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Fluglager im Gebirge – Der SCS war wieder in St. Crépin

Ihr habt bestimmt schon sehnsüchtig auf den Bericht und die Bilder gewartet – aber im Sommer gibt’s so eine dichte Folge von schönen Erlebnissen, dass es auch Berichtsverzug geben kann.

Jedes Jahr das große Raten. Damit’s schwieriger wird haben wir mehr Stangen als nötig!

Wie jedes Jahr war der SCS 2017 wieder in St. Crépin – und diesmal nach längerer Zeit wieder mit Fangruppe. Die Fans sind Nichtpiloten, die mit uns urlauben wollen, weil’s in St. Crépin so toll ist. Wir haben immer das gleiche Emplacement, unter herrlichen Bäumen und nicht zu weit weg von der Keramikabteilung. Am ersten Tag fliegen die Erfahrenen nicht – dem Körper tut’s gut, wenn er sich akklimatisieren kann. Außerdem gibt’s viel zu tun: Das Küchenzelt will aufgebaut und eingerichtet werden, Verpflegung muß gekauft werden, am Flugplatz Grüß Gott sagen, bei Michelle anmelden und die neuen Flugbeschränkungen verinnerlichen.

Schön hier! Woki im Lieblingsflugzeug ASW28

Dann am ersten Flugtag nicht übertreiben – 5h reichen für’s erste. Der Plan ist: Prüfen, ob die Aufwinde noch an der gleichen Stelle sind wie im letzten Jahr und die herrliche Aussicht aus dem Cockpit geniesen. Beim ersten Flug bin ich zwischen den Wolken in einer leichten Welle über dem Varstal auf 4300m gekommen. Das ist so gut – da kann man sich ein Jahr lang darauf freuen!

 

Ein besonderes Highlight ist ein Flug mit Franz im Arcus M. Es geht weiter und schneller und höher, und für den Passagier total entspannt. Im Einsitzer muß ich immer kalkulieren, wie fliege ich zurück, wo sind die anderen, wer steigt besser als ich – mit Franz im Arcus fällt das alles weg und es bleibt zu schauen, staunen und versuchen die Eindrücke in Bilder zu bannen. Der Gänsegeier hat sich durch uns nicht stören lassen – nachdem er uns überstiegen hatte ist er abgedreht.

jetzt hat er uns überstiegen
Blick durchs Susatal nach Turin
Über Susa. Wo ist das andere Flugzeug?
Franz fliegt
St. Crépin
Queranflug auf die trente quatre
Das war ein schöner Tag für Franz und woki.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Parallel zum fliegen läuft das tägliche Prozedere: einkaufen und kochen. Wenn die Piloten ermattet und hungrig vom fliegen kommen, wird geschlemmt – zu spät am Tag, aber anderes geht’s halt nicht. Weil bei uns so gut gekocht wird, verdienen die Lokale in der Gegend wenig an uns. Dann die spannende Frage – wer spült. Ein paar von uns scheuen sich zu kochen – für 20 Leute ist das nicht ohne – und die spülen dann freiwillig. Es findet sich also immer schnell einer, der anfängt – und auch HelferInnen kriegt. Das Wichtigste ist ein guter Ablauf: Vorspülen, Hauptspülen, Endkontrolle….

Gewölbe in Romans, schwach gekrümmt

Neben dem Fliegen gibt’s noch andere Attraktionen: Märkte und Wanderungen. Ich bin wieder nach Romans gelaufen, vor 2 Jahren mit Laurent, diesmal alleine. In dem schönen Tal (so von Micha getauft, in Wirklichkeit heißt es Val des Freissinières, aber früher waren wir sehr kreativ und haben schneller eigenen Namen gegeben, als die richtigen zu lernen) steigt der Weg langsam und meistens mit gleichmäßiger Steigung auf 1765m. Das Dorf ist mit dem Auto nicht erreichbar. Nach einer Phase des Verfalls und einer 1. Wiederbelebung durch Hippies haben die Eigentümer die Hippies vertrieben und bauen die Häuser wieder auf. Die erste Besiedelung des Hochtals war eine Flucht: Die Bevölkerung wollte nichts mit Cäsar zu tun haben. Ein paar Häuser sind noch kaputt. Dort bewundere ich immer die Gewölbe – nur schwach gekrümmt und aus unbehauenen Steinen. In der Wirtschaft kriegt man feines Omelett aus dort gelegten Eiern und dort geernteten Kartoffeln.

