen

DG 800 beim Start

Neuer Anstrich für die Werkstatt

Der blauen Holzfassade unserer Werkstatt hat man den Zahn der Zeit ein bisschen angesehen. Zum Teil konnte man schon das ungeschützte Holz durchscheinen sehen. Also dringend Zeit, dass wieder mal etwas Farbe aufgebracht wird.

Diese Arbeit wurde in zwei Samstagsaktionen angepackt und jetzt sieht das Haus zumindest von 2 Seiten wieder richtig gut aus. Eine Klasse Aktion von Marc, Franz, Pavel, Robert, Florian mit Elly, Oliver mit Justus und Conny.

 

Geschichten im Herbst rund um den Mose

Christoph und ich mussten dringend ein Ersatzteil für den Kompass in Bremgarten holen: Wenn Sonne auf den Kompass scheint, trielt er. Kurz vor unserer Landung hat sich der Dunst über Bremgarten dann für uns in fliegbare Bedingungen gewandelt. Nach einem Spaziergang durch das lokale Industriegebiet hatten wir die Dichtung und die Kompassflüssigkeit. Kurz haben wir noch an der Tür zur Meiermotors gestaunt. Und bei schönem Wetter – nicht gestört durch Thermik – ging’s zurück zur Hahnweide.

Eine Woche später wollten Wolfgang und ich Mose fliegen – wir hatten auch ein hübsches Ziel. Auf der Hahnweide sind ausser uns noch mehr Flugwillige im Nebel rumgestanden. Wir haben dann den Anfang gemacht und verkündet, dass wir das mit dem fliegen für diesen Tag sein lassen und auf die Teck wandern. Dort haben wir die Reste der Halle am Sattelbogen in der Nähe des Startplatzes Gelber Fels und das Fundament des Aufzugmotors besichtigt. Die Gleise gibt’s nicht mehr, aber die alte Schneise hat’s Wolfgang angetan. Unter ständiger Rutschgefahr hat er sich in seine gewünschte Fotografierposition vorgetastet. „Archäologen müssen Gefahren in Kauf nehmen“ war seine Ansage. Es ging noch mal gut und wir konnten uns im Burghof stärken. Das hübsche Ziel wird nachgeholt.

Kurz darauf war 100h Kontrolle – diesmal mit dem Schmankerl Schlauch am Einfüllstutzen zum Tank tauschen. D.h. Tank ausbauen und das heißt Sprit ablassen. Ein anstrengende Arbeit für gelenkige Leute. Wir waren zu 5en – Kathi, Stephan, Jürgen, Jochen und ich – die Arbeit lief dadurch so gut, dass wir am gleichen Tag noch unseren Bauprüfer Andreas rufen konnten.

Drei Tage später wechselten Christoph und ich noch das Öl, dann kam der von uns geschätzte Werkstattflug. Die Sicht war hervorragend, wir konnten von der Albkante aus die Alpenkette sehen!

Text und Bilder: woki

 

Der Prüfungsflug – das Unbekannte Wesen

Achim kam in die Werkstatt. Er sah bedrückt aus – sonst ist er immer fröhlich und gut drauf.

Achim, wasch los? frage ich.

Haah – ich habe morgen Prüfungsflug!

Wer isch Dei Briefr?

Maier.

Do brauchsch koi Angschd han – des isch an omgenglichr Moa.

Am Sonntag war dann natürlich trotzdem noch leichte Unruhe bei den Prüflingen zu sehen – es waren zwei vom ACS und Achim, die Wolfgang zu Segelfliegern prüfen sollte. Bei Achim zusätzlich mit F-Schlepp. Während der Wartezeit wurden noch elementare Fragen aufgeworfen: Wie ist der Unterschied zwischen Luftraum G und E? Wie hoch darf man über Nürtingen mit dem Segelflugzeug fliegen? Also die Karten raus und studieren und suchen und finden. Die Flüge gelangen und Wolfgang war, wie wir ihn kennen – gelassen und den Prüflingen freundlich zugewandt.

Alle Prüflinge haben bestanden – herzlichen Glückwunsch! Die ACS’ler hatten den Schein vom Regierungspräsidium Stuttgart zwei Tage später in Händen! Schneller geht’s nicht!

Text und Bilder: woki

 

Ein Wettbewerb in Rieti, Italien

In Rieti, Italien werden jedes Jahr zwei Wettbewerbe im August ausgerichtet, die aufgrund der bekanntermaßen guten Thermik zahlreiche hochkarätige Teilnehmer aus Europa anlocken. Ich träume schon seit ein paar Jahren davon, mal dort zu fliegen. Das Wettbewerbsgebiet umfasst die Apenninen und die Abruzzen, der höchste Berg ist der Gran Sasso mit gut 3000 m. Ich war noch nie dort und habe daher die sichere Variante bevorzugt, mit meinem guten Freund Hanno aus Aalen im Doppelsitzer zu fliegen, der früher oft an der Coppa del Mediterraneo in Rieti geflogen ist. Wir haben den Arcus WT vom Damen-NM-Trainer Martin Theisinger gechartert. Als zweites befreundetes Team ist Abi Kiessling mit Gudrun Bühler (Farrenberg) mit einem Arcus T mitgekommen.

