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Pilot für einen Tag und Gast bei den Segelfliegern des SCS auf der Hahnweide

Bei strahlendem Sonnenschein und optimalen Flugbedingungen haben 24 Teilnehmer bei der Veranstaltung des SCS  Pilot für einen Tag das Segelfliegen kennengelernt. Es war ein erlebnisreicher und informativer Tag, der bestimmt allen in guter Erinnerung bleiben wird. Fotos sagen mehr als viele Worte…

Startleiterin, Sonnenschutz, Startwindenseil holen mit dem „Lepo“

Eigenstarter Arcus „die 7“

Flüge der Gastpiloten mit der „S3 DG 500“ und der „S4 Duo Discus“

Abschluss des erlebnisreichen Tages auf der Hahnweide

(Alle Teilnehmer haben einer Veröffentlichung zugestimmt, wenn du aber doch findest, dass du Bilder von dir nicht öffentlich haben möchtest, bitte schreib uns eine Nachricht)

Sondrio und viel Schnee

Der Zufall wollte es, dass ich spontan von Franz eingeladen wurde, seinem Arcus zu einer besseren Flächenbelastung in Sondrio zu verhelfen. Nach einer superkomfortablen Tramptour von Berlin nach Stuttgart (hiermit ein dickes Dankeschön an den netten Peugeot(!)fahrer – ja, mit dem Flieger wärs nicht schneller gewesen 🙂 ) Abfahrt bei schönstem Sonnenschein Samstag morgens von der Hahnweide. Mit dabei, Fred, S5, Thomas und S2.

Schon bei der Einfahrt in die Schweiz merkten wir, dass dieses Jahr ein bisschen anders werden würde als sonst. Soviel Schnee!! Die beiden Pässe Julier und Bernina waren zwar gut befahrbar, aber rechts und links der Straße türmten sich die Schneemassen. Die Aussicht war einmalig beeindruckend. Allerdings war die spannende Frage, wie sich bei der weißen Landschaft irgendwo Thermik bilden sollte. Na das würden wir ja am nächsten Tag ausprobieren.

Essen und Unterkunft muss, wie in allen Berichten zuvor auch hier wieder lobend erwähnt werden – einfach ein Traum. Und Sorbetto di Braulio geht zum Schluss natürlich immer!

Der mäßigen Vorhersage zum Trotz starten wir so früh wie möglich nach dem obligatorischen Checkflug. Und das sollte sich bewähren. Unter der tiefen Basis kamen wir zügig Richtung Bormio voran und erreichten dort eine mehr weiß als schwarze Wand, die trotz Südwind erstmal nicht so recht tragen wollte. Aber die wunderbare Aussicht und der Blick zurück ins dunstige Tal Richtung Sondrio bestätigte uns dass wir alles richtig gemacht hatten. Die Schleier, die über die scharfen Zacken geblasen wurden, waren zwar wunderschön anzusehen, trugen uns aber nur mühsam über 3000m.

Dann aber ging alles ziemlich zügig, und über dem Foscagno Pass fielen wir mehr oder weniger in die erste Welle. Nette Züricher Lotsen ließen uns dann weiter Richtung Bernina auf FL 180 steigen. Wo man nur hinschaute Schnee und Eismassen und zwischen den Bergen tiefhängende Wolkendecke. Es war deutlich, runter war keine Option, und damit auch ein weiterer Streckenflug nicht besonders einladend, aber aus 5500m ist auch so der Aktionsradius nicht zu verachten und wir machten noch ein bisschen Sightseeing bis wir dann kurz vor Sonnenuntergang durch die trübe Suppe im Tal wieder den Weg nach Hause antreten mussten.