Windenstart

Der Start in St. Crérin geht normal so: der Wind aus Süden beginnt 12:45, 13:15 sind die Franzosen fertig mit Essen und der Parchaval funktioniert aus der Winde oder einem kurzen F-Schlepp. Am 31. Juli war das anders. Der Wind hat nicht gestimmt und ein paar sind am Parchaval wieder abgesoffen. Patrick hat mich dann ohne Vorwarnung an den gegenüberliegenden Hang geschleppt. Holla, war das ruppig – aber hoch interessant und ich konnte Höhe gewinnen. Das war nicht ohne! Zum Glück waren wir nur zu dritt am Hang. In 1750 m habe ich dann die Talseite gewechselt und der Parchaval hat schönes Steigen geboten. Bei einem anderen Flug bin ich den Parcour entlang geflogen. Die Regel ist so: nur geradeaus fliegen – nicht kreisen. An der Montagne de Coupe war ich dann kurz über den weiteren Flugweg im Zweifel: soll ich noch bis zur Brücke? Nix da – die Brücke muß sein. Blöd war halt, dass ich am Rückweg kein gescheites Steigen mehr gefunden habe. Also Richtung Puimoisson fliegen und den Motor werfen. Blöd nur, dass er nur 5cm rauskam. Also normale Landung in Pui. Die Regeln dort für den Anflug – mit Meldungen im „Sektor 1 und 2“ – kannte ich nicht und bin eben ganz normal gelandet. Die Leute sind dort nett – ich bin dort jetzt schon 3 mal gestrandet und habe mich diesmal für den Rückschlepp entschieden. Übernachtet hatte ich dort schon 2 mal und durfte so den teuersten Schlepp meines Lebens hinter einer Morane erleben – 343€.

Jedes Jahr gibt’s zu Ehren von Michelle einen vom SCS veranstalteten Caipirinha Abend. Und jedes Jahr kauft der SCS die Supermärkte leer: alle Limetten und der richtige Rum müssen her. Das sind schöne Abende, bei denen man mit den Franzosen, Belgiern und Holländern gut ins Gespräch kommt.

 

Mont Blanc in Sicht – aber ich habe hier umgedreht.

In jedem Urlaub sind natürlich Mont Blanc und Matterhorn die Ziele der Träume. Oft ist’s so, dass Franz hinfliegt – und sonst keiner. Aber auf dem Weg dorthin ist das Gebirge herrlich, und auch die kleineren Runden ergeben zufriedene FliegerInnen.

Kathi, Christoph und Max bei der Wartung

Diesmal gab’s eine Besonderheit: Britta und Christoph reisten mit unserem Mose an. Und so wurde das Flugzeug ausgiebig als Segelflugzeug betrieben. Florian und Christoph zeigten, wie gut das geht: 3,5h am Parcour ohne Motor. Und noch eine Premiere gab’s: die erste 50h Kontrolle außerhalb der Hahnweide. Ich war ausgerüstet, da das schon vorher klar war.

Unser Transportwohnwagen – der Wohnwagen von Inki und Christoph ist in die Jahre gekommen und einige von uns trauen dem Wagen nichts mehr zu. Aber der Ersatz war schon geregelt. Im Winter sind Franz und Florian mit dem Mose in St. Crépin gewesen und haben damals von Bada einen Wohnwagen geschenkt bekommen. Wir haben dann die Polster und die Insektenleichen entsorgt und besitzen einen intakten und trockenen Hänger für unsere Küchenausstattung!

Jetzt waren wir also 2017 in St. Crépin, 2016 auch. Ratet mal, wo wir 2018 hingehen?!

