Archiv für den Tag: 7. Oktober 2019

OTT 2019 – die kleine Flugzeugkunde – Motorflugzeuge

Wir hatten ein großartiges Fest auf der Hahnweide – 5 Tage herrliches Wetter. Wieso 5 Tage? Na ja, ich zähle Auf- und Abbau dazu. Der Schaden am Sonntag blieb zum Glück ohne ernsthafte Personenschäden.

Diesmal zeige ich Euch verschiedene Oldtimer mit Motor. Wir fangen an mit der Pietenpol Aircamper. Das ist ein beliebter Bauplanflieger aus den 30ern – auf der Hahnweide präsentiert von Tony Ryan. Er kommt aus der Gegend um Stonehenge und war 2 Tage unterwegs mit 7 Landungen. Der Schwarzwald war ihm zu hoch – da konnte ich ihm den Pfälzerwald empfehlen. Er ist dann nach dem Treffen in 6 Etappen über Haguenau mit Übernachtung in Cambrai wieder zurückgeflogen: Total flight time twenty one hours and 25 min. Total distance 2011 km.

Auf der Hahnweide waren mehr tolle Flugzeuge, als ich hier zeige. Da war so viel los, dass mir viele durch die Lappen gegangen sind. Die kommen dann ein ander mal dran. Die Reihenfolge der Flugzeuge folgt keinem erklärbaren Muster.

Text und Bilder: woki, Thomas Meinicke

Flugzeugdaten: homepage FG Wolf Hirth, Wikipedia, flyinglegends

Jetzt kommen Flugzeuge von Klemm und Bölkow.

Jetzt ein paar Exoten, die mir gut gefallen.

Die Culver Cadet hat Al Mooney konstruiert. Bj. 1940, Spaltflügel, Einziehfahrwerk, Franklin 80PS, Reise 228km/h – ein richtig tolles Flugzeug. Bei seine späteren Konstruktionen hat Al Mooney dann die Vorderkante der Seitenfloße senkrecht gestellt.

Das älteste Flugzeug des Treffens ist immer die Bleriot XI Bj. 1910/18 mit 7 Zyl. Umlaufmotor Gnome Omega 50 PS von Mikael Carlson. Umlaufmotor bedeutet: die Kurbelwelle ist am Rumpf festgeschraubt und der ganze Motor dreht sich. Es gibt nur Zündung aus oder an – also volle Kanne oder aus. Der Pilot muß zum regeln immer die Zündung an und aus schalten. Das Kreiselmoment des drehenden Motors beeinflußt die Flugeigenschaften heftig – dafür ist die Kühlung der Zylinder gut.

Den Abschluß des ersten Tags fliegen die beiden Blaniks in wunderbarer Perfektion.

Piper. Dieses Jahr wurden wir in der Slingsby von Roland mit seiner D-EDOJ geschleppt, letztes mal von Christof mit seiner getunten – Vortex Generators – Pa12 Triple A OE-AAA. Beides sind für unsere gerne niedrige Schleppgeschwindigkeit sehr geeignete Flugzeuge. Es folgt eine Clipper, die Pawnee aus Grabenstetten und die BL-Staffel.

Cessna und Stinson

Stinson SR 9C, Bj. 1937, 9 Zyl. Lycoming R680 300PS

Cessna C 145, Bj. 1939, 7 Zyl. Warner Scarab 145 PS, Nachfolger mit 20 PS mehr Leistung C 165, letzte Cessna mit Stahlrohrrumpf und Holzflügel, danach Cessna 120 in Blech ab 1945

De Havilland. Drei Vertreter waren auf der Hahnweide:

DH 82A Tiger Moth, Erstflug 1931, hier Bj. 1940, Gipsy Major 120 PS

DH 89A Dragon Rapid, Erstflug 1934, hier Bj. 1949, 2x Gipsy 6 á 200PS

DHC-1 Chipmunk von de Havilland Canada, Hauptentwickler Wsiewolod Jakimiuk, Polen, Erstflug1946, Bj, 1950, de Havilland Gipsy Major 145 PS

Nachbauten. Die Junkers F13, Erstflug 1919, entstand 2016 neu mit Pratt & Whitney R-985, 450 PS. Auf der Hahnweide war das erste Modell zu Besuch. Für die weiteren Ausführungen wird das Fahrwerk etwas weiter nach vorne gerückt – die Spornradlast ist aktuell zu gering. Ein weiterer Nachbau – aber nicht flugfähig – steht in Dessau im Junkersmuseum. Früher waren Motoren von Junkers, BMW und für USA Pratt & Whitney verbaut.

Die Me 262 ist ein Nachbau von 2005 mit modernen Triebwerken.