Die Anreise ist weit, über 1000 km haben wir auf zwei Tage verteilt. Wir kamen am Sa 11. Aug. mittags an. Nach einer kurzen Vesper- und Erholungspause haben wir die Flieger montiert und einen ersten Erkundungsflug zum Hausberg Terminillo (2217 m) und dann nach Norden gemacht. Von Hanno bekam ich viele neue italienische Namen von Bergen, Tälern, Städten und Klöstern um die Ohren. Ein zweiter Übungsflug am Sonntag erweiterte den Horizont nach Süden (Abruzzen), wo die Landschaft wild und rauh und dünn besiedelt ist. Ich lernte jede Menge über römische Ansiedelungen, trocken gelegte Hochtäler und die Einsiedeleien des heiligen Franziskus.

Endlich kam der erste Wertungstag und es gab recht gutes Wetter mit einer Neigung zur Überentwicklung. Die Strecke führte weit nach Süden und danach noch ein Stück nach Norden. Die Piloten, die jedes Jahr in Rieti fliegen, haben sich ziemlich ungehemmt an die Hänge geheftet und konnten praktisch alles im Geradeausflug fliegen. Wir hatten ein bisschen Respekt wegen der unlandbaren Täler und sind höher geblieben. Dadurch hat uns am Ende die Überentwicklung noch etwas gebremst und wir waren glatte 30 km/h langsamer als der Tagessieger, aber glücklich.

Die nächsten beiden Tage wurden neutralisiert, eigentlich normalerweise undenkbar für Rieti. Einer der regelmäßigen Rieti-Piloten meinte, dies ist das schlechteste Wetter seit 30 Jahren. Ein Kaltlufttropfen (Höhentief) hatte sich in Sardinien festgesetzt und schaufelte warme, feuchlabile Luft nach Italien. Bis zum Ende der Woche war es immer morgens sonnig, dann eine kurze Phase mit Quellwolken und ab Mittag Schauer und Gewitter, mal früher mal später. Wir schauten uns die Gegend vom Boden aus an, Franziskus-Kloster in Poggio Bustone, Stadtführung Rieti Sotteraneo (Süßwasservenedig) und den Wasserfall Cascade de Marmore, Wanderung zu einer Ruine, Baden im Lago di Piediluco und Kaffee trinken im Dörfchen Labro.

Am Mi wurde wieder neutralisiert, wir sind trotzdem geflogen. Man musste nur schnell genug aus dem Rieti-Tal verschwinden, denn im Norden war gute Thermik. Wir schauten ganz in Ruhe Orvieto und den Trasimeno-See an. Der Rückweg war schwierig wegen der Gewitter. Der Flughafen von Perugia hat einen riesigen Luftraum, der viele früher gebräuchliche Flugwege jetzt unmöglich macht. Bei Lustflügen kann man sich eine Freigabe holen und dann die wenigen noch übrigen Wolken anfliegen. Die Wetterlage blieb die ganze Woche gleich, vor allem der Süden war immer sofort überentwickelt und leider nicht mehr befliegbar. Wir hatten am Do noch eine schöne AAT in das Gebiet westlich von Perugia mit Wenden in Siena und Arezzo, das liegt schon in der Toskana (!) und ich habe von meinem Mitflieger viel darüber gehört, wo welcher gute Wein wächst. Wir waren dieses Mal richtig gut geflogen und auch gut vorangekommen. Leider endete der Flug für fast alle am Flugplatz Terni mit dem Einsatz des Motors.

Auch am Freitag flogen wir nach der Neutralisation auf eigene Faust. Noch ein WT (Sa) wurde in der Luft neutralisiert, wir sind direkt wieder gelandet, weil alles rundherum dunkel und zu war. Andere sind aber auch wieder unter schönsten Wolken bis nach Florenz geflogen, mussten danach quer durch Perugia um heimzukommen. Am letzten Tag gab es nochmal eine kurze AAT, man musste auch dieses Mal wieder bei schlechter Thermik los, im Lee des Terminillo einen kurzen Schlenker nach Süden, dann durch den Regenvorhang nach Norden ins schönere Wetter. Wir haben die Aufgabe geschafft, aber ich hatte die Abfluglinie falsch programmiert, so dass unser Flug nicht gewertet wurde. Aber egal, es war super beeindruckend und hat riesig Spaß gemacht, in Rieti zu fliegen.