Text und Fotos: woki, Jochen

Zu dritt erstmalig in Reutte – der Mose, Hilmar und woki

Hilmar und ich wollten einen Ausflug mit dem Mose machen. Erste Idee war Oberschleißheim. Das geht aber erst nächstes Jahr wieder – weil deren Kontingent für Fremde in diesem Jahr schon verbraucht ist. Nächste Idee: Reutte. Der Platz ist PPR und man muss seine Wünsche mindestens 24h vorher kundtun – per Mail.

Unser Start verzögerte sich etwas – weil die Startbatterie nicht mitspielen wollte. Unsere Ersatzbatterie war zwar nicht ganz so leer wie die erste, aber für den Start des kalten Motors reichte es nicht. Tobias Krüger von der Motorflugschule konnte uns mit der Startbatterie auf dem Handwagen helfen. Herzlichen Dank dafür!

Bei herrlichem Wetter sind wir also nach Süden geflogen – Hilmar hat sich in Memmingen gemeldet und wir sind per Transponder überwacht durch die TMZ geflogen. Der Lotse hat den Verkehrspiloten am Start gefragt, ob er warten wolle, bis der powerd glider durch sei. Nein, wollte er nicht und ist knapp hinter uns steil in den Himmel gejettet.

Wir sind dann am Grünten vorbei ins Kleinwalsertal geflogen und haben die Hütte der Skizunft Zuffenhausen, Ifen, Widderstein und Trettach gesichtet. Dann ging’s wieder zurück, um den Grünten rum – Richtung Reutte. Der Anflug ins Tal von Reutte ist herrlich. Die Platzrunde ist ganz schön pfiffig. Es gibt viele Regeln, die beachtet werden wollen, Anflug nach N, Start nach S. Am nördlichen Ende der Piste steht aktuell ein gelber Kran – das wußten wir aus den NOTAMS. Im Gegenanflug sieht man die Piste nicht, weil man um einen Berg rumkreiselt. Der Queranflug liegt kurz vor dem nächsten Dorf und geht über die Schotterfelder im Lech – und die ganze Zeit antwortet keiner auf Hilmar’s Funksprüche. Es war ein übersichtlicher Verkehr am Platz. Ausser uns war noch ein C-Falke aus D da. In der Fliegerklause gab’s leckere Schnitzel, aber Vorsicht: Montag ist Ruhetag in der Klause! Der Start mit leichtem Rückenwind geht tief über eine Fabrik, links die Pappeln am Lech – attraktive Sache.

Beim Rückflug konnte ich Hilmar dann noch das rekonstruierte Einfallstor von Erkenbrechtsweiler aus dem Neolithikum zeigen. Insgesamt gab’s ganz schön viel Neues für uns. Wir können Reutte als Flugziel sehr empfehlen!

Text und Bilder woki

 

Seealpen im Mai

Jedes Jahr im Mai verbringe ich meinen Segelflugurlaub im schönen Südfrankreich. Der Flugplatz Serres, westlich vom Durance Tal, bietet hervorragende Ausgangsmöglichkeiten und eine sehr gute Infrastruktur. Dieses Jahr habe ich unseren schönen Ventus vom Verein bekommen und konnte mit ihm viele tolle Flüge unternehmen.  Auch wenn die Basishöhen diesen Mai nicht wie gewohnt waren und wir nahezu immer Südwind mit viel Feuchtigkeit hatten, waren die Flüge jedes mal ein Erlebnis. Einer der Höhepunkte ist natürlich immer der Freitag Abend. In der Flugplatzkneipe bei Lison wird nicht nur hervorragend gespeist, es gibt auch immer tolle Livemusik. So lässt sich das Leben genießen ! Nur schade, dass die Zeit so schnell vergeht…..

Heimflug
Wolkenkino
Abendstimmung am Aujour
Lison die singende Köchin
Marcoux Tal
düstere Abendstimmung
Nationalpark Vercors
Lac de Sainte Croix und Verdon Schlucht

 

S2 im Grid
S2 auf dem Flugplatz Serres
Am Col de Allos Richtung Süden
Am Pic de Bure
Seealpenschönheit

 

Alpensegelflug vom Feinsten in Sondrio 2017

 