Bücker. Etwa 30 Flugzeuge waren da, die auf den Namen Bücker hören. Von den Jungmännern waren Baujahre von 1939 bis 1958 als Casa vertreten. Die UL-Version von Peter Funk gibt’s aktuell zu kaufen. Die Unterscheidung Jungmeister und Jungmann ist einfach: Die Jungmann hat einen Reihenmotor und 2 Sitzplätze – die Jungmeister einen Sternmotor und ist einsitzig. Manche Jungmänner werden auf Lycoming 4-Zyl. Boxer umgebaut – da ist dann die ganze Eleganz des Flugzeugs dahin.

Bücker Bü 131Jungmann, Konstrukteur Anders J. Anderson, Schwede, Erstflug 1934

Bücker Bü 133 Jungmeister, Bj. 1940, Siemens&Halske Sh 14A, 160PS

Bücker Casa 1.131, Bj. 1954, Tigre GIV A5 125PS

Antique-Aeroflyers. Das ist eine Gruppe, die in Memmingen wunderschöne Flugzeuge in die Luft bringt. Im Verband sind geflogen:

Curtis Robin J1, Bj. 1929, Wright Whirlwind J6-5, 165PS

Ryan STA Special, Bj. 1937, Menasco D4B Super Pirate, 155 PS. Fa. Ryan hat das Transatlantikflugzeug für Charles Lindberg gebaut hat.

Morane Saulnier MS317, Bj. 1938, Continental W670-6A 220PS

Doppeldecker Focke Wulf, Stampe und Hatz

Mit einer Focke Wulf durfte ich vor 47 Jahren mit Gustl Wiethüchter einen Werkstattflug mitfliegen. Das Flugzeug hatte keine Deckel über den Kipphebeln und ich konnte die einzelnen Hübe der Kipphebel sehen. Damals dachte ich für mich – Motorflug im Oldtimer wäre eine Alternative zum Segelflug.

FW 44 Stieglitz, Konstrukteur Paul Klages, Erstflug 1932, hier Bj. 1938 Siemens & Halske Sh 14A, 7 Zyl. 160PS

Stampe SV 4, Belgien, Bj. 1949, Renault Flugmotor 4P03 A, 145 PS Überholung der D-EEFB durch Roland Rigling in Freiburg – wie viele anderen Stampes auch. Für die Unterscheidung der Stampe von der Jungmann muß man genau hinsehen: Die Stampe hat das runde Seitenruder. Und dann noch den Presslufttank auf der linken Rumpfseite, direkt über dem unteren Flügel. Mit Pressluft wird der Motor gestartet.

Hatz CB1 Classic, wunderschöner Eigenbau 2014 von Samuel & Hansueli Gautschi aus der Schweiz, Motor R3600 Rotec 150 PS

Die STOL Flugzeuge von Fieseler und Dornier

Fieseler Storch Fi-156C-3, Bj. 1943, 8 Zyl. Argus AS 10 C, 240 PS Die Landung eines Storchs zu sehen ist ein Genuß: Das Flugzeug berührt den boden, das Fahrwerk taucht tief ein – und das flugzeug bleibt unten. Da gibt’s kein wieder hochspringen. Und das Motorengeräusch des V8 ist Musik. Der Argus AS 10C ist auch in der Me 108 verbaut.

Do 27, Bj. 1957, 275 PS Lycoming IO-480, Aus so einer Do sind einige vom SCS schon rausgesprungen – mit der Reißleine im Flugzeug und dem Fallschirm auf dem Rücken!

Do 28 B, Bj. 1960, 2 x 290 PS Lycoming-Motoren IO-540 Der hintere Teil des Rumpfs und der Flügel sind gleich wie bei der Do 27.

Schwermetall

HA 1112 Buchon, spanischer Lizenzbau der Me 109 G2 bei Hispano-Aviación S.A. als HA-1109-K1L, Erstflug 1944 mit 12 Zyl. Hispano Suiza 1300PS, hier Bj. 1958 als HA – 1112- M1L Buchon mit Rolls-Royce Merlin 500-45 mit 1600PS, mehr bei meiermotors.com

North American AT6, Erstflug 1938, hier Bj. 1940, Pratt & Whitney R-1340-AN-1, 9 Zyl. 22L Hubraum, 600PS

North American P51D Mustang, Packard built Rolls Royce V1650-7, 1650 PS

Republic P-47D, USA, Bj. 1944, 18-Zylinder-Doppelsternmotor Pratt & Whitney R-2800-59 „Double Wasp“ , 46L Hubraum, weit über 2000PS

Yak 9 UM, Russland, Bj. 1944, Originaltriebwerk Klimow M-105, V12 ca. 1200PS, Umbau auf Allison V-1710, V12 1628 PS

Der Abschluß. Mikael Carlson auf Fokker DR I, Erstflug 1917, hier sein Nachbau 2008 Umlaufmotor 9-Zyl. Le Rhône, 110 PS Am Boden geht’s nur mit Helfern – gelenkt wird das Flugzeug mit der Haltekraft der Helfer. Wenn Mikael aber zu lange Zündung anmacht haben die Helfer keine Chance und müssen loslassen. Im Flug geht’s in engsten Radien um die Kurve.

Vielen Dank für’s schauen!