Archiv für den Monat: August 2021

Zum Konzert nach Serres la Batie


Fliegen ist wetterabhängig, besonders für Sichtflieger und noch mehr für Segelflieger. Also: es geht viel – aber nicht an jedem Tag. Konzerttermine sind fix. Beides zu verquicken ergibt herrliche Ausflüge.
Der erste Plan war: Franz und Thomas fliegen mit unserem Mose zum Konzert nach Serres la Batie – so wie schon 2 mal zuvor. Einmal Franz und Georg mit Segelflugzeugen und das zweite mal Franz und Thomas mit dem Mose – alles in 2021 und schon niedergeschrieben auf dieser homepage.
Das Wetter für den 3ten Ausflug ist so gut, dass Franz mit seinem Ventus fliegen will. Den freien Platz im Mose kriege ich. Subbr Sach!
Thomas erstellt über die komfortable Software SkyDemon zwei Pläne: direkt Friedrichshafen – Mollis – Furkapass – Matterhorn – Aosta – Serres und alternativ Hotzenwald – Jura – Chambery – Grenoble – Serres. Die Gafor Vorhersage ist für das Wallis DOD – wir beschließen es zu probieren. Hinter Arbon werden wir ganz schnell einig, dass dieser Weg für heute und uns nicht gut ist. Dann habe ich Bauklötze gestaunt. Thomas konnte mit dem Züricher Lotsen den Flugweg ganz einfach ändern – über Blumberg zum Jura! Ohne die zugehörigen Zeitangaben – nur die Wegpunkte waren nötig. Der Jura war dann schön zu fliegen. Wir waren nicht alleine – auf der ganzen Strecke waren Gleitschirmflieger in der Luft – und das in jeder Höhe von weit unter Hangkante bis zu 200m über den Gräten. Der Jura ist gespickt mit Lufträumen – ich durfte steuern und Thomas hat auf die Lufträume aufgepasst. Die Kontrollerinnen und Kontroller waren sehr freundlich zu uns und nach 4,5h sind wir in Serres gelandet. Thomas ist dort praktisch zu Hause und findet Leute, die kleine Hebeisen ausleihen – siehe Foto. Unser Problem war: der Boden ist in Serres so hart, dass wir unsere Erdanker nicht versenken konnten. Das Programm: Zimmer beziehen, im Pool abkühlen, vespern, auf Franz warten.
1825 LT schwebt er ein. Wir im Mose hatten 60 Liter verbraucht. Franz hatte an der Chartreuse den Motor gebraucht ist inklusive Start auf 16min Motorlaufzeit – etwa 6 Liter – gekommen! Sein Flug war deutlich schwieriger als bei seinem ersten Konzertflug und geniest unseren höchsten Respekt.


Der erste kulturelle Höhepunkt war das Menü im „Cabanon“ von Lison:

Salade de quinoa, gingembre, tofu fuméverrine de betterave relevée à l’ail et piment doux et petits légumes de Maïa et Jeff (La Bâtie 05) et en dessert Génoise chocolat coco

Couscous Salat mit Rote-Bete-Meerrettich-Creme. Das Dessert war ein Schokoladenkuchen, garniert mit rode Dreibla (roten Träuble oder auch Johannisbeeren). Zum Essen gab’s karibische Musik:

Entre mento et calypso, NautiFli est une escapade dans la musique de la Jamaïque et des îles Trinidad et Tobago des années 40′ et 50′. C’est une musique de fête sur laquelle les paysans venaient jouer et danser à la fin de la journée pour oublier un instant la dureté de leur condition de vie. NautiFli redonne vie à ces musiques populaires et dansantes avec énergie et respect !

Alles sehr gemütlich – und im Freien. Der vorsorgliche Tipp von Thomas – im Freien wird’s in der Nacht kalt – also warme Jacke mitnehmen. Die schönsten Darbietungen war die beiden Lieder, die Lison mit der Band gesungen hat.

Geschlafen haben wir im Mehrbettzimmer, was infolge vereinzelt auftretender Atemgeräusche Ohrstöpsel erfordert hätte. Die Ausrüstung kann immer noch mal verbessert werden!

Frühstück gibt’s im überdachten Freisitz der Gemeinschaftsküche. Man muß nur das Essen mitbringen – die Gerätschaften sind vorrätig. Mit uns essen ein paar der Flieger und so können wir kurzweilig plauschen. Außer übers Fliegen haben wir über die Band qualifiziert gefachsimpelt. Spontan holt einer seine Gitarre und spielt uns zum Frühstück auf.

Thomas Reuß – Ihr findet ihn hier: https://www.youtube.com/watch?v=gGhFNJIvMiM

Er fliegt die einzige LS5, die WB-Kennung ist A3.

So – genug der Entspannung – Flugzeug abledern – und Start zum tanken nach Gap. Ab da wird’s speziell. Gap hat eine kaputte Tankanlage. Also nach St. Crépin – aber die Tankanzeige ist mit wenig Sprit wenig zuverlässig – also lieber nach Sisteron. Dort angekommen gibt sich die Flugplatz-Verwaltung spröde. Nur weil wir als „emergency“ gelten können wir nach der – unproblematischen – Freigabe durch den Vorstand des Aero-Clubs 25 Liter Avgas kriegen. Lieber wäre ihnen gewesen, wenn wir nach St. Auban geflogen wären. Unser Plan ging ja aber eher in die andere Richtung. So sind wir mit guter Reserve nach St. Crépin geflogen und wurden freudig von Michelle und Helene empfangen. Dort gab’s dann so viel Sprit, wie wir wollten. Fred – der meistens das Briefing macht – erzählt, dass sie vor 3 Tagen frisch aufgefüllt hatten.