Alle Jahre wieder wird im April die Reise in das Segelfliegerparadies nach Sondrio (Italien) aktuell. So fand sich in diesem Jahr die gleiche Fangruppe des SCS wie im letzten Jahr zusammen, Franz, Fred, Thomas, Bernhard und zeitweise Michael. Und man soll es nicht glauben, das Wetter war wie in den letzten drei Jahren traumhaft gut. Alles war möglich: extreme Strecken (877 km) und Wellenflüge über der Bernina, dem Ortler und dem Matterhorn. Das Teamfliegen wurde ausgiebig gepflegt zum Vorteil und zur Begeisterung der Beteiligten. Es war alles geboten, was Segelfliegen so interessant macht, unter anderem ein Streckenflug zum Millstätter See mit dem phantastischen Panorama der Dolomiten und anschließend ein gelungener, spannender Rückflug in ungewöhnlich tiefen Flughöhen.  Am Abend war bei Osvaldo wieder ein legendäres 5-Gänge-Menu zur Stärkung der Segelflieger gerichtet.                                         Fotos: Franz (GoPro Kamera) und Bernhard (Canon)

 

Dem deutschen Osterwetter nach Süden entkommen

Wie schon die ganzen letzten Jahre waren mein Mann Thomas und ich (Conny) wieder einmal über die Ostertage in Alzate Brianza in der Nähe von Como. Der kleine Flugplatz wird über die Osterwochen von immer wieder denselben Segelfliegern aus Deutschland und der Schweiz besucht. Man kennt sich inzwischen. Ich hatte unsere LS8 im Schlepptau, Thomas hatte seinen Bruder Wolfgang (beide FSV Nürtingen) und den Arcus NH mitgenommen.

Die ganze Woche herrschte ein – mal stärkerer, mal schwächerer – Nordwind, der für sonniges Wetter im Lee der Alpen sorgte, aber auch Wellen mit kräftigen Auf- und Abwinden brachte. Ich konnte in der herrlichen Landschaft der oberitalienischen Seen 5 Flüge mit insgesamt 38 h machen, die mich zu den Bergen mit klangvollen Namen wie Bernina, Ortler, Brenta, Adamello und Monte Rosa führten. Am Mittwoch ermöglichte das Wetter bei 4000m Basis einen Flug ins Aostatal, wo wir bis zum Mont Blanc flogen. Die Versuchung war groß, einfach bis Puimoisson durchzufliegen, aber wir haben dann doch eine Rückkehr nach Alzate vorgezogen. An meinem letzten Flug (Donnerstag) war es im Osten Richtung Dolomiten gut. Nach einem 6,5 m/s-Bart am Tonale-Pass begann ich aus 4500 m loszugleiten. Ich hatte eine tragende (Wellen-)linie, so dass ich in 4300 m bei Bozen ankam. Dort hat mich aber bei abtrocknenden Wolken und mit dem unmotorisierten Segler doch der Mut verlassen, vollends zu den Dolomiten vorzudringen. Trotzdem habe ich jeden Flug sehr genossen. Jeder hatte seine Höhepunkte und die Alpenfliegerei hat mich wieder total fasziniert.

Aosta
Blick nach Süden (Gran Paradiso)
Mont Blanc
Rückflug

Ausflug mit dem Mose ins Gebirg‘

Neulich haben wir mit dem Mose die Hochdruckwetterlage genossen. Bei so einem Wetter hilft es, nicht früh los zu wollen, damit der Nebel sich verziehen kann – und Streckenvarianten mit und ohne Zwischenlandung planen. Es wird derzeit ziemlich früh duster. Die bevorzugten Ziele waren Schwarzwald, Bodensee und Allgäu.

Bald nach dem Start haben wir dann das Allgäu gewählt. Der Bodensee hatte sich eine geschlossene Nebeldecke angezogen. Der Blick nach Süden war herrlich. Auf der Albhochfläche gab’s noch vereinzelte Nebelfetzen und die Alpen strahlten im Sonnenlicht. Meinem Co konnte ich die Route mit dem Segler ins Allgäu zeigen – sie geht über den schwarzen Grat. Am Grünten vorbei sind wir bis Oberstdorf geflogen, dann am Schneck Richtung Zugspitze abgebogen. Auf dem Zugspitzplateau sind die Lifte in Betrieb. Weiter nach Osten gab’s dann wieder geschlossene Wolkendecken. Nach der Zugspitze haben wir noch Schloss Neuschwanstein überflogen – es lag im Wolkenschatten – deshalb gibt’s hier jetzt kein Bild.