Die nächsten zwei Tage brachten dann weniger Flugglück, dafür umso mehr Regen und Schnee. Nur der Modellsegler durfte ein paar Runden drehen, ansonsten war die Therme von Bormio eine gute Alternative. Im Gegensatz zu einigen Wagemutigen ließ ich mein Handy aber in der Umkleide, sodass es keine Bildbeweise gibt, wie wir uns im dampfenden Blubberwasser mit Blick auf die Berge vom Nichtstun ausruhen – vielleicht ja auch ganz gut so…

Ohne Aussicht auf meteorologische Verbesserungen wurde die schwere Entscheidung gefällt es bei diesem einen Flugtag zu belassen und zurück zum Sonnenschein auf der Hahnweide zu fahren.

Danke Franz! war zwar diesmal kurz, aber nicht weniger grandios!

Alpensegelflug vom Feinsten in Sondrio 2017

 

Alle Jahre wieder wird im April die Reise in das Segelfliegerparadies nach Sondrio (Italien) aktuell. So fand sich in diesem Jahr die gleiche Fangruppe des SCS wie im letzten Jahr zusammen, Franz, Fred, Thomas, Bernhard und zeitweise Michael. Und man soll es nicht glauben, das Wetter war wie in den letzten drei Jahren traumhaft gut. Alles war möglich: extreme Strecken (877 km) und Wellenflüge über der Bernina, dem Ortler und dem Matterhorn. Das Teamfliegen wurde ausgiebig gepflegt zum Vorteil und zur Begeisterung der Beteiligten. Es war alles geboten, was Segelfliegen so interessant macht, unter anderem ein Streckenflug zum Millstätter See mit dem phantastischen Panorama der Dolomiten und anschließend ein gelungener, spannender Rückflug in ungewöhnlich tiefen Flughöhen.  Am Abend war bei Osvaldo wieder ein legendäres 5-Gänge-Menu zur Stärkung der Segelflieger gerichtet.                                         Fotos: Franz (GoPro Kamera) und Bernhard (Canon)

 

Dem deutschen Osterwetter nach Süden entkommen

Wie schon die ganzen letzten Jahre waren mein Mann Thomas und ich (Conny) wieder einmal über die Ostertage in Alzate Brianza in der Nähe von Como. Der kleine Flugplatz wird über die Osterwochen von immer wieder denselben Segelfliegern aus Deutschland und der Schweiz besucht. Man kennt sich inzwischen. Ich hatte unsere LS8 im Schlepptau, Thomas hatte seinen Bruder Wolfgang (beide FSV Nürtingen) und den Arcus NH mitgenommen.

Die ganze Woche herrschte ein – mal stärkerer, mal schwächerer – Nordwind, der für sonniges Wetter im Lee der Alpen sorgte, aber auch Wellen mit kräftigen Auf- und Abwinden brachte. Ich konnte in der herrlichen Landschaft der oberitalienischen Seen 5 Flüge mit insgesamt 38 h machen, die mich zu den Bergen mit klangvollen Namen wie Bernina, Ortler, Brenta, Adamello und Monte Rosa führten. Am Mittwoch ermöglichte das Wetter bei 4000m Basis einen Flug ins Aostatal, wo wir bis zum Mont Blanc flogen. Die Versuchung war groß, einfach bis Puimoisson durchzufliegen, aber wir haben dann doch eine Rückkehr nach Alzate vorgezogen. An meinem letzten Flug (Donnerstag) war es im Osten Richtung Dolomiten gut. Nach einem 6,5 m/s-Bart am Tonale-Pass begann ich aus 4500 m loszugleiten. Ich hatte eine tragende (Wellen-)linie, so dass ich in 4300 m bei Bozen ankam. Dort hat mich aber bei abtrocknenden Wolken und mit dem unmotorisierten Segler doch der Mut verlassen, vollends zu den Dolomiten vorzudringen. Trotzdem habe ich jeden Flug sehr genossen. Jeder hatte seine Höhepunkte und die Alpenfliegerei hat mich wieder total fasziniert.

