Archiv für den Monat: Mai 2017

Alpensegelflug vom Feinsten in Sondrio 2017

 

Alle Jahre wieder wird im April die Reise in das Segelfliegerparadies nach Sondrio (Italien) aktuell. So fand sich in diesem Jahr die gleiche Fangruppe des SCS wie im letzten Jahr zusammen, Franz, Fred, Thomas, Bernhard und zeitweise Michael. Und man soll es nicht glauben, das Wetter war wie in den letzten drei Jahren traumhaft gut. Alles war möglich: extreme Strecken (877 km) und Wellenflüge über der Bernina, dem Ortler und dem Matterhorn. Das Teamfliegen wurde ausgiebig gepflegt zum Vorteil und zur Begeisterung der Beteiligten. Es war alles geboten, was Segelfliegen so interessant macht, unter anderem ein Streckenflug zum Millstätter See mit dem phantastischen Panorama der Dolomiten und anschließend ein gelungener, spannender Rückflug in ungewöhnlich tiefen Flughöhen.  Am Abend war bei Osvaldo wieder ein legendäres 5-Gänge-Menu zur Stärkung der Segelflieger gerichtet.                                         Fotos: Franz (GoPro Kamera) und Bernhard (Canon)

 

Pilot für einen Tag – Werbung im SCS

Über unsere Homepage hatten wir zum Schnupperfliegen geladen. Das Motto war Pilot für einen Tag. Bei gutem Wetter fanden sich pünktlich um 9 Uhr zwanzig flugbegeisterte Interessenten bei uns auf der Hahnweide ein und wurden von zweiundzwanzig SCS’lerinnen und SCS’lern begrüßt. Unser Organisator Thomas hat die ganze Vorarbeit geleistet – Bewerber gewinnen, beim BWLV anmelden, das SCS-Team finden. Wir waren 22 vom SCS für 20 Piloten für einen Tag. Das ist eine gute Quote – so viel Mannschaft braucht es aber auch, wenn die Veranstaltung super sein soll.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Thomas gab’s Theorie. Franz erklärte, wie ein Flugzeug fliegt, wie gesteuert wird, was eine Platzrunde ist – eben Segelflug im Schnelldurchlauf. Fünf Paten kümmerten sich um jeweils vier Interessenten und betreuten sie den ganzen Tag. Sie beantworteten alles rund ums Fliegen und auch um unseren Verein.

Die Vereinsmitglieder des SCS bauten drei Doppelsitzer auf – die Piloten für einen Tag durften zuschauen und uns alles fragen.

Jeder bekam zwei Starts, zwei verschiedene Startarten, Windenstart war mit Duo Discus und DG500. Eigenstart gab’s mit dem privaten Hochleistungsdoppelsitzer Arcus. Eine tolle Gelegenheit, Hochleistungssegler (vergleichbar mit Porsche oder AMG bei den Autos) selbstständig vom Pilotensitz zu steuern. Die Interessenten waren für einen Tag echte Flugschüler, saßen vorne auf dem Pilotensitz und flogen mit unseren erfahrenen Fluglehrern. Weil sie alle von Thomas beim BWLV angemeldet worden waren konnten sie vorne sitzen – dort, wo eben der Pilot sitzt. Der Fluglehrer steuerte den Start, dann erlernten Piloten für einen Tag die Grundlagen zum Steuern eines Flugzeugs. Bei ein paar der jungen Leute war vor dem ersten Start deutlicher Respekt zu spüren vor dem, was jetzt dann gleich kommen würde. Nach der Aufregung des ersten Fluges war alles gewonnen – und das Genießen konnte beginnen.


Auf dem Arcus wurde jeweils etwa 30 Minuten geflogen, mit DG500 und Duo Discus an der Winde etwas weniger. Aber bei jedem Flug erfuhren die Interessenten, wie es sich anfühlt, ein Segelflugzeug selbst zu steuern. Die Aufregung war hoch, so dass die Jungflieger oft nicht gemerkt hatten, ob das Flugzeug etwa einen Aufwind in der Thermik oder am Hang erwischt hatte. Einige der Teilnehmer konnten aber schon nach kurzer Zeit selbständig kreisen und in der Thermik an Höhe gewinnen.