Christoph ist unlängst von Balderschwang aus zur Burgl Hütte gewandert. Was wir gefunden haben war nur fast die Burgl Hütte. Vor langen Jahren hat mir ein Allgäuer eine Geschichte aus dem Balderschwanger Tal erzählt: Ein Wanderer hatte in einem Hof übernachtet. Am nächsten Morgen hat er auf Nachfrage geantwortet, dass er gut geschlafen habe – aber was wären das für Geräusche auf der Bühne gewesen? Aah – des wared d‘ Boola. Dia send am Ehne.
Übersetzt: Die Katzen waren am toten Großvater. Da der Boden noch gefroren war, konnte man ihn nicht beerdigen. Keine Ahnung, ob das wahr war. Die hätten den Großvater ja auch in einen Sarg legen können.

Über Hittisau hatten wir einen schönen Blick rheinaufwärts mit Nebel im Tal und mit richtig guter Fernsicht. Auf dem Heimflug haben wir übungshalber noch die Segelflugplätze Isny und Schlechtenfeld gesucht. Es waren 3 astreine Stunden im Flieger!

Zwei Tage später wollte ich mit Thomas wieder den Hochnebel verlassen. Claudia Kleinert hatte gesagt, wenn der Nebel weg ginge, sei es schön sonnig. An dem Tag ging er nicht weg und wir sind nach einer halben Stunde rumgenebele wieder gelandet.

Mit dem Motorsegler über die Alpen nach St.Crépin

Florian und ich brauchten für die Scheinverlängerung noch ein paar Flugstunden auf dem Motorsegler. Da haben wir uns gedacht, warum nicht mal unseren französischen Freunden in St.Crépin mit unserem Motorsegler einen kleinen Besuch abstatten und dies mit einer möglichst schönen Flugroute verbinden? Wir wollten, damit es gemütlich wird, eine Übernachtungspause in St. Crépin einlegen. Schließlich ist es uns gelungen knapp eine Woche vor Scheinablauf  Anfang November  einen gemeinsamenTermin mit geeignetem Wetter zu finden. Am Tag vor unserem Abflug  zog eine Kaltfront über Deutschland hinweg, danach stellte sich für etwa 24 Std Zwischenhocheinfluß ein, was maßgeblich zum Erfolg des Fluges beigetragen hatte. Florian kümmerte sich mit Hilfe von Michele um die Übernachtung bei Philip und ich um die Flugplanung. Dies ist im Internetzeitalter eine bequeme Sache, die FL-95 Planung funktioniert prima,  ein Flugplan ist auch für ungeübte einfach und bequem online aufzugeben.

Gestartet sind wir erst um 12Uhr, morgens gab es noch zu viel Einfluß von der abziehenden Kaltfront. Je weiter wir nach Süden flogen, desto besser wurde das Wetter und über den Alpen hatten wir dann phantastische Bedingungen, glasklare Luft und Windstille.

Nach 3:40 Std Flugzeit gehen wir in den Anflug, wir sind gaaanz laaangsam geflogen, brauchten ja Stunden 🙂

In St. Crépin wurden wir schon erwartet und aufs herzlichste empfangen.

 

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Abends gab es in großer Runde ein köstliches Abendessen bei Philip im Chalet, gekocht hat Michele.

Bada, Florian, Fred, Sandrine, Michele

Philip ist dann zu seiner Freundin gefahren und hat uns sein Chalet für die Nacht überlassen.

Am nächsten Morgen war es bitter kalt…

Boden gefroren

und wir mußten unsern Flieger in der Sonne ein paar mal drehen bis das Eis auf den Tragflächen abgetaut war.

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Diesen Wohnwagen möchte uns Bada für unser nächstes Fluglager schenken!!

Wohnwagen Nr.4 von Bada, innen trocken(!) und fahrbereit (!)

