Der Stuttgarter Segelflugverein SCS verbringt seit mehr als 30 Jahren seinen Urlaub im Alpendorf St. Crépin und betreibt dort Segelflug – ganz in der Nähe jener Orte, an denen Hannibal im Jahr 218 v. Chr. möglicherweise die Alpen überquert hat. Das Interesse, die in der Fachliteratur eingehend beschriebenen Szenarien selbst zu untersuchen, wurde durch die Ausgrabungen geweckt, die Prof. Mahaney 2018 am Fuße des Col de la Traversette nahe dem Monte -Viso – Massiv durchführte. Unsere Exkursionen – ob mit dem Fahrrad, zu Fuß oder im Segelflugzeug – führten uns zu den Pässen Mont Cenis, Clapier (oder Savine), Montgenêvre und Col de la Traversette. Unsere Erkenntnisse sind in den beiden folgenden Artikeln beschrieben, die wir in den Jahren 2019 und 2020 verfasst haben.

Summary

SCS-glider pilots tracing Hannibal’s crossing of the Alps

The Stuttgart gliding club SCS makes its vacation since more than 30 years in the Alpine village St. Crépin soaring close to locations where Hannibal might have crossed the Alps in the year 218 BC. The interest on having our own look on those possibilities intensively described by literature was awoken by Prof. Mahaney’s excavations in 2018 he has performed at the foot of the Col de la Traversette nearby the massive of the Monte Viso. Our excursions by bycicle, per pedes apostulorum and by soaring flight have led us to the Cols of Mont Cenis, Clapier ou de Savine, Montgenêvre and de la Traversette. Our findings are described in the two following articles we have written in 2019 and 2020.

Der SCS auf den Spuren Hannibals in den Alpen
von Christoph und Ingrid Kensche

Eine Fernsehsendung 2018 über eine mögliche Route Hannibals über die Alpen hat uns gefesselt, weil sie über Ausgrabungen berichtete, die Prof. Mahaney von der York University/Toronto und sein Team am Col de la Traversette in der Nähe des Monte Viso im Jahr 2016 durchgeführt hatten. Dieser kanadische Wissenschaftler ist überzeugt von der Traversette-Route. Aber es gibt auch andere Vorschläge. Seit mehr als 2000 Jahren rätseln Historiker hierüber.

Mahaney‘s Ausgrabung 2016 (Internet)

Wir, die SCS-Flieger, wollen nun Licht ins Dunkel der Ungewissheit bringen. Denn wir fliegen seit mehr als 30 Jahren in St. Crépin und können somit einen ganz anderen Beitrag zur Lüftung des Geheimnisses leisten. Der Flugplatz von St. Crépin liegt in fliegerisch erreichbarer Nähe der Pässe Clapier, Mont Cenis, Montgenèvre und Traversette. Mit dem Fahrrad, per Wanderung und dem Segelflugzeug waren wir unterwegs und haben zwischen 2018 und 2020 diverse Möglichkeiten untersucht und beleuchtet.

Satellitenaufnahme des Gebietes der möglichen Hauptrouten von Hannibal über die Alpen mit 37 Elefanten, 5.000 Pferden und 30.000 Soldaten, Satelllite image courtesy of USGS, JPL, NASA. Reprinted from Mahaney (2008).
Der Flugplatz St. Crépin
Die Piloten des SCS als Amateurhistoriker, von links: Sebi, Fred, Georg, Christoph und Franz.
Nach dem Start an der Winde gewinnen Christoph und Sebi im DuoDiscus Höhe am Parchaval.
Der Flugplatz St. Crépin (offiziell Mont Dauphin) vom Flugzeug aus. Hier verbringen wir seit 1989 unseren Fliegerurlaub.
Flug mit Franz am 31.07.2019: Die Routen links im Bild über den Col du Mont Cenis und rechts im Bild über den Col Clapier liegen nahe beieinander und wären nach Meinung mehrerer Historiker beide möglich.