Inzwischen war Franz auch in der Luft und hat uns überholt. Wir haben am Prachaval Höhe gemacht und sind die Route Briancon, Lac du Mont Cenis, Gran Paradiso, Aosta geflogen. Vom Segelflug alles bestens bekannt – nur diesmal tiefer. Das Matterhorn hat sich versteckt – die Basis der zerfledderten Wolken war 3800m, wir sind in 3800m östlich über der Gornergrat 3135m geflogen. Immer gut begleitet von FIS. Und wir wurden rechtzeitig auf das Ende der Funkverbindung hingewiesen, so dass wir uns immer seriös abmelden konnten – z.B. querab Aletschgletscher Verabschiedung von FIS Genf. Es geht weiter zum Furkapass, dann Flugplatz Mollis und am Säntis vorbei schon direkt nach Arbon. Wir sind noch schön hoch – und FIS Zürich lässt uns einfach über Friedrichshafen drüber fliegen. Er begleitet uns bis Mengen. Um 1600 LT sind wir wieder auf der Hahnweide. Glücklich und leicht erschöpft. Thomas hat immer wieder mit Franz konferiert – Funk, Telefon und Flightradar24. So wussten wir um fünf, dass er schon am Schluchsee ist. Seine Landung war kurz nach sechs – und er hat den Motor nur beim Start gebraucht! Franz sagt aber auch: Ohne das Ziel zurück zur HW wäre er nicht zum Matterhorn geflogen. Wieder mal ein meisterhafter Flug!

Mit dem Mose auf dem Stuttgarter Blatt rumgondeln ist schön, aber in 3 – 4h ist man auf Juist oder Serres oder St. Crépin oder Venedig oder an der Ostsee. Es braucht nur die Idee – und dann Geduld, bis das Wetter und die persönlichen Termine passen. Mit dem Segelflugzeug ist es aber schon viele Ecken anspruchsvoller.

Und hier die Flüge von Franz:

Hinflug https://www.weglide.org/flight/98269

Rückflug https://www.weglide.org/flight/98271

Text und Fotos: woki

Wasserfarben – die Farben der Gewässer im Alpenvorland

Jochen’s Plan für unseren Ausflug mit dem Mose war: zum Essen nach Vilshofen, dann am Gebirg‘ entlang wieder nach Westen. Ich war sofort einverstanden. In Vilshofen auf der Terrasse sitzen, bewirtet werden und nebenher den Flugzeugen zuschauen – das gefällt uns. Das schönste Flugzeug war diesmal – außer unserem Mose – eine Aeronca Chief 11 AC, Baujahr 1947 mit 65 PS in herrlichem Zustand. Sie ist ohne Motorhauben mit leise tuckerndem Motor an uns vorbei gerollt.

Von Vilshofen aus ging’s zuerst nach Süden bis zum Alpenrand – dann kommen die herrlichen Seen: Chiemsee, Schliersee, Tegernsee, Walchensee, Staffelsee, Forggensee. Und dazwischen kommen Inn, Lech und Isar. An Wasserfarben gibt’s von trübem braun und gelb über grün bis zu türkis. Und wenn der See spiegelt, wird’s ein strahlendes Weiß! Weiß gibt’s auch, wenn in den Bach Hindernisse eingebaut werden. Sie dienen zur Sauerstoffanreicherung. Wir konnten es sehen in der Vils. Blau gibt’s auf unserer Route nicht, dafür müssen wir ans Meer fliegen. Kommt – – Geduld.

An der Tankstelle in Kempten sind wir in einen Stau geraten. Aber außer Mogas tanken konnten wir noch Eiskaffee und Bienenstich mit echter Sahnen genießen und waren rechtzeitig zurück auf der Hahnweide: am Mittwoch gehört ab 1800LT der Platz den Modellfliegern.

Und für die Profis haben wir drei Flugplatzrätsel eingestreut!

Text: woki Fotos: Jochen, woki

Sunrise Fliegen

Am Sonntag den 27.06 haben wir uns morgens früh um 04.15 zum Sunrise Fliegen auf der Hahnweide getroffen. Die Flugzeuge hatten wir am Vortag schon aufgebaut stehen gelassen, um am besagten Morgen etwas Zeit zu sparen. Wir haben also unsere beiden Doppelsitzer und unseren Discus an den Start geschoben, gecheckt, Fallschirme und Batterien eingebaut und unseren Start aufgebaut.  Das alles war mit den vom morgendlichen Tau nassen Flugzeugen und im Halbdunkel eine kleine Herausforderung.

Trotz allem hatten wir dann kurz vor 05:00 Uhr unseren Start und unsere Flugzeuge soweit stehen, und konnten unseren ersten Start um 04.55 rausschicken, fast eine halbe Stunde vor dem offiziellen Sunrise.

Und das war wirklich ein tolles Erlebnis, für das sich das frühe Aufstehen und der ganze Aufwand auf jeden Fall gelohnt haben. Die Luft war ruhig und unsere Aussicht traumhaft!

Bei meinem ersten Flug habe ich die Morgendämmerung im Osten gesehen. Beim zweiten Start dann auch die Sonne tief am Horizont, unten dazu Bilder.

Den Rest des Tages haben wir fliegerisch noch gut ausgenutzt und ich denke alle waren am Nachmittag, nach dem Abbauen, erstmal geschafft.

Im Großen und Ganzen ein sehr gelungenes Erlebnis! Vielen Dank auch nochmal an alle, die schändlich früh aufgestanden sind um uns zu unterstützen (Windenfahrer, Startleiter, Fluglehrer) und Sebi, der das alles organisiert hat.