Gestartet sind wir in St. Crépin schon um 10:20 Uhr, die Warmfront war schon im Anmarsch, der Rückflug zur Hahnweide war genauso unkompliziert und schön wie der Hinflug…zur Nachahmung empfohlen!

Fluglager St. Crépin in Südfrankreich 2016

Auch in diesem Jahr haben sich Ende Juli wieder viele Vereinsmitglieder in St. Crépin zusammen gefunden um in einem Fluglager gemeinsam die Faszination des Alpensegelflugs zu erleben. Zwei Doppelsitzer, 2 Einsitzer vom Verein und 3 Privatflugzeuge wurden im Anhänger den langen Weg nach St. Crépin transportiert.  Der Flugplatz Mont Dauphin (St. Crépin) liegt auf 900 Meter Höhe südlich von Briancon und östlich des Lac de Serre-Poncon im Durance-Tal.  Für uns ist er ein idealer Ausgangspunkt für faszinierende ausgedehnte Streckenflüge in den Alpen. Unsere Flüge führten uns nach Nordosten bis ans Matterhorn, im Norden bis zum Mont Blanc, im Westen bis an den Mont Ventoux und im Süden bis kurz vor die Mittelmeerküste. Dabei überfliegt man sehr verschiedene Landschaften, im Norden das Hochgebirge mit seinen Gletscherwelten, im Westen grüne Waldgebiete durchsetzt mit bizarren Felswänden und weiter südlich die Provence mit ihren Lavendelfeldern. Auch im Alpenflug unerfahrenen Piloten ermöglicht St.Crépin als Startort schon nach kurzer Zeit phantastische Flugerlebnisse. Hat sich bis zum frühen Nachmittag die „Brise“ gut entwickelt ermöglicht sie am Haushang direkt nach dem Windenstart einen einfachen und schnellen Aufstieg. Von dort aus ist der Gletscher Glacier Blanc mit seinem 4000 Meter hohen Gipfel nach 40km gut zu erreichen. Dort oben angekommen kann man dann wunderschön über eine absteigende Gebirgskette der „rue Royal“ zum Lac de Serre-Poncon hinab gleiten. Wer ihn kennt folgt von da aus dem „Parcour“ einer etwa 80km langen Hangkette nach Süden bis zum Lac de Saint-Croix. Wenn die Brise gut bläst, kann man an der Hangkette ohne zu kreisen hin- und zurück entlang fliegen, was mächtig Spass macht. Es ist schon ein tolles Gefühl wenn man abends vom Parcour über den Lac de Serre-Poncon nach St. Crépin zurückfliegt. Nicht selten liegt dann ein über 100km langer Gleitflug in Abendstimmung hinter einem und man freut sich schon auf das abendliche Beisammensein mit seinen Vereinsfreunden auf dem Zeltplatz. Zwei Piloten haben Ihre Wohnwägen mittlerweile fest in St. Crépin stationiert, weil der SCS schon seit vielen Jahren dort sein Sommerfluglager macht und sicherlich auch in Zukunft dort sein wird. In einem Wohnwagen ist mittlerweile ein Küchenzelt mit einer Küchenausrüstung stationiert, die ihres gleichen sucht.  Es kann also nach Herzenslust fast alles gekocht und gegrillt werden, wonach einem gerade lüstet. Einige verbinden Ihren Fliegerurlaub auch mit einem Familienurlaub und fliegen nur jeden zweiten Tag.  Mit ein wenig Glück kann man auch direkt am Flugplatz ein Chalet mieten. Die Umgebung ist gut geeignet für Badeausflüge an benachbarten Seen, man kann auch Reiten, Klettern, wandern, Kanu fahren, Märkte besuchen oder einfach mal am Flugplatz entspannen.  Auch dieses Jahr haben wir wieder unsere französischen Fliegerfreunde an einem Abend zu einem schon traditionellen Umtrunk (pot, soirée Caipirinha) eingeladen.  Es hat sich wieder einmal gezeigt, wir sind dort nicht nur einfach zu Gast, sondern unter lang bekannten Freunden, die Stimmung war bestens und am nächsten Tag waren wohl viele froh, dass das Wetter nicht so gut war 🙂

Das Fluglager in St. Crépin war wieder einmal ein voller Erfolg, fliegerisch sind alle auf Ihre Kosten gekommen.  Für die meisten stellt das Fluglager in Frankreich den Höhepunkt der Flugsaison dar, und sie freuen sich das ganze Jahr darauf.