Aosta
Blick nach Süden (Gran Paradiso)
Mont Blanc
Rückflug

Reger Flugbetrieb

Diesen Sonntag (30. April 2017) war der SCS mit einer stolzen Mannschaft aus 14 PilotInnen sowie 2 Windenfahrern auf dem Flugplatz aktiv. Alle unsere Flugzeuge (außer das Grunau Baby und der Motorsegler) waren gleichzeitig in der Luft. Wir schrieben abends über 19 Stunden Gesamtflugzeit in die Flugbücher und ließen den herrlichen Tag im Biergarten ausklingen.

Wir freuen uns schon auf das nächste Wochenende, an dem die Aktion „Pilot für einen Tag“ stattfindet.

Drei Mal S5 — geflogen von Georg — aus S4 heraus fotografiert.

Dreiländerflug

Für den interessierten Leser gibt es hier ausnahmsweise einen etwas ausführlicheren Flugbericht.

Am Dienstag, 7. Juni 2016, war für Baden-Württemberg durchwachsenes Wetter vorhergesagt. Schon ab Mittag sollte es auf der Alb und dem Schwarzwald Schauer und Gewitter geben. Von Osten näherte sich jedoch ein Hochdruckgebiet, wodurch es im nördlichen Ba-Wü – sozusagen im Flachland – und vor allem in Nord- und Ostbayern gute bis sehr gute Thermik geben müsste.

Damit war für mich die Flugwegplanung klar: So bald wie möglich runter von der sonst so guten Schwäbischen Alb und Richtung Norden. Vielleicht könnte ich es bis zum Thüringer Wald schaffen, was für mich persönlich ein Novum wäre.

Hier klicken, um den Flugweg interaktiv zu betrachten.

Und ausnahmsweise ging der Plan auf. Mit ein bisschen Hilfe des zuverlässigen Hilfsmotors unserer ASW 28-18E (Rufzeichen S5) kam ich von der Hahnweide los und lies mich von einer hübschen Wolkenstraße unter dem Segelflugsektor Göppingen nach Norden leiten. Weiter lieferte der Schwäbische Wald zuverlässiges Steigen von über 2 m/s. Noch weiter auf Kurs 020° kam der Steigerwald und lies Nürnberg erstaunlich bequem rechts an mir vorbeiziehen. So toll hat es bei mir noch nie auf dieser Strecke geklappt.

Steigerwald2 Steigerwald1
Steigerwald

Überhaupt kam ich so weit nach Norden wie noch nie. Ich erreichte Suhl (Thüringen), wo allerdings die Grenze des guten Wetters erreicht war.

ThueringerWald1 ThueringerWald2
Thüringer Wald

ThueringerWald3 ThueringerWald4
Blick Richtung Franken

Deswegen entschied ich mich über Coburg wieder zu den flauschigen Schäfchenwolken auf der fränkischen Alb zu fliegen. In dieser Richtung lief es hervorragend gut, sodass ich mit nahezu 100 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit die auffällige, märchenhafte Kreuzbergkirche in Schwandorf erreichte. Leider hatte ich keine Gelegenheit ein Foto von ihr zu machen.

Coburg
Coburg

Der Heimweg war dann allerdings sehr schwierig, was zu erwarten war. Gute 100 Kilometer vor der Hahnweide zündete ich erneut den Motor und flog mit dessen Hilfe heimwärts.

FraenkischeAlb
 Die letzten Wölkchen, nördlich Ingolstadt

Düster war es hier, in Schwaben. Knapp vor 20 Uhr landete ich nach über 8 Stunden Flugzeit, ein weiteres Novum für mich. Ein alles in allem eindrucksreicher und sehr schöner Tag.