Überraschend war für die Erstflieger, dass ein Segelflugzeug hauptsächlich ohne Instrumente gesteuert wird, nur anhand des Horizontbildes und mit Gefühl, eben doch ganz anders als im PC-Simulator.
Auch die Winde konnte besichtigt und beim Schleppbetrieb beobachtet werden. Nach dem Vergnügen kam wieder Arbeit – aufräumen. Während beim Aufbauen noch zuschauen angesagt war ging es mit dem Waschen der Flugzeuge schon einen Schritt weiter.
Zum Ende haben wir gemeinsam vor der Halle gegrillt und den Tag gemütlich ausklingen lassen. Was hatten wir für ein Glück mit dem Wetter! Zwei Tage zuvor sollte es schon am frühen Nachmittag regnen – wir konnten unsere Aktion vor dem leichten Niesel beenden.

Text: Franz, woki      Fotos: woki, Matthias, Hilmar

Einige interessieren sich ernsthaft für eine Segelflugausbildung beim SCS, für alle Beteiligten war es ein schöner Tag bei idealen Bedingungen auf der Hahnweide. Selbst wenn jemand nicht selbst fliegen lernen will, so kann er doch jetzt Einiges über unser schönes Hobby berichten und verbreiten: Der SCS hat gezeigt, dass er aus jungen und älteren Mitgliedern besteht, Männern und Frauen, neuen Mitgliedern, die gerade erst mit
ihrer Ausbildung begonnen haben und alten Hasen mit viel Erfahrung. Dass die Kosten niedriger als gedacht sind – und dass man uns die Begeisterung für unser Hobby ansehen kann! Dies zu vermitteln war dem SCS ein Hauptanliegen.

Dem deutschen Osterwetter nach Süden entkommen

Wie schon die ganzen letzten Jahre waren mein Mann Thomas und ich (Conny) wieder einmal über die Ostertage in Alzate Brianza in der Nähe von Como. Der kleine Flugplatz wird über die Osterwochen von immer wieder denselben Segelfliegern aus Deutschland und der Schweiz besucht. Man kennt sich inzwischen. Ich hatte unsere LS8 im Schlepptau, Thomas hatte seinen Bruder Wolfgang (beide FSV Nürtingen) und den Arcus NH mitgenommen.

Die ganze Woche herrschte ein – mal stärkerer, mal schwächerer – Nordwind, der für sonniges Wetter im Lee der Alpen sorgte, aber auch Wellen mit kräftigen Auf- und Abwinden brachte. Ich konnte in der herrlichen Landschaft der oberitalienischen Seen 5 Flüge mit insgesamt 38 h machen, die mich zu den Bergen mit klangvollen Namen wie Bernina, Ortler, Brenta, Adamello und Monte Rosa führten. Am Mittwoch ermöglichte das Wetter bei 4000m Basis einen Flug ins Aostatal, wo wir bis zum Mont Blanc flogen. Die Versuchung war groß, einfach bis Puimoisson durchzufliegen, aber wir haben dann doch eine Rückkehr nach Alzate vorgezogen. An meinem letzten Flug (Donnerstag) war es im Osten Richtung Dolomiten gut. Nach einem 6,5 m/s-Bart am Tonale-Pass begann ich aus 4500 m loszugleiten. Ich hatte eine tragende (Wellen-)linie, so dass ich in 4300 m bei Bozen ankam. Dort hat mich aber bei abtrocknenden Wolken und mit dem unmotorisierten Segler doch der Mut verlassen, vollends zu den Dolomiten vorzudringen. Trotzdem habe ich jeden Flug sehr genossen. Jeder hatte seine Höhepunkte und die Alpenfliegerei hat mich wieder total fasziniert.

Aosta
Blick nach Süden (Gran Paradiso)
Mont Blanc
Rückflug

Reger Flugbetrieb

Diesen Sonntag (30. April 2017) war der SCS mit einer stolzen Mannschaft aus 14 PilotInnen sowie 2 Windenfahrern auf dem Flugplatz aktiv. Alle unsere Flugzeuge (außer das Grunau Baby und der Motorsegler) waren gleichzeitig in der Luft. Wir schrieben abends über 19 Stunden Gesamtflugzeit in die Flugbücher und ließen den herrlichen Tag im Biergarten ausklingen.

Wir freuen uns schon auf das nächste Wochenende, an dem die Aktion „Pilot für einen Tag“ stattfindet.

Drei Mal S5 — geflogen von Georg — aus S4 heraus fotografiert.