Es kann also nur heißen: St. Crépin, on revient! A l´année prochaine!

Saint-Crépin, Ergänzungen von woki

Die Behausungen sind ganz unterschiedlich bei den Teilnehmern – die meisten sind im Zelt, dann gibt’s Wohnwagen und Chalets. Die Ernährung stellen wir jedes Jahr fast komplett um – statt Schwarzbrot und Salami gibt es Ficelle und Baguette mit Saucisson und Rilettes, richtig leckere Sachen aus ungesundem Weißmehl. Statt Trollinger und Schwabenbräu gibt’s Cidre und 1664 von Kronenbourg. Wir waren diesmal ganz schön viel Teilnehmer, da ist die Beschaffung des Essens, Vorbereitung, Kochen und Spülen richtig Arbeit. Zusätzlich wird noch die Toleranzgrenze für die sanitären Ansprüche verschoben – also es ist Urlaub.

Am Freitag habe ich mich bei Franz zum Mitfliegen gemeldet – jedes Jahr möchte ich einmal bei Franz im Arcus M mit fliegen und der zweite Sitz ist begehrt. Georg ist die Strecke mit der ASW28 mit geflogen. Zügig ging’s nach Norden. Die Ziele sind in Saint-Crépin immer ähnlich: zerschd nuff (Matterhorn), dann nomm (Col de Rousset), dann naa (Pont Aiguines, Brücke am Lac de Sainte Croix). Wir kamen schnell voran – immer in niedrigerer Höhe als ich mir das getrauen würde. Aosta zieht unter uns durch, das Matterhorn sieht man nur, wenn man weiß wo es ist – es hat Wolken um sein Spitze Richtung Osten. Wenn wir schon am Matterhorn sind könnte es ja auch bis zum Furkapass gehen. Franz versuchte es, aber wir sind halt schon deutlich unter Hangkante, es tut nicht so wirklich gut – und wir drehen auf halbem Weg zwischen Matterhorn und Furka am Ende des Vispatals wieder Richtung Süden. Aber der Mont Blanc muss schon noch sein. Die Nordseite mit den Felszacken ist richtig schönes Gebirge.

An meinem letzten Flugtag in diesem Urlaub war Nordwind. Beim Briefing wurden die Spezialitäten dieser Windrichtung ausführlich behandelt. Der Prachaval funktioniert bei Nordwind nicht – und es gibt viel Turbulenz. Es wurde soviel von Turbulenzen gesprochen, dass ich der einzige im SCS war, der noch in die Luft wollte. Nun hatte ich das Glück, schon mal bei Nordwind geflogen zu sein. Der Schlepp ist etwas länger – er geht bis zum Hang nördlich vom Val de Freissinières dem Tête de la Lauzière. Christoph hat mich am Boden unterstützt. Der Schlepp war normal, am Tête de la Lauzière wie empfohlen in 1600m ausgeklinkt und schon geht’s mit 4m/s aufwärts – genau so wie vor 15 Jahren. Danach war es schwierig, Aufwind zu finden. Am Tête d’Amont gab’s nix, die andere Seite des Tals hatte nur Abwinde parat. Aber mitten in Tal über L’Argentière-la-Bessée hatte ich dann weiteres Steigen und bin seitlich der Wolken schließlich bis auf 4400m gestiegen. Ab dem Névache Tal war eine geschlossenen Wolkendecke Richtung Norden. Ich war über den Wolken – und die Aussicht ist dann einfach überwältigend.

Serres, Südfrankreich im Spätfrühling

Wie jedes Jahr verbringe ich Ende Mai einen Fliegerurlaub in Serres. Auch wenn dieses Jahr das Wetter sehr speziell war und auch diese schöne Gegend nicht vom Regen verschont wurde, hatte ich eine tolle Zeit mit vielen erlebnisreichen Flügen zwischen den Seealpen und der Provence. Südfrankreich ist eben immer eine Reise wert.