Duester1 Duester2

Alpensegelflug in Sondrio 2016

Im April 2016 waren wieder fünf SCS-Mitglieder mit drei Flugzeugen die S2,S5 und dem Arcus unterwegs nach Sondrio, um die Kultur des Alpensegelflugs zu pflegen. Dort trafen sie das SCS-Mitglied Michael Rehmet mit seinem Ventus. Es scheint so, als ob der SCS ein Abonnement für optimale Flugbedingungen in dieser Alpenregion hat. Denn bereits zum dritten Mal hintereinander waren im April vier Tage mit optimalen Flugbedingungen sowohl thermisch als auch mit Wellen gegeben. Alle Piloten konnten eindrucksvolle Flugerlebnisse in der schönen verschneiten Bergwelt mit nach Hause nehmen.

Ostern in Italien

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Foto Holger Leicht

Über Ostern waren Thomas und ich wieder mal mit 2 Segelflugzeugen und einer Gruppe Freunden in Alzate Brianza. Das Wetter hat uns zwar dieses Jahr nicht so sehr verwöhnt, aber die Landschaft zwischen den großen oberitalienischen Seen ist einfach immer wieder schön. Dieses Jahr war das Motto: mal sehn, was man mit niedrigster Basis trotzdem noch unternehmen kann. Einmal hatten wir auch das Glück  eine Welle zu finden und waren schließlich in fast 5000 m über dem Addatal. Und Ausflüge und Wanderungen gab’s auch.

Erster Windentag beim SCS 2016

Am Sonntag 20. März hatten wir die erste Einteilung des Flugbetriebs. Die Flugzeuge sind frisch abgenommen, Winde und Fahrzeuge kontrolliert – da kann’s losgehen. Als wir uns um 10:00 LT eintrafen, staunten wir nicht schlecht: wir waren der einzige Verein! Wir hatten praktisch den ganzen Flugplatz für uns. Nachmittags kamen noch 2 Vereine aus dem Winterschlaf – aber nur mit F-Schlepp.

Mittags kam die Sonne raus – es gab Thermik bis zur Inversion in 1300m. Die Berge waren immer noch an der gleichen Stelle wie letztes Jahr – und die Aufwinde auch. Es war ein wunderschöner Tag. Ziemlich kalt allerdings – beim Start geschützt durch die Bäume nicht so sehr – aber auf der Winde war’s bitterkalt! Und das beim Frühlingsanfang!

Die Technik hat bis auf Kleinigkeiten funktioniert – und unser aktuelles Schirmproblem konnte Conny über die Nürtinger beheben – vielen Dank! Beachtet bitte auch den Doppelschlepp am Boden. Das war ein guter Anfang am Sonntag! Die letzte Landung war erst 7 min vor Sunset.

Die Zugspitze hat uns nicht rangelassen

Gestern, am Samstag sind wir  (Martin und Conny) zum „Berge-Kucken“ geflogen. Als Ziel haben wir uns bei strahlender Sonne die Zugspitze vorgenommen. Auf der Hahnweide war jede Menge Motorflugbetrieb, das Wetter hat einen ja auch echt aus dem Haus gelockt. Dank dem Asphaltstreifen auf der 25 ist das ja auch kein Problem, im Winter motorgetrieben in die Luft zu kommen.20160227_131942

Schon auf der Alb, als wir die Inversion unter und gelassen hatten, konnte man die Alpen sehen. Kein Donaunebel heute, alles ruhig, also konnten wir ganz entspannt auf dem Weg nach Füssen steigen. Wir kamen dort so in 2500m an, da fehlt noch einiges, um den Gipfel der Zugspitze zu erreichen. Leider braucht man dann etwas Fremdhilfe zum Steigen, der Motor liefert in der Höhe nicht mehr viel. Martin hat geduldig gekreist und tatsächlich noch einiges dazugewonnen.20160227_132715

Schön sieht sie aus! Leider gab’s über dem Tal 5 m/s „Saufen“, so dass wir den Anflug abgebrochen haben und wieder zurückgeflogen sind.

In Leutkirch haben wir noch einen Kaffe eingeworfen und einer Piper beim Wintersport zugeschaut.20160227_140940