Col Clapier und Lac de Savine
woki
Flug mit woki am 7.08.2019: Der Col Clapier ist leicht über den Ort Bramans am Arc zu erreichen, und der Ort reklamiert darum Hannibal für sich.
Abstieg vom Col Clapier ins Susa-Tal in Italien (Internet, E. Boenig, 18.3.2018), schwierig aber machbar? Für Menschen ja – für Elefanten eher nicht.
Lac de Mont Cenis vom Segelflugzeug aus über dem Mont Signal du Grand Mont Cenis aufgenommen (Woki, 30.07.2019), links die Staumauer, Pilot Jochen
Jochen in der Mitte – beim Empfang mit Chaipirinha, den wir jedes Jahr für die Gemeinschaft in St. Crépin ausrichten.
Auch die Route über den Col du Montgenèvre wird von ein paar Historikern für möglich gehalten.
Der Col du Montgenèvre, im Vordergrund ist Claviere und Richtung Osten im Tal dann Cesana Torinese (Foto Woki 31.7.2019).


Ob Elefanten oder Pferde,

deren Exkremente man fand in der Erde,

mit Elefanten waren der Passquerungen drei,

aber der Traversette war nicht dabei.


(1953, 1958 und 1979, Wikipedia)

Flug mit woki im Duo, dieser Überblick mit dem Monte Viso oben rechts zeigt fast den gesamten Weg der Wanderung vom unteren Parkplatz (Parking de la Roche Écroulée) bis hin zum Col de la Traversette.
In unserem besonderem Fokus lag die Route über den Col de la Traversette.
Wir haben sie mit dem Fahrrad, zu Fuß und aus der Luft erkundet. Bild der Wandertour aus dem Internet.
Mit dem Fahrrad bis zum Grand Belvédère du Viso (2133 m) am 8.8.2019, dann zu Fuß zum Torrent de la Faitou.
Christoph und Ingrid am Torrent de la Faitou (Aufstieg zum Col de la Traversette, 8.8.2019)

Was unsere Flieger aus der Luft umrundet,

haben radelnd und wandernd wir erkundet.

Erkennen des Ausgrabungsorts mit eigenen Augen.


Kurz vor dem Pass kamen wir ins Schwitzen,

und Inki blieb am Rande sitzen.

Aufstieg zu Passhöhe, Herr Krüth wandert uns davon.
Aufstieg zur Passhöhe (Foto Krüth) – im Bild rechts sieht man den Pfad über den Pass. Die italienische Seite ist in den Wolken.
Col de la Traversette mit Blick von Italien ohne Wolken – nur im Internet auffindbar (via Dr. Krüth)
Heinrich Leutemann (1824 – 1905) – Hannibals Übergang über die Alpen. Quelle: Wikipedia
Anmerkung: Ein Fantasie – aber so könnte es am Traversette schon gewesen sein, wenn Hannibal diesen Weg genommen hätte.


Kondition beim Fliegen sehr bequem

beim Klettern wurd’ sie ein Problem.

Der Pass ward leider nicht bezwungen

Blick ins Piemont uns nicht gelungen.

Erfolgreich aber war Herr Krüth,

und brachte die Erkenntnis z’rück,

dass nicht geschafft hätt’s Hannibal,

beim Abstieg wär’ zu groß die Qual.

Das wollten wir nun von der fliegerischen Seite ergründen, aber immer war die italienische Seite in den Wolken.

Flug mit Sebi am 4.8. aus der Welle in 4000 m Höhe, Monte Viso und der Col de la Traversette
Georg und Woki im Duo, sowohl Col wie Tunnel de la Traversette deutlich erkennbar unter den linken Schneefeld, 31.07.2019
Georg und Woki im Duo – 31.07.2019: Tunneleingang französische Seite. Der Tunnel de la Traversette ist 1479/80 gebaut worden, um den Transport des teuren Marseille-Salzes nach Italien zu erleichtern. Der Eingang wurde 2014 renoviert. Hannibal konnte den Tunnel noch nicht nutzen.
Der Traversette-Pass, die italienische Seite meist in Wolken
Georg und Woki im Duo am 31.07.2019


Familie Krüth hatten wir unterwegs getroffen, und sie haben den Col de la Traversette bezwungen, was wir mit unseren etwas ermatteten Knochen nicht mehr geschafft hatten. Er meint, dass Hannibal den Abstieg auf die italienische Seite nicht habe machen können.

Woki’s These: Hannibal hat mit seinem Heer unterhalb des Col de Traversette gelagert – die ebene Fläche bietet sich an. Seine Späher haben ihm vom Traversette abgeraten. Nachdem die Tiere sich erholt und genügend gefressen hatten, ist Hannibal mit den Heer über den Col Agnel in die Poebene gezogen.

Dieser SCS-These gehen wir in den nächsten Jahren nach und stellen damit die nie bewiesenen Theorien der Historiker auf den Kopf.

Zum Ende des Ausflugs: Wenn alle glücklich heim geeilt, wird das Erlebte mitgeteilt.
von links: Hajo, Franz, Inki und Christoph



Wer jetzt für Hannibal und die Alpenüberquerung Feuer gefangen hat, kann hier weiterlesen:

https://wissenschaft.de/artikel/wo-hannibal-die-alpen-ueberquerte

https://de.wikipedia.org/wiki/Hannibals_Alpen%C3%BCberquerung

Oder hier zwei Filme anschauen:

https://de.video.search.yahoo.com/yhs/search;_ylt=A2RSAntLh.xq2gIA2DJfCwx.;_ylu=Y29sbwNldS13ZXN0LTEEcG9zAzEEdnRpZAMEc2VjA3Nj?type=1476589-vsub-2_25422_2_E0_V_nwtb3&hspart=litmus&hsimp=yhs-caerus&vm=&p=Hannibals+Alpen%C3%BCberquerung+&fr=yhs-litmus-caerus&turl=https%3A%2F%2Ftse1.mm.bing.net%2Fth%2Fid%2FOVP.r2bInuN4f5F06pto3gwxcwEsDh%3Fpid%3DApi%26w%3D270%26h%3D154%26c%3D7%26p%3D0&rurl=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DGUzealKrqPA&tit=Hannibal+across+the+Alps%3A+The+most+dangerous+march+of+antiquity%3F&pos=01&vid=090e16c68c2548593bf28183ba946c26&sigr=0PXKqzTWYIY9&sigt=gXZrDgXpD5Cq&sigi=sUt6W_NycwkO

https://de.video.search.yahoo.com/yhs/search;_ylt=A2RSAntLh.xq2gIA2jJfCwx.;_ylu=Y29sbwNldS13ZXN0LTEEcG9zAzEEdnRpZAMEc2VjA3Nj?type=1476589-vsub-2_25422_2_E0_V_nwtb3&hspart=litmus&hsimp=yhs-caerus&vm=&p=Hannibals+Alpen%C3%BCberquerung+&fr=yhs-litmus-caerus&turl=https%3A%2F%2Ftse4.mm.bing.net%2Fth%2Fid%2FOVP.hm0Xo55yVjYalT6iUffHAEkII%3Fpid%3DApi%26w%3D270%26h%3D154%26c%3D7%26p%3D0&rurl=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DL8vWSnl5_XM&tit=Hannibal%27s+crossing+of+the+Alps.+95%2F100+Events+That+Shaped+the+Ancient+World&pos=21&vid=7d66d5bfb607d3af8334fb029d092d1c&sigr=pyLbtHki4shn&sigt=v4iajgmrd3Bw&sigi=_A426NNMx4A9

Text: Ingrid und Christoph Kensche, teilweise woki. Fotos: Ingrid und Christoph Kensche, Dr. Krüth, woki

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